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Sonntag, 22. Januar 2017

TV-Kritik: Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! (Staffel 11)

quelle: wikipedia
Halbzeit! Noch etwa eine Woche und es steht der neue Dschungelkönig bzw. die neue Dschungelkönigin 2017 fest. Anfangs noch verachtet gibt es inzwischen täglich News bei Focus oder Spiegel Online zur beliebten Show. Keiner kann sich entziehen. Egal ob Newsticker auf dem Handy oder herkömmlich auf Webseiten. Trash TV ist endlich dort angekommen wo es hingehört: Im Mainstream. Oder ist eher der Mainstream in Zeiten von Fakenews, Trump und Merkel einfach nur trashiger geworden? Eigentlich auch egal - Zeit aber auf jedenfall auch hier nach längerer Pause mal wieder eine genauere TV-Analyse zu bringen.
Groß geändert hat sich am Format nichts - abgesehen davon, dass der verstorbene Dirk Bach seit inzwischen 5 Staffeln von Kermitgesicht Daniel Hartwig abgelöst wurde. Der Qualität der Sendung tut es keinen Abbruch - oder sagen wir besser dem Konzept. Nicht umsonst ist IBES (wie es in der Fachsprache der Fans heißt) Gesellschaftskritik auf aller höchstem Niveau. Aber schauen wir uns die aktuelle Staffel einmal genauer an.
Mit dabei ist erneut ein bunter Haufen - meistens unbekannter - C-Promis. Bis auf Thomas Häßler ist im Prinzip keiner dabei, der irgendetwas bedeutendes im Leben geleistet hätte. Maximal Marc Terenzi und Fräulein Menke kann man noch so etwas wie einen B-Promistatus zusprechen. Der Rest ist mehr oder weniger nur aus Castingshows, Reality-TV Formaten oder Seifenopern bekannt. Alles wie gehabt also.
Schauen wir uns die Kandidaten mal an. Als erstes fällt Ex-Germanys Next Top Model Kandidatin Gina-Lisa auf. Diese wurde als erste für den Dschungel nominiert und ist vor allem durch Ihre diversen Gerichts-Prozesse bekannt. Verklagt auf mehrere Tausend Euro Schadensersatz für die bezichtigung einer offenbar nicht stattgefundener Vergewaltigung hat sie also das Geld mit Sicherheit dringend nötig.
Achja - Geld: Thomas "Icke" Häßler ist wohl tatsächlich einer der wenigen (oder der einzige) im Camp, der es nicht aus Geld Gründen macht. Der Grund das Thomas da ist, ist, dass seine Frau es ihm geraten hat. Ok - Geld wäre dann vielleicht doch der bessere Grund als sich für den Lebenspartner zum (Dschungel)Affen zu machen. Aber egal - was Legat kann, kann Icke auch.
Also wo waren wir stehen geblieben? Genau - die Kandidaten. Mal ein Schnelldurchlauf:


  • Jens Büchner - Fernsehstar - pardon - Darsteller aus der Vox Serie Die Auswanderer. Damit es auch jeder weiß, hat Jens ein Tattoo seines Lieblingsenders auf dem Arm. Nein - nicht RTL - sondern Vox natürlich! Vox gehört aber zum Glück auch zur RTL Gruppe. Wäre es ein Pro7 Tattoo gewesen, hätte seine Dschungelprüfung sicher irgendetwas mit Schmirgelpapier zu tun gehabt.
  • Gina-Lisa Lohfink - hatten wir schon. Frauenrechtlerin, die für eine falsch angelastete Vergewaltigung Schadensersatz zahlen muss und scheinbar Geld braucht. Viel Geld.
  • Marc Terenzi - Sänger, Stripper, Dauerfreund von Sarah Connor und Trump Wähler. Der Mann macht alles für Geld. Auch Maden essen und Schweinesperma trinken. Prost! Ist aber ein Teamplayer und immer ehrlich.
  • Markus Majowski - Ein Comedian - wie er sich selbst bezeichnet. Vermutlich spielt auch hier die Geldnot eine Rolle. Rausgeflogen heute Abend.
  • Alexander „Honey“ Keen - Der wohl mit Abstand unbekannteste "Star". Honey war Freund einer Germanys Next Top Model Kandidatin und hatte bis IBES nicht einmal einen eigenen Wikipediaeintrag. Merkmal: Behämmertes Dauerlächeln.
  • Kader Loth - Die Trash Diva hat wohl die meiste Erfahrung mit Schund Formaten im privaten Fernsehen. Ansonsten glänzt Kader Loth - die nach all den Operationen wie der auferstandene Michael Jackson aussieht - durch Versagen bei Dschungelprüfungen
  • Florian Wess - Hat neben Kader Loth und Gina Lina wohl das meiste Botox im Gesicht. Aus Umweltschutzgründen dürften die drei - sollte es dazu einmal kommen - vermutlich niemals auf dem selben Friedhof begraben werden.
  • Hanka Rackwitz - "Hexe" Hanka machte erste Trash-Erfahrungen bereits bei Big Brother und hat bis heute die Wende nicht verkraftet. Neben all den Phobien erfahren wir in der ersten Woche bereits mehr über ihr Sexleben und ihre Verdauung, als einem lieb ist.
  • Nicole Mieth - Die Frau mit der wenigsten Screentime. Abgesehen, dass sie sich für den Playboy ausgezogen hat (damit hat sie immerhin - im Vergleich zu den anderen Kandidaten - sozusagen bei einem Literaturerzeugnis mitgewirkt) gibt es nicht viel zu erwähnen.
  • Thomas Häßler - Icke halt. Der Fussball Weltmeister von 1990 ist wie oben geschrieben auf anraten seiner Frau in den Dschungel gezogen. Er ist bis jetzt eine der entspanntesten Personen im Camp.
  • Sarah Joelle Jahnel - Neben Gina-Lisa eine der trashigsten Personen im Lager. Obwohl sie sonst bei jeder Gelegenheit die Hüllen fallen lässt war sie im Dschungelcamp ausgesprochen bieder. Dies wurde bereits gestern vom Zuschauer bestraft: Sarah wurde rausgewählt!
  • Fräulein Menke - Ein One - bzw. Two-Hit Wonder aus den 80iger Jahren. Ansich war die Dame ganz nett. Zu nett offenbar: Denn die Camp-Oma musste bereits als allererste das Lager verlassen.




Jeder Interessierte kann noch die komplette nächste Woche Promis beim Schaben-Essen und ähnlichen Spielereien zusehen. Täglich um 22:15 auf RTL.


Freitag, 28. März 2014

Filmkritik: Dschungelcamp - Welcome to the Jungle (2013)

(c) Ascot Elite Home Entertainment
Warum man als deutschen Titel "Das Dschungelcamp" ausgewählt hat ist mir auch nach dem Ansehen schleierhaft. Zugegeben, es geht um eine Gruppe um Personen die auf einer Insel im Dschungel campieren - der Originaltitel Welcome to the Jungle trifft es aber meiner Meinung nach besser. Dazu kommt noch die unvermeidbare Erinnerung an die RTL Show. Vermutlich war das gewollt um hier Zuschauer von Ich bin ein Star, holt mich hier raus anzulocken. Wie auch immer. Schon beim Blick auf das Cover sollte man stutzig werden: Ist das nicht Van Damme? Der Actionheld der 90iger, der jedoch immer im Schatten von damaligen Superstars wie Stallone oder Cage stand - aber dank seiner Karatemoves nicht minder beeindruckende Prügelfeste abgefeiert hat? Ja es ist Van Damme. Und ja, er spielt hier in einer Komödie mit. Seit seinen größten Erfolgen in den 90iger Jahren mit Filmen wie Universal Solders (1992) oder Harte Ziele (1993) konnte Van Damme in den letzten Jahre keine großen Kracher mehr verbuchen. Meistens waren es Actionfilme der unteren B-Kategorie mit deutschen Titeln, die einen bereits die komplette Story verraten haben. Terror im Zug (2002) wäre zum Beispiel so einer. Einzige positive Ausnahme war sein Film JCVD (2008), wo er sich selbst als gescheiterten Actionheld spielt. Auch Dschungelcamp ist jedoch ganz anders und passt eigentlich so gar nicht in seine Filmographie - was aber nicht unbedingt schlecht sein muss.
Chris arbeitet in einer Marketingabteilung für eine große Werbeagentur. Sein neustes Projekt an dem er und sein Team arbeiten ist das Design für die Verpackung eines Klopapiers. Als sein direkter Vorgesetzter ihm die Idee klaut und in der Chefetage als seine eigene ausgibt reicht es Chris und er beschwert sich beim Chef. Auch der CEO der Firma bekommt schon länger von den Streitigkeiten im Team einiges mit. Um dem ein Riegel vorzuschieben und die Gruppe wieder näher zusammenzubringen, plant er einen zweittägigen Trip auf eine abgelegende Insel, auf der das Team wieder zusammenfinden soll. Die Leitung des Überlebenstrainings übernimmt der extra dafür angeheurte Storm (Van Damme), ein knallharter Ex-Marine und damit das ziemliche Gegenstück von den streitsüchtigen Bürohengsten. Angekommen auf der Insel kommt es wie es kommen mit. Durch einen dummen Unfall verliert Storm die Truppe und diese sind von nun an auf sich alleine gestellt. Schon nach kurzer Zeit bilden sich à la Herr der Fliegen zwei Lager, die sich anfangen zu bekriegen - Büroalltag im Dschungel sozusagen.
Neben JCVD ist dieser Film sicher einer der ungewöhnlichsten Van Damme Filme. Auch wenn er nicht die Hauptrolle spielt, macht gerade die von Van Damme verkörperte Rolle des Storms den Film sehenswert, da er ganz offen seine austauschbaren Rollen der letzten Jahren persifliert. Ziemlich mutig eigentlich in einen Film selbst zu zeigen, wie einseitig die Rollen sind, die er man fortwährend spielt. Aus der Perpektive gesehen hat Van Damme genau wie für JCVD hierfür großen Respekt verdient. Der Humor kommt in dem Film wie erwartet meistens mit dem Holzhammer und ist oft flacher als die Insel auf dem das ganze spielt. Ohne Van Damme ging der Film sicher unter - wird aber durch seine Anwesenheit irgendwo zum Must-See-Filmtipp. Zumindest für Van Damme-Fans, die ihren Haudraufhelden mal in einer ganz anderen Rolle sehen wollen. filmdetails

Donnerstag, 11. April 2013

Filmkritik: Missing in Action 2 (1985)

Missing in Action 2 setzt - wie man bei dem Namen erwarten könnte - nicht an Teil 1 an, sondern spielt einige Jahre vor den Handlungen aus Teil 1. Und trotzdem ist es kein richtiges Prequel, sondern wurde im Nachhinein zu einem gemacht. Denn eigentlich handelt es sich bei Missing in Action 2 um den echten ersten Teil. Verwirrend? Ja, ein wenig - und deshalb bedarf dazu etwas Erklärung: Missing in Action Teil 1 und 2 wurden damals zeitgleich gedreht und waren daher von Grund auf als zwei storymässig sehr verbundene Filme ausgelegt. Ursprünglich sollte zuerst der zweite Teil als erstes rausgebracht werden und danach der erste, was chronologisch durchaus sinnvoll gewesen wäre. Aufgrund der großen qualitativen Unterschiede entschied sich das Studio jedoch kurzerhand den definitiv trashigeren Teil 1 als Teil 2 zu vermarkten - weshalb dieser zu einem Prequel-Widerwillen wurde.
Die Story - wie man vermuten kann nur nebensächlich - ist schnell erzählt. Im Prinzip erfährt man hier vor allem, wie es überhaupt zu den Ereignissen, insbesondere den Kriegsverbrechensvorwürfen, aus Teil 1 kommen konnte: James Braddock gerät gegen Ende des Vietnamkrieges nach einem Hubschrauberabschuss in die Gefangenschaft eines sadistischen Offiziers. Dieser will von ihm mit allen Mitteln ein Geständnis erzwingen, dass er sich den Kriegsverbrechen gegen die vietnamesische Bevölkerung schuldig getan hätte. Braddock, selbstverständlich unschuldig, bleibt lieber 10 Jahre im Dschungel gefangen, als ein Geständnis für eine Tat abzuliefern welche er nie getan hatte. Erst als ein Kamerad im Lager schwer erkrankt und ärztliche Hilfe benötigt wird Braddock schwach: Er unterschreibt ein Schuldbekenntnis. Doch als der Offizier des Camps sein Verbrechen bricht und Braddock trotz des Bekenntnisses nicht vor ein unabhängiges Kriegsgericht bringt, platzt Braddock der Kragen: Die Waffen sind kurzerhand gefunden und es kommt zum Chuck Norris-typischen Ein-Mann Feldzug bei dem eine halbe vietnamesische Armee draufgeht.
Das dieser Film noch schwächer als - der auch nicht unbedingt hochwertige - Teil 1 ist, wird einem schnell bewusst: Die erste Hälfe des Filmes passt eher in das Men-In-Prison-Genre als das es als Actionfilm durchgehen kann. Es wird zwar versucht komplexe Charaktere aufzubauen, was aufgrund der hölzernden Schauspieler (allen voran Chuck Norris) und diversen Torture-Einlagen nicht wirklich gelingt. Sinn hätte es durchaus gemacht, wenn man überlegt, dass dieser Film ursprünglich ja Teil 1 sein sollte. Die meisten Ansätze eine Geschichte um die Charaktere aufzubauen versumpfen damit schon im Anfang. Somit bleibt die Hoffnung auf einer actiongeladenen zweiten Hälfte des Filmes, die man durchaus serviert bekommt: Nachdem der erkranke Freund nun entgültig tot ist zeigt Chuck Norris, dass dies nicht der letzte Tote im Camp sein wird. Bei weitem nicht. Chuck Norris plättet - in Chuck Norris Manier halt - jede Menge aus amerikanischer Sicht bösartige Vietnamesen. Political Correctness sieht anders aus, doch wen stört das bei einem Chuck Norris Film? So werden nun Reihen von bösen Kommunisten ungenietet, während Braddock mit immer dickeren Wummen durchs Bild läuft. Da wären wir wieder bei den 3D-Shooter parallelen aus Teil 1. Doch auch hier: Wen stört das? Man bekommt Action satt, und das ist das, worauf man die erste Hälfte des Filmes sehnlichst gewartet hat. Empfehlbar ist der Film aber trotzdem aufgrund der zähen ersten Hälfte nur bedingt. Wer Chuck Norris mag, irgendwie auf Action steht oder einfach nur sinnlose US-Patriotische 80iger Jahre Filme sehen will ist hier an der richtigen Adresse. filmdetails

Samstag, 12. Januar 2013

TV-Kritik: Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!

quelle: wikipedia.de
Nach dem Tod von Dirk Bach ist es natürlich schwierig das Dschungelcamp so fortzusetzen wie es bisher lief. Sollte man denken jedenfalls. Wenn jetzt jemand behaupten würde, dass die Sendung damals mit Dirk Bach gut war, wäre das mehr als übertrieben. Ich bin ein Star - Holt mich hier raus! war - und ist - immer noch Trash-TV vom feinsten. Dummerweise hat dies aber zum großen Teil von Dirk Bach gelebt - ein kleiner dicker Mann in bunten Klamotten bestückt mit Plastikspinnen - viel trashiger geht es wirklich nicht mehr. Daran kommt auch Ich bin ein Moderator - und mach alles für Geld - Daniel Hartwich nicht ran. Dieser moderiert diese erste Sendung der neuen Dschungel-Staffel als Sideshow von Sonja Zietlow souverän weg - bringt aber die vorgeschriebenen zotischen Gags weitaus weniger lustig rüber als Dirk Bach. Hartwich nimmt sich - so bekommt man das Gefühl jedenfalls, wenn er in seinem Wildledersessel sitzt - sich fast zu ernst. Selbstachtung ist aber in dieser Sendung in jeglicher Position fehl am Platz - egal ob beim Moderator oder bei den Kandidaten.
Achja Kandidaten - von denen gabs bis jetzt irgendwie noch nicht allzuviel zu sehen bzw. zu hören: wenn die Kameras das Camp bei Nacht Predator-Like beobachten und man nur labernde Silhouetten herumlaufen sieht ist das leider nicht allzu spannend. Die Auswahl ist diesmal fast noch schäbiger als in der letzten Staffel: Oliva Jones und zusammen mit Helmut Berger die einzigen die fast A-Promi Status besitzen, natürlich nur im Vergleich zu den anderen. Interessantester Kandidat ist meiner Meinung aber nach Arno Funke - besser bekannt als Dagobert, der in den 90igern Jahren mit aufwendigen Bomben- und Geldübergaben-Basteleien Kaufhäuser erpresst hat. Was wir lernen? Offenbar lohnt sich Verbrechen nicht, wenn man nur knapp 20 Jahre später auf eine RTL-Gage für ein Trashformat angewiesen ist. Wer auf Würmer und anderes Kriechgetier steht - insbesondere im Mund eines C-Prominenten - kann durchaus einschalten.

Die Kandidaten im Überblick:
  • Olivia Jones
    • Drag-Queen und Travestiekünstler(in?) - offenbar der "A-Promi" unter den Teilnehmern.
  • Helmut Berger
    • Ein Schauspieler, der in mehr oder weniger bekannten Produktionen mit gemacht hat. Darunter in Filmen wie das Meisterwerk Der Pate 3 (Nebenrolle) oder dem Nazi-Sexploitation-Film Salon Kitty (Hauptrolle)
  • Fiona Erdmann
    • Eine Ex-Kandidatin vom Germanys Next Top Model - nie gehört und ich musste Wikipedia bemühen.
  • Georgina Bülowius
    • Auch hier musste ich Wikipedia bemühen und habe gelernt, dass Bülowius mal eine Kandidatin beim Bachelor war.
  • Allegra Curtis
    • Ebenfalls unbekannt: Eine Tochter von Tony Curtis die selbst offenbar im Leben nicht viel erreicht hat. Ich hab da einen Vetter der mal bei André Rieu im Orchester war - bin ich jetzt auch qualifiziert fürs Camp?
  • Iris Klein
    • Die Mutter von der Katzenberger - Verwandschaft reicht offenbar aus um Prominent genug für das Camp zu sein - wie wir aus Algebra - äh Allegra Curtis gelernt haben.
  • Silva Gonzalez
    • Sänger einer Band, die ich noch nie gehört habe.
  • Claudelle Deckert
    • Darstellerin aus "Unter Uns" - ich verzichte mal auf die Bezeichnung Schauspieler.
  • Joey Heindle
    • Noch ein Ex-Kandidat aus einer Castingshow. Diesmal DSDS.
  • Patrick Nuo
    • Sänger und Ex-Jury Mitglied einer Castingshow.
  • Arno Funke
    • Ex-Erpresser und in Anbetracht der Konkurrenz noch eine der schillernsten und ehrlichsten Personen im Camp, da er zumindest sein Geld selbst verdient hat und seine Prominenz immerhin selbst erarbeitet hat.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Filmkritik: Lebendig gefressen (1980)

Innerhalb kürzester Zeit werden in den USA mehrere Menschen per Giftpfeil und Blasrohr ermordet. Dabei stellt sich heraus, dass dahinter ein Indio steckt, der nach dem letzten Mord auf der Flucht von einem LKW überfahren wird. Dabei hat er einen Super 8 Film, auf dem sich Hinweise zum Verbleib der verschollenen Schwester der Amerikanerin Sheila Morris bergen.
Diese ist nämlich offenbar leichtfertig einer Purifikationssekte verfallen, die ein Weisser inmitten des Dschungels von Neuguinea gegründet hat, um dort die Eingeborenen mittels Drogen als seine willige private Kannibalenarmee zu kontrollieren. Sheila macht sich von nun an auf ihre Schwester aus den Fängen der Kannibalen und des irren Sektenführer zu befreien. An ihrer Seite steht dabei der kernige Mark - gespielt von Robert Kerman, einer genrebekannten Visage, die auch kein Problem darin sieht in regelmässigen Abständen hysterischen Frauen einmal zur Beruhigung ins Gesicht zu schlagen.
Soviel zur Story, die eigentlich nur dazu dient, dass ein paar Amerikaner im Dschungel von Neuguinea einige Begegnungen der besonders ekligen Art haben.
Während der bekannteste Vertreter des Kannibalenfilmes, Cannibal Holocaust, noch ansatzweise so etwas wie Atmosphäre oder Story aufweist, ist Lebendig gefressen über weite Strecken nur noch eine absurde Aneinanderreihung diverser Grausamkeiten gegen Tier und Mensch. Die Höhe bietet dabei wohl die Darstellung der Klischee Kannibalen inklusiver alberner Gesichtsbemalung und Topffrisur. Selbst für damalige Verhältnisse ist die Darstellung der verschiedenen Gruppen einfach überzogen und unverschämt. Die Eingeborenen werden meistens als gewaltgeile Wilde dargestellt, die sich - wenn sie nicht gerade Amerikaner schlachten - irgendwelche grüne Suppen mit rohen Tieren reinziehen. Auch diverse perverse Rituale wie das sich gegenseitige abschneiden von Körperteilen oder das Trinken von Tierblut gehört für Umberto Lenzi offenbar zum Alltag eines Ureinwohners in Neuguinea.
Stehend für diesen fast rassistischen Subkontext ist das Ende in der Orignalversion, als - zurück in der vermeintlichen Zivilisation, nämlich New York - ein Professor meint, dass man der Öffentlichkeit nichts über die Kannibalen erzählen sollte. Sheila antwortet darauf im Wortlaut: Die ganze Welt soll wissen, dass die Steinzeit noch existiert. Nicht alle Leben im modernen Zeitalter. Ja, nicht alle leben im modernen Zeitalter - für Umberto Lenzi hat das offenbar auch zugetroffen. Na dann, guten Appetit. filmdetails
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