Freitag, 9. November 2018

TV-Kritik: Adam sucht Eva

(c) Warner Bros. International TV Productions GmbH / RTL
Letzes Jahr hab ich an dieser Stelle geschrieben, dass sich neben Ich bin ein Star - Holt mich hier raus noch ein anderes Trash-Format bei RTL etabliert hat: Dies stimmt nicht so ganz. Es gibt ja noch Bauer sucht Frau - die Mutter aller Kuppel-Shows. Dies hab ich vergessen zur erwähnen - tut aber nichts zur Sache, denn hier geht es erneut um Adam sucht Eva. Die Nacktkuppel-Show schlechthin von unserem Lieblingssender (nach Tele 5). Und ja, richtig gelesen: Die Show heißt nur Adam sucht Eva - den Zusatztitel Gestrandet im Paradies bzw. Promis im Paradies hat man der einfachheit halber weggelassen. Warum auch unnötig kompliziert machen - bei einer Show bei der so ziemlich alles auf ein Minimum reduziert ist: Kleidung der Darsteller, Selbstwertgefühl der Selbigen, Kontostand von Gina-Lisa Lohfink nach einem misslungen Real-Life Auftritt vor Gericht. Man kann sich ausmalen, was in dieser Staffel alles auf einen zukommt, solang man in Richtung TV-Geschmack eine extrem niedrige Niveau-Messlatte hat und auch gleichzeitig beim Thema Fremdschämen keine Probleme besitzt. Dschungelcamp erprobte Zuschauer sind hier klar im Vorteil: Willkommen bei RTL. Willkommen bei Adam sucht Eva. Wir schaffen das.
Nungut - das wohl wichtigste Detail ist eine kleine Änderung im Setting: Anstatt auf einer Südsee Insel spielt das Ganze inzwischen im Mittelmeer auf einer Yacht. Daher hätte der Zusatztitel Gestrandet im Paradies ohnehin nicht mehr funktioniert. Und da der dümmliche Wortspiel-Titel Yacht nach Liebe tatsächlich schon anderweitig Anwendung gefunden hat, bleibt es wie oben erwähnt einfach nur bei Adam sucht Eva (auf einer Yacht).
Bei den Kandidaten handelt es sich in dieser Staffel um 10 Teilnehmer die sich regulär beworben haben sowie 3 Prominente, die RTL auserkoren hat. Wobei "Prominente" hierbei sehr nett umschrieben ist: Einzige - aus TV und Gerichten - bekannte Person dürfte Gina-Lisa Lohnfink sein. Die beiden anderen Teilnehmer haben aktuell nicht mal einen Wikipedia-Eintrag, was schon was heißen muss. Die 10 anderen Teilnehmer sind ohnehin nur mehr oder weniger Beiwerk der Sendung. Ein Student zum Beispiel oder ein Unternehmer (was immer das heißen soll). Doch nicht nur, dass Gina-Lisa Lohfink als erstes das Liebesboot betreten durfte - auch sonst dreht es sich die meiste Zeit um sie. Gina hier, Lisa da. Die Frau mit den Brüsten aus dem 3D Drucker hat in der ersten Folge mit Abstand die meiste Screentime bekommen. Verübeln mag man es RTL nicht - Unterhaltungswert hat die Dame immerhin.
Wer die Zielgruppe dieser Sendungen ist, kann man schlecht sagen: Wie bei der Bild Zeitung mag es ja offiziell keiner - trotzdem wird sie tausendfach gekauft. So auch hier: Über die Einschaltquoten durfte sich RTL bereits bei der letzen Staffel nicht beschweren - und das wird diesmal nicht anders sein. Die Planung für die nächste Staffel läuft mit Sicherheit schon auf Hochtouren (Jedenfalls kann man davon ausgehen, wenn nach jeden Werbeblock die E-Mail Adresse für Bewerbungen eingeblendet wird). Wer die Zeit bis zum Dschungelcamp mit einem etwas anderen Trash-TV überbrücken will, kann ab jetzt jede Woche bei RTL einschalten.

Donnerstag, 1. November 2018

Halloween Spezial - Filmkritik: Bordello of Blood (1996)

(c) '84 Entertainment
Der traditionelle Halloween Horrorabend ist in diesem Jahr etwas schmaler ausgefallen: Nachdem es um 19:00 Uhr Hamburger mit Painmaker BBQ Sauce gab, ging es direkt mit zwei Filmen weiter. Ja, tatsächlich nur zwei Filme - wovon jeder der Beiden gerade mal Spielzeiten von nicht einmal 90 Minuten hatten.
Film zwei war Albert Pyuns Dollman, dem letztes Jahr bereits an dieser im Halloween-Monat eine Rezension spendiert wurde und der deshalb hier nicht näher erwähnt werden muss.
Interessanter war für mich daher Film Nummer 1: Hier handelte es sich um Bordello of Blood. Zugegebenermaßen ziemliches Neuland für mich, da ich bis auf ein paar einzelne Episoden ein ziemlicher Geschichten aus der Gruft Anfänger bin. Dies wird - bzw. muss - sich jedoch jetzt ändern: Der Film hat mich nämlich vollens überzeugt. Weniger trashig als ich befürchtet habe, teilweise ganz schön blutig - aber stets mit einer gewissen Selbstironie.
Irgendwo in Südamerika: Eine Expedition, angeführt von dem kleinwüchsigen Vincent, entdeckt die Grabkammer einer uralten Gruft. Hier liegt seit über 400 Jahren Lilith begraben: Ein mächtige Vampirin, die einst getötet wurde und deren Herz in vier Teile getrennt auf der ganzen Welt verteilt wurde. Eigentlich sollte so gesichert sein, dass diese Dame nie wieder aufwacht. Wäre da nicht Vincent, der besessen ist von der Idee die Vampirin wieder zum Leben zu erwecken. Nachdem er der mumifizierten Vampirfrau die fehlenden Herzteile eingepflanzt hat, erwacht diese nun zum Leben. Ein großer Fehler wie man sich denken kann.
Einige Zeit später in einer amerikanischen Kleinstadt: Teenager Caleb (gespielt von Corey Feldman) lebt bei seiner älteren Schwester und macht nur Probleme. Nachdem er sich wieder einmal mit seiner Schwester verkracht haut er ab und sucht zum Frust ablassen ein vermeintliches Bordell auf: Was er nicht weiß, die Puffmutter ist niemand anderes als Lilith, die sich zwischenzeitlich mit Vincent in der Stadt niedergelassen hat. Nicht verwunderlich also, dass in dem Freundhaus statt normaler Frauen Vampire arbeiten. Als Caleb mehrere Tage verschwunden bleibt beauftragt seine Schwester den exzentrischen Privatdetektiv Guttman mit der Suche ihres Bruders. Dieser deckt nach und nach immer mehr dunkle Geheimnisse in der Kleinstadt auf.
Bei Bordello of Blood handelt es sich bereits um die zweite Spielfilmadaption aus der Geschichten aus der Gruft Serie. Wie Eingangs erwähnt, bin ich hier kompletter Neuling und kenn Teil 1, Ritter der Dämonen, bis jetzt noch nicht. Daher kann ich keinen Vergleich ziehen - jedoch behaupten, dass mir dieser Teil schon einmal sehr gefallen hat. Wie in der Serie (bzw. die Folgen die ich kenne) kommt hier der schwarze Humor nicht zu kurz. Trotz aller Brutalitäten kann man immer wieder lachen, was vor allem an den Hauptdarsteller Dennis Miller liegt, der hier einen exzentrischen Privatdetektiv spielt, der für Geld so ziemlich alles macht - gleichzeitig aber auf jegliche Konventionen scheißt. Jeder bekommt hier sein Fett weg: Sei es das klischeehafte amerikanische Kleinstadtleben oder die in den USA sehr verbreiteten TV Prediger, welche meisten dann doch eher an den heiligen Dollar als an Gott glauben. Das die Spielzeit hier nicht mal 90 Minuten beträgt ist alles andere als negativ: Der Film erzählt alles, was er erzählen will und wird somit zu keiner Minute langweilig. Da es sich gefühlt ohnehin um einer überlange TV Epidode handelt, wäre hier eine Spieldauer von 2 Stunden übertrieben. Zusammengefasst: Ein wunderbarer Halloween-Film, den der Horrorfan aber auch an jeden anderen Tag im Jahr genießen kann. Auf der nächsten Filmbörse ist das Mediabook von '84 Entertainment ein Pflichtkauf. filmdetails

Mittwoch, 19. September 2018

Filmkritik: Murphy's Law (1986)

(c) Capelight
Irgendwie war Charles Bronson so etwas wie der Liam Neeson der 80iger Jahre. Zumindest, was seine bekanntesten Rollen angeht: Meistens spielte er einen zornigen mittelalten Mann, der das Gesetz selbst in die Hand nimmt, weil es sonst niemand für ihn tut. Neben der bekannten Ein Mann sieht Rot Reihe schlägt Murphy's Law genau in die selbe Kerbe. Ein Film, wie er heute aufgrund von Political Correctness kaum noch einen Produzenten finden würde.
Murphy ist ein abgehalfterter Bulle, der seine besten Jahre hinter sich hat. Getrennt von seiner Frau lebend versinkt er in Selbstmitleid und sucht seinen Trost auf dem Boden einer Whisky Flasche. Während er die Nächte durchsäuft oder in heruntegekommenden Stripclubs verbringt (wo seine Ex-Frau zwischenzeitlich arbeitet) versucht er mehr schlecht als recht tagsüber den Polizeidienst zu meistern. Mehr als einmal kommt er angetrunken auf die Arbeit und handelt sich hier zusätzlichen Ärger mit den Kollegen ein. Als ob das nicht alles schon genug ist, holt ihn ein Schatten aus der Vergangenheit ein: Eine unbekannte Person erschiesst mit Murphys Dienstwaffe seine Ex-Frau und Ihren neuen Liebhaber. Alle Welt denkt nun, dass Murphy zwischenzeitlich komplett von Sinnen wäre und den Mord getan hat. Das dies nicht so ist muss Murphy nun beweisen. Gekettet in Handschellen an eine pausenlos plappernde Autodiebin gelingt ihn die Flucht.
Angesiedelt ist der Film irgendwo zwischen Revenge-Action und Buddy Movie. Der "Buddy" ist hierbei die eben erwähnte andauernd redende junge Frau, die dem Zuschauer schon nach 5 Minuten tierisch auf die Nerven geht. Dies ist leider - oder zum Glück - jedoch das einzige Manko an dem Film. Sonst bewegt sich Murphys Law auf guten Durchschnitt, was man bei einem 80iger Jahre Actionfilm erwarten kann: Ein Mann, der im Alleingang sich mit der kompletten Polizei anlegt und außerdem noch einen privaten Rachefeldzug gegen ein Mafia-Kartell startet. Action gibt es satt - inklusive diverser Schieß- und Prügeleien. Wer sich von der nervigen Autodiebin nicht abhalten lässt den Film zu sehen wird mit einen eher unbekannten - aber qualitativ nicht schlechten Film belohnt, der es locker mit den Death Wish Fortsetzungen auf sich nehmen kann. filmdetails

Freitag, 7. September 2018

Filmbörse in Neu-Isenburg

Und schon wieder ein viertel Jahr rum: Treffpunkt wie immer für alle Film-Nerds im Rhein-Main Gebiet am Wochenende ist die Hugenotten-Halle in Neu-Isenburg.  Übermorgen, am 9.9 können alle Filmfans ab 18 Jahren wieder in einer großen Auswahl B-, C-Movies, Horrorfilmen und Trash-Klassikern einkaufen gehen.

Dienstag, 28. August 2018

Filmkritik: Black Emanuelle und die letzen Kannibalen (1977)

(c) XT Video
Nach langer Hitzepause und erstmal Temperaturen unter 30 Grad im Filmzimmer steht mal wieder ein richtiger Trash-Abend an. Die Wahl viel auf einen Film mit Laura Gemser - ein wenig inspiriert vom letzen Schlefaz auf Tele 5, wo Gemser die Todesgöttin im Liebescamp darstellen durfte.
Dieser Film heute ist noch eine Stufe trashiger und wird daher den Weg nie ins TV schaffen (und natürlich weil er bis dato sowieso nicht von der FSK geprüft ist). Es handelt sich um Black Emanuelle und die letzten Kannibalen - von Italo Trashmeister Joe D'Amato persönlich, der aus monetären Gründen auch mal was mit Kannibalen und nackten Frauen machen wollte. Ob das ganze gelungen ist, versuchen wir an dieser Stelle mal herauszufinden.
Zunächst, auch wenn es der Name es vermuten lässt: Die Black Emanuelle Filme haben mit der französischen Original Emmanuelle nichts zu tun. Um einem Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen wurde daher auch die Schriftweise mit einem M gewählt. Es handelt sich bei den Black Emanuelle Filmen auch nicht mehr um reine Softporno-Schnulzen sondern um knallharte (S)Exploitation wie auch bei diesem Film. Wie zu erwarten prägen also Sex und Gewalt die Handlung, was aber in erster Linie einen Rahmen bieten soll Laura Gemser gefühlt alle 10min mindestens einmal nackt zu zeigen (und in der zweiten Hälfte des Filmes auch diverse Kannibalen-Perservitäten zu präsentieren). Also genau das, was ein Fan des Genres erwartet. Positiv anzumerken ist, dass trotz der Kannibalenhandlung auf umfassende Tiersnuffszenen verzichtet wurde, was im den Genre ja leider keine Seltenheit darstellt.
Um für eine Story an brisante Informationen zu gelangen, lässt sich Reporterin Emanuelle Undercover in eine Irrenanstalt einweisen. Dort begegnet sie einer jungen Frau, die jahrelang bei einem Kannibalenstamm gelebt hat. Diese Frau hat eine mysteriöse Tätowierung auf dem Bauch, die Hinweise darauf gibt, wo sich dieser Stamm aufhalten könnte. Ihr Verleger-Boss wittert eine heiße Story und schickt Emanuelle kurzerhand zu den Kannibalen um die Informationen aus erster Hand zu bekommen. Das dies eine schlechte Idee ist, kann man schon am Anfang erahnen: Nicht lange dauert es, bis das Reporter- und Wissenschaftlerteam Stück für Stück dezimiert wird.
Ob der Film objektiv gesehen gut ist? Nein selbstverständlich nicht. Weder Drehbuch, noch Darsteller, Regie oder Effekte können in irgendeiner Weise überzeugen. Und glaubt man Regisseur D'Amato war das Ziel auch nie einen guten Film zu drehen - sondern einen, der Kasse macht.
Besonders die Dialoge sind an Sinnfreiheit oftmals nicht zu überbieten. Beispiel gefällig? Ich hab mir Sorgen um dich gemacht - wegen der Irrenhaus-Reportage. Das muss ein irres Erlebnis gewesen sein.
Würde der Film sich nicht selbst so ernst nehmen, würden solche Textzeilen auf eine Komödie hindeuten. Zusammengefasst sind die letzten Kannibalen jedoch ein durchaus unterhaltsamer Film, der an Trash-Niveau nur schwer zu über- bzw. eher unterbieten ist. filmdetails

Freitag, 3. August 2018

Schlefaz Staffel 6 - Teil 2

Und weiter gehts: Ab heute startet nach der Sommerpause endlich der zweite Teil der neuen Schlefaz Staffel. Hier die Übersicht der Sendetermine - diesmal wieder zur gewohnten Zeit um ab etwa 22:00 Uhr:

Fr. 03.08 - Die Rückkehr des King Kong (1962)
Fr. 10.08 Strippers vs Werewolves (2012)
Fr. 17.08 Slugs (1988)
Fr. 24.08 Die Todesgöttin des Liebescamp (1981)
Fr. 31.08 Atomic Shark (2016)
Fr. 07.09 Die Insel der Ungeheuer (1976)
Fr. 14.09 Sorceress - Die Mächte des Lichts (1982)
Fr. 21.09 Cowboys vs. Dinosaurs (2015)

Donnerstag, 28. Juni 2018

Filmkritik: Death Wish (2018)

(c) Universum Film GmbH
Die Wahrheit ist: Ein Film ist ein Film. Ein Film ist Fiktion. Und egal welches Genre - abgesehen von Dokumentationen oder einer Biografie bildet ein Film fast immer fiktionale Geschichten ab. Und der Zuschauer schaut dies in den meisten Fällen genau aus diesem Grund: Ob The Fast and the Furious oder Der Herr der Ringe - der Zuschauer ist kein Hobbyrennfahrer oder Hobbit - auch wenn er sich ein paar Stunden mit diesen Rollen identifizieren wird. Nach spätesten drei Stunden lang hat einen der Alltag wieder eingeholt. Und genau das ist der Grund, weshalb Filme oftmals - oder eigentlich immer - Sachen zeigt, die man selbst nicht erlebt oder meistens auch gar nicht erleben will. Nicht anders ist es bei Death Wish - dem Remake von Ein Mann sieht Rot (original Titel ebenfalls Death Wish). Einem knallharten Selbstjustiz Thriller mit Charles Bronson. Doch wie zu erwarten ist das Remake heute ein Skandal für das sich der Regisseur rechtfertigen muss. Wie kann man nur? Ein Plädoyer für Selbstjustiz! Genau das selbe geschah bereits vor über 40 Jahren und war natürlich auch damals ein Skandal. Nur in wenigen Genres ist es so auffällig, wie die Meinung der Zuschauer mit der der Kritiker auseinanderdriftet: Trailer Bewertung bei Youtube: Über 95 Prozent positive Stimmen. Bewertung bei imdb: Etwas überdurchschnittliche 6.4 von 10 Punkten, was Eli Roth eine seine besten Regie-Bewertungen bereitet. Rotten Tomatoes: 17 von 100 Punkten - eine desaströse Wertung. Rotten Tomatoes stellt aber den Durchschnitt der Kritiker Wertung dar. Wie kann es dazu kommen?
Paul Kersey ist das Abziehbild eines weißen Mannes der den amerikanischen Traum lebt: Arzt, gebildet, Frau, eine Tochter die gerade zur Uni zugelassen wurde und ein großes Eigenheim. Alles läuft scheinbar perfekt - bis zu dem Tag, als ein Gangsterbande in der Abwesenheit von Kersey bei einem fehlgeschlagenen Einbruch seine Familie brutal überfällt. Die Polizeiarbeit zur Aufklärung läuft allerdings schleppend, da die Cops aufgrund der hohen Kriminalitätsrate aktuell komplett überlastet ist. Durch einen Zufall kommt Kersey - der bis jetzt Konflikten eher aus dem Weg gegangen ist - an eine Waffe. Kein Zufall ist es, dass sich Kersey im nächsten Schritt auf den dunklen Pfad der Selbstjustiz begibt und die Aufklärung des Falles selbst in die Hand nimmt.
Wow - nur selten gibt es Filme mit so extremen Differenzen zwischen Publikum und Kritikern. Während bei Youtube und imdb vor allem von normalen Zuschauern bewertet wird, ist es bei Rotten Tomatoes eine durchnittliche Kritiker Wertung. Von Magazinen, Websites und Leuten die sich selbst irgendwie als Kritiker berufen fühlen.
Auffällig ist, dass diese Wertung - unabhängig von dem Unterhaltungswert des Filmes - jedoch vor allem politisch korrekt sein wollen, was man in den Zeiten von #metoo durchaus verstehen kann. Ein falsches Wort geschrieben und der nächste Shitstorm zieht schneller auf, als ein Sommer-Gewitter. Da der Film auf alles scheißt, was politisch korrekt ist, kann - und wird - vielen Leuten jedoch nicht so richtig gefallen: Der Zuschauer wird nämlich alles andere als an die Hand genommen. Er musste sich sein eigenes Bild machen. Ein wenig sieht man hier parallelen zum ersten Starship Troopers von vor etwa 20 Jahren: Zunächst wurde der Film von den Kritikern verachtet. Er sei gewaltverherrlichend und würde faschistische Regime verherrlichen. Die meisten Fans liebten den Film jedoch von Anfang an - und sahen diverse Anspielungen und die satirische Komponenten - welche den den meisten Profi-Kritikern wohl komplett entgangen sind. Jahre hat es gedauert, bis die gebildete Mittelschicht begriffen hat, dass es um weit mehr ging. Offenbar sehr ähnlich verhält es sich gerade mit dem Remake von Death Wish: Genau wie das Original muss der Film sich rechtfertigen. Sogar der Regisseur muss sich rechtfertigen. Er muss liefern. Warum und wieso entwickelt sich die Story so, wie sie sich entwickelt? Oder wurde Eli Roth gar von der NRA (des nationale Schusswaffen Verband der USA) gesponsored?
Und genau an dieser Stelle wiederholt sich die Geschichte: Wie vor 40 Jahren ist es die Sache des mündigen Zuschauers die Handlung selbst einzuordnen. Der Film zeigt nur die Geschehnisse, die - nach aktueller Lage - nicht einmal abwegig erscheinen. Nur in die gewünschte Wohlfühlwelt einiger Kritiker passt dies jedoch überhaupt nicht. Ein weißer Mann über 50 rastet aus und rächt seine Familie. Einige Opfer sind schwarze bzw. Latinos. Eine "Powerfrau" in dem eSinn gibt es nicht - sondern nur die Ehefrau und Tochter, die beschützt werden sollten. Gewaltätige Aktionen werden nicht direkt hinterfragt, sondern die Bewertung frecherweise komplett auf den Zuschauer übertragen. Ein Film wo man sich Gedanken machen kann. Das ganze aber immer wieder mit ironischen Untertönen (z. B. wenn im Waffenladen es zur Flinte gleich den passenden Beistelltisch gibt) versetzt. Wie kann man nur politisch so verdammt unkorrekt sein und es dazu noch wagen bei einem Actionfilm die Einordnung was richtig oder falsch ist dem Zuschauer gar selbst zu überlassen?
Und genau an dieser Stelle hat es Eli Roth mit einer guten - wenn auch nicht exzellenten - Regie wieder einmal geschafft: Er ist im Gespräch. Vor 15 Jahren war es Hostel, wo Roth genau wusste welche Knöpfe des Feuilletons er drücken muss. Damals war es die überzeichnete Gewalt. Und heute macht er offenbar wieder alles richtig. Ein etwas überdurchschnittlicher Film - mit hohen Unterhaltungswert und viel Action - bekommt durch die politische Brisanz einen Schub, welchen er aus alleinigen Antrieb niemals erreicht hätte. Ein guter Film, der sich sehr gut inzeniert und über den geredet wird. Zusammengefasst ein absoluter Filmtipp für Fans des klassischen Actionkinos. filmdetails

Donnerstag, 7. Juni 2018

Filmkritik: Vampyros Lesbos – Die Erbin des Dracula (1971)

(c) ELEA-Media
Das der Regisseur Jesus Franco heißt, ist bei so einem Filmtitel nicht unbedingt unerwartet: Immerhin handelt es sich hier um eine erotische Neuauflage von Bram Stokers alltime Klassikers. Erotisch insofern, als das, was man Anfang der 70iger Jahre für erotisch hielt im Film. Also ein paar Brüste - und ansonsten ein eher plumper Softporno mit Vampiren. Und damit wäre der Bogen zu Jesus Franco wieder hergestellt: Wenn es nämlich um kinotauglichen Softsex ging (und ab und zu auch mal Hardcore Varianten für den VHS Markt) kamen Produzenten um Franco ohnehin nicht herum. Kommerziell gesehen war Franco immer ein Garant. Und so auch hier, wo Franco auch direkt sein Drehbuch beisteuern durfte. Nun ja, soviel zur Vorgeschichte.
Die Geschichte des Filmes ist - wie erwähnt - im Prinzip die klassische Dracula Geschichte. Einziger Unterschied: Alle relevanten Personen wurden durch Frauen ausgetauscht, die alle Nase lang sich frei machen. Linda (welche die Rolle des Jonathan Harker übernimmt), hat seit Monaten immer wieder den selben Traum: Eine attraktive Frau umwirbt und verführt sie. Ein Ruf aus dem Nichts, wie Linda es später selbst nennt. Ohne es genau zu wissen wieso, macht sich Linda auf den Weg die Frau zu suchen. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei der geheimnisvollen Frau um eine Gräfin, die das Blut junger Frauen zum Leben benötigt. Angekommen auf deren Schloss wird Linda in allerlei erotische Eskapaden verwickelt.
Viel eigenes hat Franco zu der Story nicht beigetragen. Die meiste Zeit orientiert sich der Film tatsächlich sehr stark an der Vorgabe. Dies hat Vor- und Nachteile: Der Vorteil ist ganz klar, dass man hier einmal einen Jesus Franco Film sieht, der eine wirklich gute Story liefert. Auch wenn dies natürlich keine Eigenleistung von Franco darstellt. Der Nachteil des Filmes: Der jämmerliche Rest. Auch wenn die Darstellerinnen und Darsteller durchaus glaubwürdig sind, macht sich schnell Langweile breit. Die Darstellerinnen fingern sich von Szene zu Szene. Nennenswerten Plottwists - welche die Eigenleistung von Franco unterstreichen könnten - oder ähnliches sucht man vergeblich. Auch sonst ist der Film relativ langatmig und zu untrashig, um als wirklicher Unterhaltungsmüll zu zählen. Die meisten Zeit passiert nämlich, bis auf ein paar Befingerungen der Gräfin (untermalt mit dem obligatorischen 70iger Synthesizer Gedudel)- fast nichts. Sogar die Spieldauer von 89 Minuten kommt einen fast unerträglich lang vor. Wer schon so ziemlich alles gesehen hat, kann hier einen Blick wagen. Für alle anderen: Es gibt wesentlich unterhaltsamen Schund von Franco den man gesehen haben sollte, bevor man sich Vampyros Lebos ansehen sollte. filmdetails

Donnerstag, 24. Mai 2018

Filmkritik: Curtains - Wahn ohne Ende (1983)

(c) Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
Ein Puppen-Horror ohne Puppen. So könnte man Curtains - Wahn ohne Ende ganz gut zusammenfassen. Und wenn sich jemand fragt, warum ich überhaupt auf Puppen-Horror komme, der sollte ich das deutsche - aber auch das internationale - Cover einmal ansehen. Nur deshalb hab ich auf einen ähnlichen Film wie Chucky - Die Mörderpuppe gehofft. Am Ende war es jedoch ein ganz "normaler" 80iger Jahre Slasher. Die Puppe hat hier allenfalls eine Nebenrolle und besitzt nicht einmal einen eigenen Charakter. Doch mal abgesehen von der Fake-Packung - was taugt der Film sonst?
Jonathan Stryker ist ein bekannter Regisseur und casted aktuell die Besetzung für seinen neusten Film: Mit von der Party will auch diesmal die alternde Schauspielerin Samantha Sherwood sein. Da es bei der Rolle um eine wahnsinnige Killerin geht, hat Samantha sich einen ganz besonders raffinierten Plan ausgedacht: Sie lässt sich freiwillig in eine Nervenheilanstalt einliefern um von den Insassen zu "lernen" und sich optimal auf die Rolle vorzubereiten. Ok - raffiniert ist was anderes: Diese Aktion war im Nachhinein mehr als dumm, wie sich bald herausstellt. Stryker will nämlich mit Samantha nichts mehr zu tun haben. Dieser lädt sich sechs attraktive jüngere Schauspielerinnen in eine abgelegene Villa zu einem privaten "Casting", bei dem selbst Harvey Weinstein neidisch werden würde, ein. Doch nach kurzer Zeit gerät alles aus dem Ruder: Eine Schauspielerin nach der anderen wird von einem mysteriösen Killer umgebracht.
Zwei Probleme gibt es mit Curtains - Wahn ohne Ende: Erstens ist der Film zu langatmig und zweitens nimmt er sich selbst zu ernst. Obwohl es immer wieder einige gute Splatterszenen (und auch einen gewissen Spannungsaufbau gibt), kommt der Film nie wirklich in Fahrt. Dies liegt vor allem an der erwähnten Langatmigkeit. Story gibt es nämlich nicht so viel - dafür werden einige Szenen extrem ausgebaut, die weder etwas mit der Story zu tun haben - noch ansatzweise passend wären. Beispiel?
Eine Frau badet, macht sich bettfertig, schenkt sich Wein ein, legt sich ins Bett, liest etwas in einem Buch, steht wieder auf und holt nochmal Wein, geht darauf wieder ins Bett liest weiter, holt noch mal Wein und begibt sich wieder ins Bett zum Buch. Plötzlich taucht ein maskierter Mann auf und fängt an die Frau zu vergewaltigen. Noch während der Vergewaltigung nimmt der Mann die Maske ab und es stellt sich heraus, dass es ihr Freund ist, der ihr eine "Überraschung" bereitet hat. Abgesehen davon, dass die Reaktion der Frau völlig absurd ist, wird diese verwirrende Szene auf bald 5 Minuten getreckt. Wenn das Ganze noch ein wenig übertrieben mit einem Augenzwinkern gemeint wäre, könnte es durchgehen - aber genau hier liegt das Problem: Im Gegensatz zu diversen anderen Horrorfilmen (wie z. B. der erwähnte Chucky) nimmt dieser Film sich komplett ernst. Hier ist kein Ansatz von Selbtironie oder Sarksmus zu erkennen. Auf der anderen Seite reicht es jedoch auch nicht für einen ernsthaften Thriller. Der Film weiß offenbar über weite Strecken selbst nicht so genau, was er sein will. Angefangen bei dem Cover (wo jeder einen Puppenhorror erwartet) bis hin zu Story, alles wirkt wie nichts Halbes und nichts Ganzes. Für einen Filmtipp wird hier zu wenig geboten - und um als unterhaltsamer Trash durchzugehen ist er technisch wiederum zu gut gemacht. Zusammengefasst ein Film, der schwierig ist einzuordnen, in jeglicher Hinsicht. filmdetails

Samstag, 12. Mai 2018

Filmkritik: Deep Blue Sea 2 (2018)

(c) Warner Home Video - DVD
Selten gibt es Filme, deren Fortsetzungen fast 20 Jahre auf sich warten lassen. Auf Anhieb fällt mir tatsächlich keiner ein. Außer dem mir gerade vorliegenden Film natürlich: Deep Blue Sea 2. Ursprünglich schon im Jahre 2008 angekündigt, wurden sämtliche Pläne über Bord geworfen und das Projekt auf Eis gelegt. 2017 erschien dann urplötzlich ein Trailer zu der Fortsetzung des Tierhorrors mit LL Cool Jay und Samuel L. Jackson. Beide Ikonen sind diesmal allerdings nicht mit dabei.
Carl Durant, ein exzentrischer Milliardär, lebt irgendwo auf einer Insel vor Südafrika. Und wie es bei einem Menschen so ist, der alles besitzt was man sich vorstellen kann, hat auch Durant seine ganz speziellen Hobbies: Bei ihm sind es Haie. Diese will er mit einer Art Droge fügsam machen und Ihnen das Lernen lernen beibringen. Das ganz genaue Ziel von Durant ist zwar nicht klar definiert - aber hier sieht man eindeutig warum sich dieser Teil als Fortsetzung betrachtet. Intelligente Haie! Bis auf diese Parallele gibt es im Großen und Ganzen jedoch keinerlei Gemeinsamkeiten mit dem Actionfilm von 1999. Wie auch immer: Die Geschichte beginnt ein wenig wie Jurassic Park.
Misty Calhoun, eine angesehene Meeresbiologin mit dem Schwerpunkt Haien, soll gemeinsam mit zwei weiteren Wissenschaflern Durant bei seiner Forschung unterstützen. Im Gegenzug sichert ihnen Durant das Forschungsbudget für mehrere Jahre zu. Angesichts der knappen öffentlichen Gelder also keine Frage, dass Calhoun zusagt und nach Südafrika reist. Das dort nach nur kurzer Zeit die Experimente komplett entgleisen braucht man wohl nicht weiter erwähnen. Wie in Jurassic Park ist nämlich eines der Weibchen Schwanger.
Ok - wie man sieht wagt der Film nicht viel Neues. Man hat alles irgendwie schon einmal gesehen und/oder es ist einfach geklaut. Trotzdem: Die ersten 30 Minuten wirken gar nicht mal so schlecht. Michael Beach als irrer Milliardär gibt eine gute Rolle ab. Auch der Aufhänger ist Anfangs gar nicht so schlecht. Ab der Mitte des Filmes wird einem jedoch bewusst, wo man sich befindet: In einem Direct-to-DVD B Movie der eher unteren Kategorie. Die "Effekte" könnten in dieser Fom auch in der Stuntshow eines Freizeitpark zu bewundern sein. Besonders schlecht: Wenn die Forschungsstation "bebt" (warum auch immer), wird versucht mit einer wackelnden Kamera und herumschwankenden Leuten versucht dieser Effekt zu erzielen. Dies erinnert allerdings an die Godzilla Filme der 80iger Jahre und ist selbst in einem B-Movie von 2018 nicht mehr state of the art. Trotzdem hielt man es offenbar für einen guten (vor allem kostengünstigen) Effekt, das er gleich mehrmals eingebaut wurde. Und auch sonst: Unterhaltsam mag der Film sein (besonders als Trashfilm, wenn man ihn so annimmt) - gut ist er nicht. Miese Effekte, eine vorhersehbare Story, Darsteller die funktionieren - aber mit denen sich niemand identifizieren will. Für einen Schlefaz bzw. Trashfilmabend durchaus geeignet sollten Cineasten einen großen Bogen um dieses Machwerk machen. filmdetails

Samstag, 5. Mai 2018

Filmkritik: Leatherface (2017)

(c) Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
Bei Leatherface handelt es sich bereits um den achten Film aus der Texas Chainsaw Massacre Reihe. Und genauer betrachtet handelt es sich hierbei irgendwie sogar um den ersten Teil der Reihe überhaupt: Ein Prequel zu den ursprünglichen Film von Tobe Hooper aus dem Jahre 1974. Gedreht im Jahre 2017- angesiedelt aber noch vor The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning aus dem Jahre 2006 - der 1969 spielt - beginnt Leatherface schon im Jahre 1955. Zunächst etwas verwirrend - ergibt es dennoch Sinn und passt genau in die TCM-Timeline. Doch genug der harten Daten und Fakten.
Unser Film startet dann also zehn Jahre später 1965 irgendwo in Texas und damit vor allen anderen Filmen im TCM Universum überhaupt: 
Durch einen Hinterhalt wird die Tochter des Sheriffs, Betty, in eine abgelegene Scheune gelockt: Was sie nicht ahnt ist, dass die Scheune der berüchtigten Sawyer Familie gehört - und wie zu erwarten ihre Überlebenschancen auf deren Grundstück nicht allzu hoch sein werden.
10 Jahre später: Jedidiah - ein Sohn der Sawyers, der bei dem Vorfall mit Betty damals mit gerade einmal 8 Jahren mitschuldig gesprochen wurde - ist inzwischen in einer geschlossenen Anstalt untergebracht. Als seine Mutter ihn besuchen will - jedoch wegen Streitereien mit dem Anstaltsleiter nicht reingelassen wird - kommt es zum Aufstand: Eine Gruppe von psychopathischen Straftätern entkommt in dem Durcheinander und ist auf der Flucht. Jedidiah ist einer von Ihnen. Was sie nicht wissen ist, dass Sheriff Hartman der Gruppe auf den Fersen ist: Immerhin hat er mit Jedidiah noch eine Rechnung wegen seiner Tochter offen.
Wie bei dem Titel zu erwarten geht es hier vor allem um eine Person: Leatherface. Auch wenn im Prinzip alle TCM Filme irgendwo den Hauptfokus auf ihn haben, wird dieser Film seinem Titel jedoch besonders gerecht: Dies liegt daran, dass man hier erstmals die Person "hinter der Maske" näher kennenlernt. Eine Person, die offenbar wirklich Gründe hatte, so zu werden, wie sie wurde. Zwar kann dies (zum Glück) nicht als Entschuldigung für seine Taten aus diversen Fortsetzungen dienen - jedoch als plausible Erklärung. Und Helden gibt es hier sowieso keine: Denn genauso wie die Gruppe von Straftätern bewegt sich Sheriff Hartman (gespielt von Stephen Dorff in einer seiner besten Rollen) stets außerhalb des Gesetzes. In wiefern eine Aug-um-Aug "Ermittlung" besser ist, als ein paar komplett verwirrte Jugendliche die nicht minder agressiv sind, ist fragwürdig. Nicht fragwürdig ist auf jedenfall die uneingeschränkte Empfehlung für diesen Film. Konsequent beschreibt er die Vorgeschichte der TCM Saga. Unbedingt ansehen sollte man sich auch die auf der Bluray der JK/SPIO Fassung enthaltenen geschnittenen Szenen: Besondern das alternative Ende und der alternative Anfang dürften das Herz eines jeden Fans höher schlagen lassen. Fast eine Schande, warum die alternativen Szenen es nicht in den Film geschafft haben. filmdetails

Montag, 23. April 2018

Filmkritik: Hatchet - Victor Crowley (2017)

(c) Dark Sky Films
Und weiter geht's: Auch im vierten Hatchet Teil - der diesmal jedoch nicht mehr offiziell Hatchet im Titel trägt - geht es alles andere als zahm zur Sache: Victor Crowley - der bekannte Sumpfdämon splattert sich erneute knapp 90 Minuten durch die Sümpfe von Louisana. Bis auf den Titel hat sich also nichts geändert. Als Fan der Reihe könnte man zunächst eine Art Franchise oder Spin-Off vermuten. Aber dies ist zum Glück nicht der Fall. Hauptcharakter, Regisseur, Stil und die Story des Filmes: Es ist eine eindeutige Fortsetzung - und das ist auch gut so.
10 Jahre nach den Ereignissen in den Vorgängern bringt einer der Überlebenden, Andrew, seine Erinnerungen in der Form eines Buches heraus. Trotz diverserer Anfeindungen, dass er aus den Morden im Sumpf Kapital schlagen will, begibt er sich auf eine Büchertour um sein Buch zu promoten. Diese läuft jedoch finanziell alles andere als gut: So ist es nicht allzu verwunderlich, dass Andrew relativ schnell einwilligt, bei einer weiteren Doku über die Sumpfmorde mitzumachen. Die Kohle lockt - und nichts wünscht er sich mehr, als sich danach zur Ruhe zur setzen und eine ruhige Kugel zu schieben. Wie es jedoch kommen muss, gerät auch dieser neue Sumpfbesuch komplett außer Kontrolle. Ein Flugzeugabsturz am Anfang stellt dabei noch das geringste Problem dar. Viel schlimmer ist es, dass das Flugzeug offenbar direkt in Victor Crowleys Jagdrevier gecrashed ist und die Überlebenden des Absturzes - Andrew ist einer von ihnen - nun jetzt ein richtiges Problem haben.
Wie auch in Teil 1 und 2 (den dritten hab ich leider noch nicht gesehen) wird zum größten Teil auf handgemachte Spezialeffekte zurückgegriffen. Für einen Splatterfilm in den Zeiten digitaler Effekte aus dem Jahre 2017 eher ungewöhnlich. Wie in der Filmreihe üblich ist aber genau das einer der Gründe, warum Hatchet auch in seiner dritten Fortsetzung immer noch gut funktioniert. Gepaart wird das Ganze mit einer Menge schwarzer Humor und wie gewohnt skurrilen Charakteren. Diese - das muss wohl nicht extra erwähnt werden - gehen natürlich zum großen Teil drauf. Auszusetzen gibt es an Victor Crowley nicht allzuviel. Wer Anspruch sucht oder eine tolle Story erwartet ist hier sowieso falsch am Platz. Etwas schade ist es, dass die Spielzeit mit gerade einmal knapp über 80 Minuten extrem dünn ausfällt. Immerhin lässt aber das Ende auf einen fünften Teil hoffen. filmdetails

Sonntag, 15. April 2018

Cannon lern Woche bei Tele 5!

Wer aktuell Trash im TV vermisst, sollte diese Woche unbedingt Tele 5 einschalten. Es erwartet uns mehr als ein dutzend trashiger Action Filme mit Berühmtheiten wie Michael Dudikoff, Van Damme oder Chuck Norris. Unter dem wahnwitzigen Wortspiel - allerdings ganz ohne die sonst allgegenwärtigen Alliterationen - Cannon lern Woche bei Tele 5 dürfen wir uns auf leichte Actioncost aus der Kultfilmschmiede freuen. Unter anderem sind Perlen wie Bloodsport, die American Fighter Reihe oder Masters of the Universe mit Dolph Lundgren als He-Man in der Hauptrolle dabei.

Die Komplette Listemit den geplanten Austrahlungsterminen:

15.04. - 20.15 Uhr - Invasion vom Mars
15.04. - 22.15 Uhr - River of Death
16.04. - 00.20 Uhr - Electric Boogaloo
16.04. - 20.15 Uhr - Quatermain - Auf der Suche nach dem Schatz der Könige
16.04. - 22.15 Uhr - Quatermain 2 - Auf der Suche nach der geheimnisvollen Stadt
17.04. - 20.15 Uhr - Bloodsport
17.04. - 22.00 Uhr - Ninja - Die Killermaschine
18.04. - 00.05 Uhr - Die Rückkehr der Ninja
18.04. - 20.15 Uhr - American Fighter
18.04. - 22.05 Uhr - American Fighter 2 - Der Auftrag
18.04. - 23.55 Uhr - American Fighter 3 - Die blutige Jagd
19.04. - 20.15 Uhr - Missing in Action
19.04. - 22.05 Uhr - Missing in Action 2
20.04. - 00.00 Uhr - Braddock: Missing in Action 3
20.04. - 20.15 Uhr - Herkules (präsentiert von SchleFaZ)
20.04. - 23.00 Uhr - Masters of the Universe

Zu beachten ist, dass der eine oder andere Film wohl ziemlich sicher geschnitten sein dürfte.

Donnerstag, 5. April 2018

Schlefaz Staffel 6

Und wieder ist ein Jahr rum - und wieder startet eine neue Staffel Schlefaz. Morgen Abend gehts auf Tele fünf mit Spice World (imdb Rating 3.4) der Film los. Hier die Übersicht der ersten Folgen:

Fr 06.04. 20:15–22:55 - Spiceworld – Der Film
Fr 13.04. 20:15–23:00 - Der Polyp – Die Bestie mit den Todesarmen
Fr 20.04. 20:15–23:00 - Herkules
Fr 27.04. 20:15–22:50 - Argoman – Der phantastische Superman

Montag, 2. April 2018

Filmkritik: Vernetzt – Johnny Mnemonic (1995)

(c) Turbine Medien GmbH
Die 90iger Jahre waren filmtechnisch ein Jahrzehnt der Cyberpunks: Matrix, Der Rasenmähermann, oder halt Johnny Mnemonic waren nur einige der wichtigsten Filme. Während der Durchschnittsbürger noch auf seinem Amiga, 486er oder gar Pentium PC werkelte, war Hollywood gefühlte 10 Schritte weiter. Aber so unterschiedlich die Filme auch waren - eines hatten sie gemeinsam: Mit der aktuellen Realität haben sie wenig zu tun. So auch Johnny Mnemonic. Dieser lädt sich 320 Gigabyte auf ein Implantat in seinen Schädel und wird schier wahnsinnig. Das wir inzwischen 2 Terrabyte wesentlich bequemer in der Hosentaschen befördern können hat damals keiner geahnt. Aber wie hätte man es wissen sollen? Bei 300 MB Festplatten, die 5 1/2 Zoll groß sind und USB noch nicht einmal erfunden wurde. Wie auch immer. Wir alle wissen, Prognosen sind schwierig - besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Und bei technischen Vorhersagungen trifft dies erst recht zu.
Das Internet im Jahre 2021: Schon längst gibt es keine klare Grenze mehr zwischen der realen Welt und dem Cyberspace. Während die Seuche NAS immer größere Teile der Menscheit dezimiert und sich schneller ausbreitet als jeder Computervirus gibt es einige Menschen, die ganz andere Probleme haben. Hierzu gehören die sogenannten Mnemonics. Zu diesen Datenschmugglern gehört auch Johnny. Gegen entsprechende Gebühren schmuggelt er Daten rund um den Globus. Geladen sind die Daten in seinem Kopf auf einem sogenannten Daten-Implantat. Doch diesmal wartet ein Spezialauftrag: Mittels eines Dopplers, soll er anstatt der üblichen 160 Gigabyte schlappe 320 GB in seinen Kopf laden. Gesagt getan - immerhin lockt eine anständige Belohnung durch seinen Vermittler Ralfi (übrigens wunderbar gespielt von Udo Kier). Johnny hat also seinen Schädel mit Daten vollgepumpt: Nicht wissend, um welche brisante Dateien es sich handelt wird er schon kurz da drauf von der chinesischen Mafia um die halbe Welt gejagt. Erst am Ende wird klar, was Johnny sich da in den Kopf geladen hat.
Zunächst sollte man erst einmal alles ausblenden, was angeblich im Jahre 2021 technisch gesehen so möglich - oder eher unmöglich ist. Zumindest aus heutiger Sicht. Das wird uns in 3 Jahren unter Krämpfen Datenmengen - die geringer sind als die einer handelsüblichen Festplatte - in den Kopf laden ist nahezu ausgeschlossen.
Atmosphäre kommt trotztdem auf. Während Johnny Mnemonic - aus der Perspektive von 1995 gesehen - als Cyberpunk-Thriller in einer möglichen Zukunft spielt, ist er heute ein reiner Fantasy Thriller, der in einem digitalen Parallel-Universum spielen könnte. Zu absurd sind die Ideen um den Film wirklich ernst zu nehmen. Aber vielleicht gerade deshalb: Johnny Mnemonic macht Spaß. Und das nicht zu knapp. Neben der für damalige Zeiten neuen Idee sorgen vor allem viele Gastauftritte aus der B-Movie-Szene dazu bei, dass der Zuschauer sich wohl fühlt: Takeshi Kitano, Dolph Lundgren und Udo Kier sind hier die bekanntesten Gesichter. Johnny Mnemonic ist der Film, der kein Remake braucht - und sicher auch keines bekommt. Er steht für sich und ist auch heute noch - nach bald 25 Jahren ein kleiner Genremeilenstein - wenn auch mit ordentlichen B-Movie Charme. Für Fans die Cyberpunk mögen - oder besser ausgedrückt "Retro-Cyberpunk" - ist Johnny Mnemonic eindeutig Pflicht.
Für Regisseur Robert Longo stellt übrigens Johnny Mnemonic den einzigen Ausflug ins Filmgenre dar. Longo ist nämlich Maler und Videokünstler. Neben einigen Videoproduktionen kann man sein Schaffen vor allem in internationalen Kunst-Galerien begutachten. Aktuell zum Beispiel auch in Hamburg in den Deichtorhallen. Wer noch nie 2 Meter hohe Kohlezeichnungen zu gesellschaftskritischen Themen gesehen hat, hat aktuell die Chance dazu. Ein Wort sei noch zur Umsetzung der DVD / Bluray gesagt: Als Rezensionsexemplar hat mir das Mediabook von Turbine gedient. Dieses glänzt - wie von Turbine gewohnt - mit einer liebevollen Aufbereitung. Neben dem Hauptfilm in einer neu gemasterten HD-Qualität gibt es noch die (bis jetzt in Europa unveröffentliche) japanische Fassung als Bonus dazu sowie diverse kurze Interviews mit allen Beteiligten. Johnny Mnemonic ist auch nach über 20 Jahre nach dem Erscheinen ein Filmtipp an alle Freunde des Science Fiction, die sich auch mit weniger Anspruch begnügen. filmdetails

Mittwoch, 14. März 2018

Filmkritik: Adam Chaplin (2011)

(c) Autonomy Pictures
Gleich vorweg: Ja, dieser Film ist extrem brutal. Und ja, es existiert eine 18er Fassung. Und nein: Diese ist nicht uncut, wie man zunächst meinen würde. Diese Fassung wurde nämlich von der Inquisition der BPJM freigegeben. Und das mit einer Laufzeit von sage und schreibe 62 Minuten. Bei einer Original Filmlänge von 84 Minuten fühlen wir uns bei diesen Schnitt in die 1990er zurück katapultiert als zensierte Fassungen noch um die 20 bis 30 Minuten kürzer waren. Wie auch immer: Es existieren - auch auf dem deutschsprachigen Markt - uncut Releases. Und da es sich um einen Gore- und Splatterfilm in Reinkultur handelt sollte auch nur diese Version geschaut werden. Hierbei gilt, unbedingt auf die Laufzeit achten! Wer dem Genre etwas abgewinnen kann, wird jedoch entsprechend belohnt.
Die Story ist - naja - wie zu erwarten etwas dünn: Adam Chaplins Freundin hat sich mit dem Falschen angelegt. Bei einem kriminellen Freak hat sie sich eine größere Summe Geld geliehen und diese nicht zurückzahlen können. Zur Strafe wird sie von dem enstellten Bösewicht direkt einmal mit Benzin überschüttet und angezündet.
Als ihr Freund davon erfährt brennen bei ihm alle Sicherungen durch: Etwas okkult angehaucht verbündet sich Adam mit dem Teufel persönlich. Dieser verleiht ihm auf seinem blutigen Weg der Rache übermenschliche Fähigkeiten und verfolgt natürlich auch seine eigene Ziele.
Ja, lange keinen neueren Horrorfilm aus Italien mehr gesehen. Die Zeiten, als der Deutsche Markt noch mit Horror- und Splatterfilmen aus Südeuropa regelrecht überschwemmt wurde ist längst vorbei. Auch die Zeiten, als solche Filme noch wirre Namen hatten sind vorbei. Schlicht Adam Chaplin - Name des Hauptcharakters - dient hier als Filmname. Vor 20 Jahren hätte es hier noch irgendwelche Zombies oder Jungfrauen im Titel gegeben. Als seriöses Meisterwerk kommt der Film trotz reduzierten seriösen Namen natürlich trotzdem nicht rüber. Dafür aber als überaus unterhaltender Film. Verdanken haben wir dieses italienische Schlachtfest übrigens vor allem einem einzigen Mann:  Emanuele De Santi. Regisseur, Drehbuchautor - und Achtung - Hauptdarsteller in einer Person. Besonders sei hier zu berücksichtigen, dass der Charakter Adam Chaplin alles andere als "durchschnitt" ist. Zwei Meter groß und aufgepumpt wie Tim Wiese vor seinem gefloppten WWE Debut hat dieser Muskelberg nebenbei Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Witzigerweise fällt mir an dieser Stelle tatsächlich nur Sylvester Stallone ein, der dies bereits einmal geschafft hat. Auch wenn De Santi selbstverständlich an dieses Vorbild nicht annähernd herankommt ist es interessant zu sehen, wie er im Making of der DVD im Gym beim Armdrücken vom Filmteam begleitet wird. Einen gewissen Ergeiz kann man diesen Mann nicht absprechen. Zusammengefasst ist Adam Chaplin ein durchaus überdurchschnittlicher Splatterfilm der vor allem von seinem Hauptcharakter lebt. Dieser, eine Mischung aus Riki-Oh (Story of Ricky) und Kenshirô (Fist of the Northstar) lässt hier keinen Stein auf dem anderen. Oder wahlweise auch Knochen, Köpfe oder irgendwelche Gliedmaßen. Gekämpft wird nämlich in 90% der Fälle mit den Fäusten - deshalb auch der Vergleich mit Story of Ricky und Fist of the Northstar. Zartbesaitete würden schon nach den ersten Minuten wegschalten. Wenn Adam loslegt verfärbt sich der im Film vorherrschende Blaufilter in ein tiefes Rot. Es werden Arme und Beine abgetrennt, Köpfe eingeschlagen und Brustkörbe bei Großaufnahme in Stücke geprügelt. In Sachen Brutalität liegt der Film auf einer Skala von 1 bis 10 bei einer knappen 11. Dennoch: Ernst zunehmen ist dies alles nicht. Vielmehr wie eine Karikatur wirkt dieser Film, weshalb die Gewalt einem nur selten nahe geht. Anders als in "ernsten" Filmen wie Der Soldat James Ryan interessiert der abgetrennte Arm hier auch nicht weiter. Das Ganze ist Fantasy und spätestens nach 20 Minuten wird einem der okkulte Touch des Filmes ohnehin bewusst. Überall umgedrehte Kreuze und Anspielungen auf eine gescheiterte Religion. Und gleichzeitig der Teufel höchstpersönlich, der Adam Anweisungen von seiner Schulter aus gibt. Dies nimmt niemand ernst - baut aber gleichzeitig eine willkommende Distanz auf, dass sämtliche gesehene Monstrositäten einem nicht wirlich berühren. Ob gewollt oder nicht: Der Film macht vieles richtig. Daher eine klare Empfehlung für alle Fans des Genres die mal wieder etwas aus Italien sehen wollen. filmdetails

Mittwoch, 28. Februar 2018

Filmkritik: Fireflash (1983)

(c) '84 Entertainment
Um eine dystopische Zukunft wie in Fireflash sind wir gerade so drum herum gekommen: Denn die Erde wurde laut Fireflash bereits 2011 von einem Atomkrieg vernichtet. Neue Herrscher sind die aus der Asche des Atomkriegs empor gestiegenen, die sogenannten Euraker: Eine Mischung aus selbsternannten Supernazis und dem Star Wars Imperium. Den Rest der bewohnbaren Welt teilen sich verschiedenen Banden von Söldnern, Menschenaffen und eine obligatorische Rebellen Armee auf, die in Alaska sitzt. Und als ob dies nicht reicht: Alle Frauen sind in dieser Zukunftsversion dank der Atomstrahlung zeugungsunfähig geworden. Eine düstere Zukunft also.
Der Legende nach gibt es jedoch noch eine verbliebene Frau, die Kinder gebähren kann. Diese befindet sich irgendwo in den Ruinen des zerstörten New Yorkes. Näheres ist nicht bekannt - und an dieser Stelle kommt unser Held Flash ins Spiel: Dieser wird von den Rebellen beauftragt die letzte Frau ausfindig zu machen - und ggf. direkt zu schwängern, damit die Menschheit auch weiterhin bestand hat. Vor allem um zweiteres lässt sich Flash nicht lange bitten und macht sich auf den Weg. Anbei werden ihm zwei Buddies gestellt, die es faustdick hinter den Ohren haben. Besonders der schlagfertige (und damit ist nicht sein Maul gemeint) Bronx hilft Flash immer wieder aus der Patsche.
Ein Film der viele Fragen aufwirft: Angefangen damit, wieso der Typ in der deutschen Version überhaupt einen Comic-Namen wie Flash verpasst bekommt ist nicht wirklich klar. Flash kann nämlich weder mit Blitzen schießen noch hat sonst irgendwelche Kräfte, die so einen Namen gerechtfertigen. Eigentlich ist unser Held sogar eine ziemlich Trantüte, die meistens ziemlich teilnahmelos durchs Bild stolpert. Im Original wird der Held übrigens Parsifal genannt, was an ein Musikstück von Wagner angelehnt ist. Auch wieso die letzte fruchtbare Frau versteckt gehalten wird geht nicht ganz aus der Geschichte hervor. Noch weniger, was es mit den Affenmenschen auf sich hat, welche Flash im letzten Drittel seiner Reise begegnet. Doch andererseits: Wen interessiert das bei einem trashigen Italo-Endzeit-Film überhaupt? Spätestens wenn man Kevin Eastman als Affenmann - dilletantisch mit Haaren im Gesicht beklebt - sich durch die Szenen prügeln sieht sind einem offenen Fragen relativ egal. Der Film unterhält - und das macht er sehr gut. Zu den oftmals wirklich guten Synthesizerklängen wird eine dichte Atmosphäre geschaffen, die sich auch vor Klassikern des Genres wie The Riffs nicht verstecken muss. Für einen - so vermute ich es mal - Lowbudget Film wird hier gerade an Szenenbild und Bauten wirklich viel rausgeholt.
Okay - man mag von dem Film halten was man will: Objektiv ist er selbstverständlich schlecht. Abgesehen von den oben erwähnten Dingen wie teilweise eine gute Musik sowie sehenswerte Kulissen, findet man nicht viel gutes: Ein hölzener Hauptcharakter. Eine löchrige Story und größtenteils sehr eigenwillige Kostüme (und das ist noch nett ausgedrückt) prägen das Gesamtbild. Aber dennoch: Für Fans des Genres ein wirklicher Geheimtipp. filmdetails

Dienstag, 13. Februar 2018

Filmkritik: Hatchet 2 (2010)

(c) Tiberius Film
Wie schon beim ersten Teil festgestellt, ist Hatchet eine in Deutschland nicht ganz so prominente Horrorfilm Reihe. Warum das so ist, kann man schlecht beurteilen. Teil 1 bietet viel, das einem Horrorfilm-Fan gefallen kann: Eine Geschichte um einen wirren Mörder der alleine im Sumpf lebt. Das ganze verpackt mit derben Effekten (die zum großen Teil ohne CGI auskommen) und ein paar mehr oder weniger sympathische Charaktere, die nur eines gemeinsam haben: Ihre Lebenserwartung ist extrem kurz. Auf der anderen Seite hat man alles irgendwie schon einmal gesehen.
Wie auch immer - inzwischen gibt es vier Teile und der letzte erschien erst im letzten Jahr. Rein chronologisch ist nach dem ersten Teil selbstverständlich der Zweite dran, der heute auf dem Programm steht.
Und chronologisch ist wortwörtlich zu nehmen: Kein Prequel oder paraleller Handlungsstrang. Hatchet 2 beginnt genau da, wo Teil 1 aufhört. Marybeth ist die einzige Überlebende von Crowleys Massaker und wird nach dieser verhängnisvollen Nacht von einem Fischer aus den Sümpfen gerettet. Sie selbst hat zwar überlebt - jedoch ist das Geheimnis um den Tod ihres Vaters und Bruders immer noch nicht geklärt. Genauso, wie nicht genau geklärt ist, wer oder was Crowley überhaupt wirklich ist. Ein Geist - wie alle behaupten? Oder doch ein ganz normaler degenerierter Serienmörder aus Fleisch und Blut. Ein Grund für Marybeth Revenant Zombie aufzusuchen - jenen dubiosen Typ, der die sogenannten Grusel Sumpf-Touren organisiert. Nicht lange dauert es und Marybeth überredet den Revenant sich erneut auf den Weg in den Sumpf zu machen. Beide haben nämlich einen guten Grund dafür: Der Revenant will sein verlorenes Boot wiederfinden - und Marybeth das Rätsel um das Verschwinden ihrer Angehörigen aufklären.
Wie erwartet bekommt man auch im zweiten Teil reine Unterhaltung geboten: Wer irgendwas mit Anspruch sucht ist fehl am Platz. Doch so soll es sein. Auch im zweiten Teil wird wieder viel mit ganz klassischen Mitteln gearbeitet: Keine CGI sondern handgemachte Splattereffekte bestimmen das Bild. Meterhohe Blutfontainen und abgetrennte Körperteile sollten hier einen nicht abschrecken. Auch die Darsteller sind - obwohl die Schauspielerin von Marybeth ausgetauscht wurde - durchwegs gut gewählt. Ganz nebenbei ist Hatchet 2 wohl einer der wenigen Filme, die Tom Holland - normalerweise Regisseur und maximal Nebendarsteller - in einer Hauptrolle zeigen. Auch Tony Todd - vielen wohl eher bekannt als der Candyman aus dem gleichnamigen Film - kann mit seiner charasmatischen Austrahlung überzeugen. Im Teil 1 noch eine Nebenrolle hat er hier eine Hauptrolle. Zusammengefasst: Für Fans klassischer Horrorfilme ohne Tiefgang eine Empfehlung. Besonders, wenn es mal etwas härter zur Sachen gehen darf. Apropos härter zur Sache: Die deutsche FSK Fassung (siehe Cover oben) ist in allen Versionen geschnitten. Wer den Film unzensiert genießen will (was ausdrücklich empfohlen wird) sollte hier auf die österreichische Fassung von Illusions Unltd. zurückgreifen. filmdetails

Montag, 15. Januar 2018

Filmkritik: Hatchet (2006)

(c) ArieScope Pictures
Jetzt ist dieser Film schon 12 Jahre alt - und ich hab ihn bis jetzt nie gesehen. Drei Teile umfasst die Serie und ein vierter ist bereits ankündigt. So schlecht läuft die Reihe offenbar nicht. Grund für mich jetzt auch mal in die Horror-Serie reinzusehen: Natürlich begonnen bei Teil 1. Die Kritiken gehen bei Hatchet (englisch für Beil, wir können uns also denken, wohin die Reise geht) weit auseinander. Für einen Horrorfilm ist eine Wertung von 5,7 / 10 Punkten bei imdb nicht zu verachten. Während es für das Lexikon des internationalen Filmes ein Stupider Slasherfilm, der entsprechende Serien der 1980er-Jahre kopiert und diese durch ein gesteigertes Folter-Potenzial auf den neuesten Stand widerwärtiger Kinoerzählungen bringt ist, können andere Kritiker dem Werk durchaus einiges abgewinnen. Machen wir uns aber unser eigenes Bild.
Sampson (gespielt von Horror-Ikone  ) und sein Sohn Ainsley machen Nachtfischen in den Sümpfen von New-Orleans. Wie es so kommt, werden bei einer Pinkelpause beide getötet. Szenenwechsel: Ben und seine Kumpels besuchen das Mardi Gras Festival. Dies soll eigentlich zur Ablenkung für Ben dienen, da er gerade eine Trennung hinter sich hat. Doch Stimmung will nicht so richtig aufkommen. Ben und sein Kumpel Marcus seilen sich von der feiernden Truppe ab und buchen einen Grusel-Geister-Boots-Trip. Hier treffen Sie auf die zunächst nicht sehr Gesprächige Marybeth. Es stellt sich heraus, dass diese jedoch an der Geiser-Tour nicht wirklich interessiert ist. Sie erhofft sich mit der Bootsfahrt in den Sümpfen Informationen über das Verschwinden von ihren Vater Sampson und ihren Bruder zu bekommen. Das diese Suche auf eigene Faust - inklusive Touristengruppe im Schlepptau keine gute Idee ist, kann man sich denken. Der Geist in den Sümpfen ist nämlich - wie sich nach kurzer Zeit rausstellt - gar nicht so übernatürlich. Dafür aber umso gefährlicher. Ein Gemetzel in den Sümpfen beginnt.
Gemetzel ist hier tatsächlich eine gute Beschreibung: Regisseur Adam Green orientiert sich tatsächlich sehr stark an 80iger Jahre Slasher-Vorlagen wie Freitag der 13te oder Sleep Away Camp. Das Ganze ist in die Neuzeit transportiert, aber nicht weniger Blutig. Schön auch, dass viele Effekte nicht nur CGI-Blut beinhalten, sondern offenbar ganz Klassisch mit Kunstblut und Farbbeuteln gearbeitet wurde. Auch der geschickte Schnitt fördert den Horror, der hier ganz klar in den Bildern transportiert wird und weniger bzw. gar nicht Subtil daher kommt. Doch dies sollte auch gar nicht das Ziel des Filmes sein. Zwischen den teils harten Splatter-Szenen kommen dann auflockernde Unterhaltungen in der Gruppe, die teilweise ganz witzig sind. Teil 2 steht damit jetzt eindeutig auf meiner zu sehen-Liste. Auch wenn der Film schon etwas älter ist, war dieser Slasher ein wirklich guter Start in das persönliche Horror-Jahr 2018. Wer den Film kaufen will, kann bedenkenlos zugreifen: Teil 1 der Reihe ist in Deutschland FSK 18 und uncut auf Bluray erhältlich. Von der sehr günstigen Trilogie-Box sollte man jedoch die Finger lassen: Auch hier ist Teil 1 ungeschnitten - Teil 2 und 3 liegen jedoch nur in zensierter Fassung bei. filmdetails
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