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Freitag, 9. November 2018

TV-Kritik: Adam sucht Eva

(c) Warner Bros. International TV Productions GmbH / RTL
Letzes Jahr hab ich an dieser Stelle geschrieben, dass sich neben Ich bin ein Star - Holt mich hier raus noch ein anderes Trash-Format bei RTL etabliert hat: Dies stimmt nicht so ganz. Es gibt ja noch Bauer sucht Frau - die Mutter aller Kuppel-Shows. Dies hab ich vergessen zur erwähnen - tut aber nichts zur Sache, denn hier geht es erneut um Adam sucht Eva. Die Nacktkuppel-Show schlechthin von unserem Lieblingssender (nach Tele 5). Und ja, richtig gelesen: Die Show heißt nur Adam sucht Eva - den Zusatztitel Gestrandet im Paradies bzw. Promis im Paradies hat man der einfachheit halber weggelassen. Warum auch unnötig kompliziert machen - bei einer Show bei der so ziemlich alles auf ein Minimum reduziert ist: Kleidung der Darsteller, Selbstwertgefühl der Selbigen, Kontostand von Gina-Lisa Lohfink nach einem misslungen Real-Life Auftritt vor Gericht. Man kann sich ausmalen, was in dieser Staffel alles auf einen zukommt, solang man in Richtung TV-Geschmack eine extrem niedrige Niveau-Messlatte hat und auch gleichzeitig beim Thema Fremdschämen keine Probleme besitzt. Dschungelcamp erprobte Zuschauer sind hier klar im Vorteil: Willkommen bei RTL. Willkommen bei Adam sucht Eva. Wir schaffen das.
Nungut - das wohl wichtigste Detail ist eine kleine Änderung im Setting: Anstatt auf einer Südsee Insel spielt das Ganze inzwischen im Mittelmeer auf einer Yacht. Daher hätte der Zusatztitel Gestrandet im Paradies ohnehin nicht mehr funktioniert. Und da der dümmliche Wortspiel-Titel Yacht nach Liebe tatsächlich schon anderweitig Anwendung gefunden hat, bleibt es wie oben erwähnt einfach nur bei Adam sucht Eva (auf einer Yacht).
Bei den Kandidaten handelt es sich in dieser Staffel um 10 Teilnehmer die sich regulär beworben haben sowie 3 Prominente, die RTL auserkoren hat. Wobei "Prominente" hierbei sehr nett umschrieben ist: Einzige - aus TV und Gerichten - bekannte Person dürfte Gina-Lisa Lohnfink sein. Die beiden anderen Teilnehmer haben aktuell nicht mal einen Wikipedia-Eintrag, was schon was heißen muss. Die 10 anderen Teilnehmer sind ohnehin nur mehr oder weniger Beiwerk der Sendung. Ein Student zum Beispiel oder ein Unternehmer (was immer das heißen soll). Doch nicht nur, dass Gina-Lisa Lohfink als erstes das Liebesboot betreten durfte - auch sonst dreht es sich die meiste Zeit um sie. Gina hier, Lisa da. Die Frau mit den Brüsten aus dem 3D Drucker hat in der ersten Folge mit Abstand die meiste Screentime bekommen. Verübeln mag man es RTL nicht - Unterhaltungswert hat die Dame immerhin.
Wer die Zielgruppe dieser Sendungen ist, kann man schlecht sagen: Wie bei der Bild Zeitung mag es ja offiziell keiner - trotzdem wird sie tausendfach gekauft. So auch hier: Über die Einschaltquoten durfte sich RTL bereits bei der letzen Staffel nicht beschweren - und das wird diesmal nicht anders sein. Die Planung für die nächste Staffel läuft mit Sicherheit schon auf Hochtouren (Jedenfalls kann man davon ausgehen, wenn nach jeden Werbeblock die E-Mail Adresse für Bewerbungen eingeblendet wird). Wer die Zeit bis zum Dschungelcamp mit einem etwas anderen Trash-TV überbrücken will, kann ab jetzt jede Woche bei RTL einschalten.

Montag, 13. November 2017

TV-Kritik: Adam sucht Eva - Promis im Paradies

Eigentlich sollte an dieser Stelle der jährliche Halloween Bericht stehen. Dieser ist - wie man sieht - leider das Jahr ausgefallen - die beiden gesehenen Filme Body Snatchers und Dellamorte Dellamore werden jedoch später noch ausführlich rezensiert. Heute kommt aus gegebenen Anlass seit längerer Zeit wieder mal eine kurze TV Kritik. Etwas spontan - und aus aktuellen Grund:
Erst kürzlich hat Pro 7 / Sat 1 seine Quartalszahlen veröffentlicht. Diese waren - fast wie zu erwarten - in Zeiten von Amazon Prime und Netflix alles andere als rosig. Der Aktienkurs ging über 10 Prozent nach unten - und doch handelt es sich hierbei um eine allgemeine Krise und kein Pro7 spezifisches Problem. TV läuft - aus vielen Gründen - einfach nicht mehr so gut wie früher. Werbeeinahmen sinken, die Leute schauen lieber unabhängig von Zeit und Raum per Stream auf allen möglichen Endgeräten. Oder kaufen sich ganz altmodisch Filme auf DVD oder Bluray - wenn man dann etwas physikalisches im Schrank haben will. Aktuell schafft es nur ein Sender trotz des tiefgreifenden Umdenkens des TV Konsums kontinuierlich passable bis ganz gute Quoten einzufahren: Bei dem Sender handelt es sich gleichzeitig um die Mutter aller Privatsender, RTL. Das Rezept ist hierbei einfach - Quoten werden nicht durch Qualität gemacht - sondern durch Zuschauerzahlen. Während woanders rumgeeiert wird, hat man es bei RTL längst begriffen. Und die  Zuschauer wollen auch im Jahre 2017 offensichtlich weiterhin das schon seit Jahren längst totgeredete Trash-TV sehen. TV aus der tiefsten Niveauhölle, was angeblich niemand sehen will oder sieht - trotzdem aber besser läuft als alles andere. Während Ich bin ein Star schon seit Jahren gute Quoten fährt, hat sich ganz unscheinbar eine zweite Trash Sendung etabliert, die ebenfalls alles andere als schlecht dasteht: Adam sucht Eva - Promis im Paradies. Der Name der Sendung, die übrigens bereits in die vierte Staffel geht, ist hier Programm. Ein Haufen Promis (die RTL Definition für eine Horde unbekannter Scripted-Doku-Darsteller, Söhne/Töchter von Prominenten oder D-Moderatoren die wirklich keine Sau kennt) treffen sich im Adams- / Evakostüm (also nackt) auf einer Insel und sollen verkuppelt werden. Wichtigstes Wort im letzten Satz ist übrigens nackt, falls es einer überlesen haben sollte.
Nunja - was soll man groß über so eine Sendung schreiben, wo das offensichtlichste schon klar ist. Schauen wir uns die heutige Folge einmal stellvertretend für die ganze Staffel genauer an.
Bereits bei dem Vorspann wird dem Zuschauer bewusst - selbst das Wort D-Promi müsste für diese Sendung neu definiert werden. Bis auf Patricia Blanco - Tochter von Roberto Blanco und bereits Teilnehmerin beim Dschungelcamp - kenn ich nicht eine einzige dieser Personen. Auch Wikipedia hilft mir hier nicht viel weiter, da die meisten Inselbewohner im Artikel gar nicht erwähnt werden. Die Erwähnten dafür zum großen Teil nicht einmal eigene Wikipedia Einträge besitzen. Soviel also zum Titel "Promis im Paradies". Nach dem Intro entwickelt sich die Show mehr oder weniger zu einer Dating-Kuppelshow, deren Alleinstellungsmerkmal eigentlich nur ist, dass sämtliche Personen stets nackt rumlaufen. Bei den Themen geht es allerdings weitaus biederer zu als man annehmen mag: Es wird intrigiert, es wird diskutiert - es wird philosophiert. Im direkten Vergleich zu der Hauseigenen Konkurrenz vom Dschungelcamp ist hier eindeutig weniger Unterhaltungswert vorhanden. Vielleicht liegt hier die Ursache bei der fehlenden sarkastischen Moderation in Form einer Sonja Zietlow oder Daniel Hartwich. Das meiste wird relativ lustlos aus dem Off kommentiert. Wie auch immer - irgendwie dümpelt die Sendung nur so vor sich hin. Der einzige hoffnungsvolle Höhepunkt - eine neu angeschwemmte Eva im Paradies - wird seltsam lustlos inziniert. Gerade ein umoperiertes Botschaftsluder hätte mehr als genug Angriffsfläche für den einen oder anderen bissigen Kommentar gegeben. Interessanterweise schafft es RTL in einer Show, die Menschen auf das äußerste reduziert, menschlicher zu sein als bei einer durchschnittlichen Folge Bauer sucht Frau. Eines der wenigen witzigen Highlights bleibt eine Szene als sich Plastik-Eva Djamila über die hygienischen Standard auf der Insel bei RTL beschweren will. Sie ist nämlich - O-ton - nur 5 Sterne Hotels gewöhnt. Kurz vor Schluss wird noch ein Adam angeschwemmt - der sich noch kurz vorstellen kann und als eine Art Grinsefresse-Kopie von Alexander Keen entpuppt. Insgesamt jedoch symphatischer rüberkommt - was jedoch grundsätzlich nicht schwer fallen dürfte. Zum Schluss wird noch ein wenig Diskutiert wer mit wem könnte - ein paar Nacktinterviews gegeben und daraufhin die Sendung beendet. Zusammenfassend kann man wohl behaupten, dass - wenn die Darsteller angezogen wären - wohl für die meisten Zuschauer wohl überhaupt kein Grund mehr bestehen würde, diese Sendung zu sehen. Einziger fragwürdiger Lichtblick: Im Anschluss kommt ein Extra Spezial zum Thema Nackt-Yoga. Wer trotzdem interessiert ist: Adam sucht Eva (oder für die TV Junkies AsE) läuft seit dem Wochenende täglich um 22:15 bei RTL.

Sonntag, 22. Januar 2017

TV-Kritik: Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! (Staffel 11)

quelle: wikipedia
Halbzeit! Noch etwa eine Woche und es steht der neue Dschungelkönig bzw. die neue Dschungelkönigin 2017 fest. Anfangs noch verachtet gibt es inzwischen täglich News bei Focus oder Spiegel Online zur beliebten Show. Keiner kann sich entziehen. Egal ob Newsticker auf dem Handy oder herkömmlich auf Webseiten. Trash TV ist endlich dort angekommen wo es hingehört: Im Mainstream. Oder ist eher der Mainstream in Zeiten von Fakenews, Trump und Merkel einfach nur trashiger geworden? Eigentlich auch egal - Zeit aber auf jedenfall auch hier nach längerer Pause mal wieder eine genauere TV-Analyse zu bringen.
Groß geändert hat sich am Format nichts - abgesehen davon, dass der verstorbene Dirk Bach seit inzwischen 5 Staffeln von Kermitgesicht Daniel Hartwig abgelöst wurde. Der Qualität der Sendung tut es keinen Abbruch - oder sagen wir besser dem Konzept. Nicht umsonst ist IBES (wie es in der Fachsprache der Fans heißt) Gesellschaftskritik auf aller höchstem Niveau. Aber schauen wir uns die aktuelle Staffel einmal genauer an.
Mit dabei ist erneut ein bunter Haufen - meistens unbekannter - C-Promis. Bis auf Thomas Häßler ist im Prinzip keiner dabei, der irgendetwas bedeutendes im Leben geleistet hätte. Maximal Marc Terenzi und Fräulein Menke kann man noch so etwas wie einen B-Promistatus zusprechen. Der Rest ist mehr oder weniger nur aus Castingshows, Reality-TV Formaten oder Seifenopern bekannt. Alles wie gehabt also.
Schauen wir uns die Kandidaten mal an. Als erstes fällt Ex-Germanys Next Top Model Kandidatin Gina-Lisa auf. Diese wurde als erste für den Dschungel nominiert und ist vor allem durch Ihre diversen Gerichts-Prozesse bekannt. Verklagt auf mehrere Tausend Euro Schadensersatz für die bezichtigung einer offenbar nicht stattgefundener Vergewaltigung hat sie also das Geld mit Sicherheit dringend nötig.
Achja - Geld: Thomas "Icke" Häßler ist wohl tatsächlich einer der wenigen (oder der einzige) im Camp, der es nicht aus Geld Gründen macht. Der Grund das Thomas da ist, ist, dass seine Frau es ihm geraten hat. Ok - Geld wäre dann vielleicht doch der bessere Grund als sich für den Lebenspartner zum (Dschungel)Affen zu machen. Aber egal - was Legat kann, kann Icke auch.
Also wo waren wir stehen geblieben? Genau - die Kandidaten. Mal ein Schnelldurchlauf:


  • Jens Büchner - Fernsehstar - pardon - Darsteller aus der Vox Serie Die Auswanderer. Damit es auch jeder weiß, hat Jens ein Tattoo seines Lieblingsenders auf dem Arm. Nein - nicht RTL - sondern Vox natürlich! Vox gehört aber zum Glück auch zur RTL Gruppe. Wäre es ein Pro7 Tattoo gewesen, hätte seine Dschungelprüfung sicher irgendetwas mit Schmirgelpapier zu tun gehabt.
  • Gina-Lisa Lohfink - hatten wir schon. Frauenrechtlerin, die für eine falsch angelastete Vergewaltigung Schadensersatz zahlen muss und scheinbar Geld braucht. Viel Geld.
  • Marc Terenzi - Sänger, Stripper, Dauerfreund von Sarah Connor und Trump Wähler. Der Mann macht alles für Geld. Auch Maden essen und Schweinesperma trinken. Prost! Ist aber ein Teamplayer und immer ehrlich.
  • Markus Majowski - Ein Comedian - wie er sich selbst bezeichnet. Vermutlich spielt auch hier die Geldnot eine Rolle. Rausgeflogen heute Abend.
  • Alexander „Honey“ Keen - Der wohl mit Abstand unbekannteste "Star". Honey war Freund einer Germanys Next Top Model Kandidatin und hatte bis IBES nicht einmal einen eigenen Wikipediaeintrag. Merkmal: Behämmertes Dauerlächeln.
  • Kader Loth - Die Trash Diva hat wohl die meiste Erfahrung mit Schund Formaten im privaten Fernsehen. Ansonsten glänzt Kader Loth - die nach all den Operationen wie der auferstandene Michael Jackson aussieht - durch Versagen bei Dschungelprüfungen
  • Florian Wess - Hat neben Kader Loth und Gina Lina wohl das meiste Botox im Gesicht. Aus Umweltschutzgründen dürften die drei - sollte es dazu einmal kommen - vermutlich niemals auf dem selben Friedhof begraben werden.
  • Hanka Rackwitz - "Hexe" Hanka machte erste Trash-Erfahrungen bereits bei Big Brother und hat bis heute die Wende nicht verkraftet. Neben all den Phobien erfahren wir in der ersten Woche bereits mehr über ihr Sexleben und ihre Verdauung, als einem lieb ist.
  • Nicole Mieth - Die Frau mit der wenigsten Screentime. Abgesehen, dass sie sich für den Playboy ausgezogen hat (damit hat sie immerhin - im Vergleich zu den anderen Kandidaten - sozusagen bei einem Literaturerzeugnis mitgewirkt) gibt es nicht viel zu erwähnen.
  • Thomas Häßler - Icke halt. Der Fussball Weltmeister von 1990 ist wie oben geschrieben auf anraten seiner Frau in den Dschungel gezogen. Er ist bis jetzt eine der entspanntesten Personen im Camp.
  • Sarah Joelle Jahnel - Neben Gina-Lisa eine der trashigsten Personen im Lager. Obwohl sie sonst bei jeder Gelegenheit die Hüllen fallen lässt war sie im Dschungelcamp ausgesprochen bieder. Dies wurde bereits gestern vom Zuschauer bestraft: Sarah wurde rausgewählt!
  • Fräulein Menke - Ein One - bzw. Two-Hit Wonder aus den 80iger Jahren. Ansich war die Dame ganz nett. Zu nett offenbar: Denn die Camp-Oma musste bereits als allererste das Lager verlassen.




Jeder Interessierte kann noch die komplette nächste Woche Promis beim Schaben-Essen und ähnlichen Spielereien zusehen. Täglich um 22:15 auf RTL.


Samstag, 12. Januar 2013

TV-Kritik: Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!

quelle: wikipedia.de
Nach dem Tod von Dirk Bach ist es natürlich schwierig das Dschungelcamp so fortzusetzen wie es bisher lief. Sollte man denken jedenfalls. Wenn jetzt jemand behaupten würde, dass die Sendung damals mit Dirk Bach gut war, wäre das mehr als übertrieben. Ich bin ein Star - Holt mich hier raus! war - und ist - immer noch Trash-TV vom feinsten. Dummerweise hat dies aber zum großen Teil von Dirk Bach gelebt - ein kleiner dicker Mann in bunten Klamotten bestückt mit Plastikspinnen - viel trashiger geht es wirklich nicht mehr. Daran kommt auch Ich bin ein Moderator - und mach alles für Geld - Daniel Hartwich nicht ran. Dieser moderiert diese erste Sendung der neuen Dschungel-Staffel als Sideshow von Sonja Zietlow souverän weg - bringt aber die vorgeschriebenen zotischen Gags weitaus weniger lustig rüber als Dirk Bach. Hartwich nimmt sich - so bekommt man das Gefühl jedenfalls, wenn er in seinem Wildledersessel sitzt - sich fast zu ernst. Selbstachtung ist aber in dieser Sendung in jeglicher Position fehl am Platz - egal ob beim Moderator oder bei den Kandidaten.
Achja Kandidaten - von denen gabs bis jetzt irgendwie noch nicht allzuviel zu sehen bzw. zu hören: wenn die Kameras das Camp bei Nacht Predator-Like beobachten und man nur labernde Silhouetten herumlaufen sieht ist das leider nicht allzu spannend. Die Auswahl ist diesmal fast noch schäbiger als in der letzten Staffel: Oliva Jones und zusammen mit Helmut Berger die einzigen die fast A-Promi Status besitzen, natürlich nur im Vergleich zu den anderen. Interessantester Kandidat ist meiner Meinung aber nach Arno Funke - besser bekannt als Dagobert, der in den 90igern Jahren mit aufwendigen Bomben- und Geldübergaben-Basteleien Kaufhäuser erpresst hat. Was wir lernen? Offenbar lohnt sich Verbrechen nicht, wenn man nur knapp 20 Jahre später auf eine RTL-Gage für ein Trashformat angewiesen ist. Wer auf Würmer und anderes Kriechgetier steht - insbesondere im Mund eines C-Prominenten - kann durchaus einschalten.

Die Kandidaten im Überblick:
  • Olivia Jones
    • Drag-Queen und Travestiekünstler(in?) - offenbar der "A-Promi" unter den Teilnehmern.
  • Helmut Berger
    • Ein Schauspieler, der in mehr oder weniger bekannten Produktionen mit gemacht hat. Darunter in Filmen wie das Meisterwerk Der Pate 3 (Nebenrolle) oder dem Nazi-Sexploitation-Film Salon Kitty (Hauptrolle)
  • Fiona Erdmann
    • Eine Ex-Kandidatin vom Germanys Next Top Model - nie gehört und ich musste Wikipedia bemühen.
  • Georgina Bülowius
    • Auch hier musste ich Wikipedia bemühen und habe gelernt, dass Bülowius mal eine Kandidatin beim Bachelor war.
  • Allegra Curtis
    • Ebenfalls unbekannt: Eine Tochter von Tony Curtis die selbst offenbar im Leben nicht viel erreicht hat. Ich hab da einen Vetter der mal bei André Rieu im Orchester war - bin ich jetzt auch qualifiziert fürs Camp?
  • Iris Klein
    • Die Mutter von der Katzenberger - Verwandschaft reicht offenbar aus um Prominent genug für das Camp zu sein - wie wir aus Algebra - äh Allegra Curtis gelernt haben.
  • Silva Gonzalez
    • Sänger einer Band, die ich noch nie gehört habe.
  • Claudelle Deckert
    • Darstellerin aus "Unter Uns" - ich verzichte mal auf die Bezeichnung Schauspieler.
  • Joey Heindle
    • Noch ein Ex-Kandidat aus einer Castingshow. Diesmal DSDS.
  • Patrick Nuo
    • Sänger und Ex-Jury Mitglied einer Castingshow.
  • Arno Funke
    • Ex-Erpresser und in Anbetracht der Konkurrenz noch eine der schillernsten und ehrlichsten Personen im Camp, da er zumindest sein Geld selbst verdient hat und seine Prominenz immerhin selbst erarbeitet hat.

Montag, 28. März 2011

TV-Kritik: Undercover Boss

Logo des US Formats (c) CBS
Erst letzte Woche habe ich den neuen Staffelstart von Let's Dance als Anlass genommen mich ausführlich darüber zu mokieren, dass RTL lediglich bekannte Formate wiederaufkochen würde und jegliche Experimente in der Programmgestaltung scheut wie der Teufel das Weihwasser. Dabei ist mir aber offenbar entgangen, dass RTL doch noch die eine oder andere Show neu ins Programm aufnimmt. Undercover Boss heisst zum Beispiel eine dieser Dokusoaps, die heute Abend gestartet ist.
Wobei mit dem neu ist auch hier so eine Sache: in einigen anderen Ländern wie Australien, USA oder Großbritannien läuft die Show nämlich bereits schon seit 2009 recht erfolgreich. Ob das deutsche Publikum sich für getarnte Firmenbosse genauso interessiert, wird sich spätestens morgen herausstellen wenn die Quoten veröffentlicht werden. Gut plaziert zwischen Wer wird Millionär und Extra - Das RTL Magazin wird die Sendung aber sicher ähnlich stabile Quoten wie Rach's Restaurantbesuche einfahren.
In der ersten Folge geht Mika Ramm, Chef des Eismann-Konzerns, für einige Tage als einfacher Mitarbeiter undercover in seiner Firma arbeiten. Dort trifft er auf die verschiedensten Menschen mit den unterschiedlichsten Aufgaben, die tagtäglich teilweise schon ab 4:00 Uhr Morgens für Eismann arbeiten. Am Schluss der Sendung werden die Mitarbeiter, die Ramm vorher undercover als Rico Meissner getroffen hat, in die Zentrale eingeladen und darüber aufgeklärt, wer Rico Meissner in Wirklichkeit ist.
Laut den Machern geht es bei dem Konzept der Sendung nicht um die Überprüfung oder eine Kontrolle der Mitarbeiter, sondern darum, dass Firmenchefs selbst einmal sehen, wie der Laden ganz unten läuft. Quasi an der eigenen Haut erfahren, was Entscheidungen - die ganz oben getroffen wurden - letztendlich für den Einzelnen Bedeuten.Ein edles Ziel für einen Sender wie RTL, der sonst in reisserischer Aufmachung sozial gescheiterte Landwirte verkuppelt oder eine Horde C-Promis in den australischen Dschungel verbannt.
Aber trotz aller Befürchtungen war die Sendung nicht einmal so schlecht, wie man es hätte erwarten können. Sicher, viele Passagen sahen gespielt aus. Beispielsweise wirkte die Reaktion der Führungsmitarbeiter, als Ramm erklärt, dass er undercover geht, arg aufgesetzt. Auch das schnulzige Ende, bei dem unter eingespielter Klaviermusik den Mitarbeitern Beförderungen und Urlaube geschenkt wurden, haben einen sehr schnell in Erinnerung gerufen, auf welchem Sender man sich gerade befindet.
Trotzdem: Zu keiner Weise wurden Menschen komplett lächerlich gemacht, es wurden keine unpassende oder sarkastischen Kommentare eingespielt und keine vermeintlichen Skandale inszeniert. Alleine das ist bei einem Format, dass bei RTL zur besten Sendezeit läuft, schon ein kleines Wunder.

Donnerstag, 24. März 2011

Let’s Dance und wo sind eigentlich die Filme?

quelle: wikipedia, (c) Granada
Heute Abend ist die mittlerweile vierte Staffel von der RTL-Tanzshow Let's Dance gestartet. Auch wenn mich selbst die Show nicht wirklich interessiert, hab ich es mir einmal angesehen - und ich vermutet, dass auch ohne bemerkenswerter Qualität die Quoten wieder akzeptabel sein werden. Eine gewisse Unterhaltung kann man der Sendung ja nicht absprechen, auch wenn es von vorne bis hinten durchgeplant war.

Eines fällt bei RTL zumindest auf: Es werden schon seit langer Zeit keine großen Experimente mehr gestartet. Fast alles, was bei den Kölnern zur Zeit läuft - oder lief -, ist die X-te Auflage bzw. Staffel von irgendwas. Ob Ich bin ein Star - holt mich hier raus!, Deutschland sucht den Superstar, Let's Dance oder die Ultimative Chart Show: RTL macht seit Jahren fast das selbe Programm. Der Erfolg gibt ihnen aber offenbar recht gibt. Auch die jetzige Staffel von DSDS bringt dem Sender bessere Quoten, als die Konkurrenz gleichzeitg mit Serien oder Dokus einfahren kann. Einzig und allein Germany's Next Top Model darf in dieser Liga noch mitspielen.
Es wird zwar immer über das schlechte Programm gemotzt, doch wer ist daran Schuld? Die eigentliche Ursache für dieses recht einfallslose Programm sitzt nämlich nicht bei den Programmplanern, in der Sendezentrale bei RTL oder gar bei Oliver Geissen zuhause: Nein, die Schuld liegt tatsächlich in erster Linie beim Zuschauer, der auch noch bei dem X-ten Aufguss einer B-Promi Show eines Senders gute Quoten beschwert. Also warum etwas neues wagen, wenn das alte gut läuft? Never change a running System, würde ein IT-Administrator sagen.
Nur warum die Zuschauer das immer und immer wieder anschauen würde ich gerne einmal wissen. Meine Vermutung, warum gerade diese Shows so gut laufen, besteht darin, dass die Einschaltquoten für Filme in der Regel immer schlechter sind und inzwischen keine wahre Konkurrenz mehr zu Show bieten. Dadurch laufen die Shows natürlich zunehmend immer besser. Filme werden inzwischen offenbar doch wieder öfters im Kino gesehen, auf DVD, oder - was auch nicht gerade unwichtig ist - online per Stream über Maxdome und ähnlichen Angeboten.
Auch bei mir selbst beobachte ich, dass ich 90% der Filme, die im TV laufen, bereits kenne. Wieso also noch einen Film mit 4 Werbeunterbrechungen und schlimmsten Falls obendreien gekürzt im Fernsehen ansehen? Bei Serien sieht es nicht besser aus. Cliffhanger die über die komplette Sommerpause andauern, oder Gezanke um die Rechte, weshalb eine Serie aufeinmal nur halb gesendet wird, verderben dem TV-Zuschauer die Laune und fördern DVD Käufe.
Insgesamt kann ich eigentlich RTL nur bewundern, denn sie haben es wie kein zweiter Sender geschafft mit der Zeit zu gehen. Ihre Sendungen wie DSDS sind nunmal das, was bei gerade den Jüngeren gerne gesehen wird. Ältere lassen solche Show eher mal nebenherlaufen, wenn noch andere Dinge im Haus erledigt werden sollen. Filme und Serien werden von Fans sowieso auf DVD oder BluRay geschaut. So gesehen, bravo RTL, ich wette, dass ihnen mit der Hilfe des einen oder anderen inszinierten Skandals Let's Dance auch dieses Mal wieder Traumquoten beschert. Auch die Idee heute den "Checker" mit einem Atzen-Lied weiterkommen zu lassen war optimal. Ohne ihn wäre es nächstes mal sicher langweiliger gewesen... das soll jetzt allerdings kein Vorwurf sein, dass das Telefonvoting in irgendeiner Weise von RTL beeinflusst wird.
Ich schalt nächten Mittwoch jedenfalls wieder ein.
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