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Donnerstag, 1. Oktober 2026

Filmkritik: Schizophren (1975)

(c) VMP

Gibt es eigentlich einen besseren Monat als den Oktober, um einen Horror- und Trashfilmblog zu reaktivieren? Ich denke doch nicht. Deshalb jetzt - nicht allzulange vor Halloween - ein kleiner Neustart für (hoffentlich) wieder regelmäßige Filmbesprechungen rund um den Bereich Horror, Trash und anderes obskures Nischenkino. Oder vielleicht auch mal Berichte von Filmevents, Börsen oder andere filmbezogene Themen, welche in der letzten Zeit alle etwas zu kurz kamen? In den letzten Jahren war es im Schnitt tatsächlich nur noch eine Rezension alle 6 - 12 Monate - ich denke das sollte besser gehen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der Autor dieser Zeilen weiterhin 100 bis 150 Filme im Jahr sieht. Wie gewohnt war oder ist da natürlich viel Mist dabei (imdb Durchschnitt 4/10 ?) - aber auch dieser muss ja von irgendjemandem gesichtet werden. So gesehen: An der fehlenden Zeit kann es also nicht gelegen haben. Und die Leser? Diese kommen meistens von Google oder anderen Suchmaschinen, wenn sie nach dem einen oder anderen verlorenen Film suchen und anschließend hier landen. Eine Art digitales Filmlexikon - auffindbar über Suchmaschinen also. Geplant ist das alles natürlich weiterhin ausdrücklich ohne KI-Unterstützung: Hier wird alles "handgeschrieben" und selbstverständlich vorher auch mit menschlichen Augen begutachtet (Ja - im Jahr 2026 leider keine Selbstverständlichkeit mehr, wo sogar komplette Filmsynchros vor KI nicht sicher sind). Doch nun genug Vorwort - starten wir heute direkt mit einem kleinen dreckigen B-Movie aus den 70igern: Schizophren - aka The Love Butcher von 1975.
Gleich vorweg: Ich werde einen dicken Spoiler bringen - der jedoch auch im Film innerhalb der ersten Minuten mehr oder weniger aufgelöst wird: Ja, der Mörder ist in diesem Fall der Gärtner. Oder doch nicht? Sagen wir
teilweise - denn der deutsche Filmtitel Schizophren kommt nicht von ungefähr.
Caleb ist ein trauriger Mann mittleren Alters und geistig sowie körperlich stark eingeschränkt - damals sagte man noch "ein Krüppel" - heute wäre er behindert. Sein Job ist es für ein paar lausige Dollar die Gärten seiner Kunden (die in der Regel das Gegenteil von Caleb darstellen - also erfolgreich und schön und oft vom anderen Geschlecht) auf Vordermann zu bringen. Caleb selbst lebt alleine in einer ziemlich heruntergekommenen Bude - wobei man ihm hier keinen Vorwurf machen kann, da die schönen reichen Frauen meistens extrem knausrig sind. Außerdem hatte Caleb ursprünglich einmal einen Bruder - Lester - der bis zu seinem frühen Tod immer der Vorzeigesohn seiner Eltern war - Und hier nimmt dann die Story richtig Fahrt auf: Ganz so tot ist Lester nämlich dann doch nicht: In Calebs wirrer Gedankenwelt - meistens abends zuhause wenn er alleine ist - lebt Lester weiter, wo er Caleb regelmäßig beleidigt und demütigt. Langsam aber sicher verliert Caleb durch diese Tagtraumreisen seinen Verstand und verwandelt sich Stück für Stück mehr zu Lester. Ein gutaussehender Typ - dafür aber umso gestörter, sadistisch und gewalttätig veranlagt. Lester ist es dann, welcher der Gesellschaft das heimzahlt, was Caleb an Unrecht erfahren musste.
Dem Cover und der Story nach haben wir es hier zunächst mit einem weiteren drittklassigen Machwerk aus der tiefsten 70iger Psychohorrorschundschublade zu tun, die einige Jahre zuvor Alfred Hitchcock höchstpersönlich mit seinem legendären
Psycho geöffnet hat. Denn ganz klar sieht man hier Parallelen: Schizophrenie, Wahnvorstellungen, ein irrer Mörder. Aber reduziert man Schizophren jedoch auf ein billiges Psycho Rip-Off tut man ihm allerdings doch irgendwo unrecht. Handwerklich und schauspielerisch wird hier nämlich einiges geboten. Fangen wir bei Caleb / Lester an: Insbesondere Hauptdarsteller James Lemp liefert nämlich - für einen Lowbudget Film gesehen - eine wirklich hervorragende Leistung ab: Einmal ist er der introvertierte behinderte Caleb der Gärtner - nur um sich kurz darauf in Lester zu verwandeln der alle möglichen Rollen an: Zum Beispiel ein Sonnyboy aus Texas, der mit dem Auto liegen geblieben ist und die Frauen um den kleinen Finger wickelt. Lester hat nämlich viele Facetten - mal gibt er den Poolboy vom Wasserwerk, mal den coolen Spanier der seine LPs an den Mann (bzw. in dem Fall eher die Frau) bringen will. Alle weiteren Charaktere sind durchaus ok - hervorzuheben wäre noch der aufbrausende Polizeichef der seinen obligatorischen Streit mit der Presse austragen muss. Neben dem durchaus guten Cast können sich auch die teilweise sehr abwechslungsreichen Methoden sehen lassen, mit denen Lester seine Opfer aus dem Leben befördert: Ein Mord mit einer Grabgabel ist für den gediegenen Horrorfan sicherlich nichts Besonderes – beim Tod durch den Wasserdruck eines voll aufgedrehten Gartenschlauchs muss man dann doch zweimal hinsehen.
Zusammengefasst haben wir es bei Schizophren definitiv mit einem Vertreter der besseren Sorte diverser Psycho-Rip-Offs zu tun. Jeder, der nur ansatzweise etwas für obskureren 70iger-Jahre-Psychohorror hat, kann hier also bedenkenlos einen Blick riskieren. Für einen Klassiker langt es natürlich nicht (wie auch sonst zu erwarten), aber definitiv eine kleine Überraschung aus dem damaligen Regal der Videothek (wobei korrekterweise angemerkt der Film erst viele Jahre später auf VHS erschien). filmdetails

Freitag, 22. August 2025

Filmkritik: The Woman in the Yard (2025)

(c)  ‎ Universal Pictures Germany GmbH
Schlichte Ausgangssituationen in einfachen Settings können manchmal die besten Filme abliefern: Ein abgelegenes Haus, eine traumatisierte Frau und etwas Unheimliches, das sich im eigenen Garten manifestiert. Mit The Woman in the Yard liefert Regisseur Jaume Collet-Serra nach Filmen wie Orphan oder House of Wax mal wieder einen weiteren Horrorfilm ab – diesmal allerdings mit einem etwas ernsteren Hintergrund.
Ramona ist eine junge Witwe, die nach dem Tod ihres Mannes gemeinsam mit ihren beiden Kindern in ein einsames Landhaus zieht, um ihr Leben neu zu ordnen. Doch anstatt die langersehnte Ruhe zu finden, taucht eines Morgens eine geheimnisvolle Frau im Garten auf. Schnell wird klar: Es handelt sich nicht einfach um eine Fremde sondern um das pure Böse.
Und genau hier punktet der Film zunächst: Anfangs des Filmes wissen wir einfach nicht womit wir es zu tun haben. Die Kameraarbeit ist beeindruckend, die Bilder bedrückend schön und die Atmosphäre so dicht, dass man manchmal selbst geneigt ist in die Ecke des Zimmers zu linsen um zu prüfen, ob sich dort nicht gerade noch jemand weiteres im Raum befindet und einen anstarrt. Gerade diese erste Hälfte von The Woman in the Yard ist intensives Horrorkino, das ohne plumpe Jump Scares auskommt und durch drei gute Hauptdarsteller überzeugt.
Leider verliert sich der Film danach jedoch langsam in einem Labyrinth aus Wendungen und Unlogiken. Anstatt die Geschichte konsequent auf den Kern – die Depression (Kleiner Spoiler - bitte markieren: Die Frau im Garten scheint der innere Dämon der Hauptdarstellerin zu sein)– zu fokussieren, reiht Collet-Serra immer neue Enthüllungen aneinander. Wer ist die Frau wirklich? Ist sie real, ist sie Einbildung, oder steckt noch etwas völlig anderes dahinter? Jede Antwort wirft eigentlich neue Fragen auf, und spätestens im letzten Drittel wirkt das Ganze mehr verworren als clever. Das Finale, das eigentlich alles auflösen sollte, hinterlässt eher Ratlosigkeit als Gänsehaut.
Zusammengefasst ist The Woman in the Yard weder ein Totalausfall noch ein Meisterwerk. Atmosphärisch stark, visuell hochwertig und mit einer interessanten Grundidee ausgestattet – aber durch die Überladung der Story innerhalb der zweiten Hälfte verschenkt der Film sein Potenzial. Am Ende bleibt dann doch ein durchschnittlicher Horrorfilm, der mit weniger Ballast deutlich stärker gewesen wäre. Mein Fazit 5/10 durch verschenktes Möglichkeiten und einer eigentlich sehr soliden Grundidee. filmdetails

Donnerstag, 29. August 2024

Filmkritik: Kinder des Zorns (1984)

Manchmal im Leben erscheint der zunächst kürzere Weg im Nachhinein doch nicht der einfachere zu sein. Und manchmal – wie wir heute lernen – auch nicht der unblutigste. Bereits viele Jahre vor der Wrong Turn-Filmreihe entstand ein Horrorfilm-Franchise, dessen Grundstein mit der banalen Entscheidung der beiden Hauptfiguren Vicky und Burt begann, schlicht und einfach den falschen Weg eingeschlagen zu haben.

(c) New World Pictures
Basierend auf der Kurzgeschichte Die Kinder des Mais der Horror-Legende Stephen King wurde mit Kinder des Zorns eine Filmreihe geschaffen, die an Popularität niemals an Meilensteine wie Freitag der 13. oder Halloween herankam – aber trotzdem einige durchaus sehenswerte Perlen des Horrorkinos hervorbrachte. Klar, Anspruch, komplexe Charaktere oder eine logische Handlung muss man auch hier mit der Lupe suchen – aber wer würde behaupten, dass dies bei Freitag der 13. anders wäre?
Die Story ist – wie es sich für einen Horrorfilm gehört – schnell erzählt: Burt ist gerade mit seiner Ausbildung zum Arzt fertig geworden und der neue Job ruft. Während das junge Paar auf der Landstraße durch die endlosen Maisfelder von Nebraska fährt, erscheint plötzlich wie aus dem Nichts ein kleiner Junge. Dieser wird – wie es kommen muss – von Burt direkt mit dem Auto überfahren. Den toten Jungen inklusive seines mysteriösen Koffers nehmen sie kurzerhand mit (damals gab es schließlich keine Handys, um Hilfe zu rufen), um sich auf den Weg in die nächste Stadt zu machen und einen Sheriff zu suchen.
Zur Auswahl stehen die Kleinstadt Gatlin, 3 Meilen entfernt, und die nächstgrößere Stadt Hemingford, 19 Meilen entfernt. Der obligatorische Hillbilly-Tankwart rät dem Paar dringend, in die weiter entfernte Stadt zu fahren. In Gatlin gibt es nichts! Und die Leute dort sind religiös und mögen keine Auswärtigen!
Wie es aber kommen muss, hält sich Burt nur bedingt an diesen Vorschlag: Schon nach der zweiten Abzweigung wirft er sämtliche Warnungen über Bord und fährt kurzerhand doch nach Gatlin. Die geringe Entfernung ist einfach zu verlockend.
Dort angekommen müssen Vicky und Burt feststellen, dass es tatsächlich nichts in der Stadt gibt. Nicht mal Einwohner. Lediglich einige Kinder sind anzutreffen, die sich allerdings alles andere als normal verhalten. Als herauskommt, dass die Stadt unter der Fuchtel eines minderjährigen Sektenführers namens Isaac steht, ist es schon zu spät – ein Kampf auf Leben und Tod beginnt.
Da ich die Kurzgeschichte Die Kinder des Mais nicht kenne, kann ich keine Parallelen ziehen, inwiefern der Film der Vorlage gerecht wird. Grundsätzlich – und losgelöst von der literarischen Vorlage – ist jedoch ein solider Horrorfilm entstanden, der vor allem Genre-Fans gefallen dürfte. Besonders hervorzuheben ist, dass das Böse in Form unschuldiger Kinder daherkommt, was sich von anderen Franchises der damaligen Zeit abhebt, in denen meist überdurchschnittlich große, maskierte Killer wie Jason, Leatherface oder Michael Myers ihr Unwesen trieben.
Unabhängig davon stehen die Kinder den erwachsenen Killern in Sachen Mord und Totschlag jedoch in nichts nach. Passend zur Thematik des Mittleren Westens und der dort ansässigen Landwirtschaft greift der Film auf landwirtschaftliche Mordwerkzeuge wie Sensen oder Sicheln zurück – ein Markenzeichen, das in den Fortsetzungen immer wieder aufgegriffen wird. Für Horrorfans uneingeschränkt zu empfehlen vergebe ich 8/10 Sicheln. filmdetails

Samstag, 14. Oktober 2023

Filmkritik: Wrong Turn 2: Dead End (2007)

(c)  Constantin Film AG
Gar nicht mal so selten gibt es das Phänomen, dass der zweite Teil einer Filmreihe besser als der erste Teil ist. Oder für viele Fans sogar als bester Film der ganzen Reihe zählt. Aliens gehört zum Beispiel dazu. Oder auch Terminator 2 und Zurück in die Zukunft 2. Ganze Listen findet man hierzu im Internet. Doch bevor jetzt jemand in Euphorie ausbricht: Wir schauen uns heute Wrong Turn 2 an. Ein Film, der definitiv nicht besser ist als das Original - und vielleicht sogar den schwächsten Teil der Reihe darstellt. Zumindest in der ersten Hälfte, doch dazu später mehr.
Wie bei jedem halbwegs (finanziell) erfolgreichen Horrorfilm wurde natürlich auch bei Wrong Turn über eine Fortsetzung nachgedacht. Mit 12 Millionen Dollar Produktionskosten und 28 Millionen Dollar Einnahmen in den Kinos war Teil 1 zwar kein Mega-Erfolg wie ein Freitag der 13. aber immerhin sein Geld wert. Die Zweitvermarktung am Videothekenmarkt war hier nicht einmal mit eingerechnet. Absehbar also, dass diese Marke nicht in der Schublade verstauben durfte. Einen großen Unterschied zu Teil 1 gab es dann allerdings doch: Gestartet ist der Film 2007 dann nicht mehr am risikobehafteten Kinomarkt, sondern im sicheren Hafen Direct-to-Video.
Die Story ist - wie üblich fürs Genre - schnell erklärt: "The Ultimate Survivalist - The Apocalypse" heißt eine neue Survival-Show fürs Pay-TV, bei der sechs Kandidaten für sechs Tage in einem abgelegenen Waldstück in West Virginia ausgesetzt werden. Diverse Fallen wie Bewegungssensoren, welche Alarme auslösen, erschweren den Teilnehmern das "Überleben" in den Wäldern und bedrohen ihr fiktives Leben bzw. entscheiden über das Ausscheiden in der Show. Doch bereits zu Beginn wird deutlich, dass der Name der Show Programm ist und absolut ernst genommen werden sollte: Denn nicht nur die "virtuellen" Fallen der TV-Produzenten haben es auf das Leben der Teilnehmer abgesehen. Bereits bei der Anreise wird die renommierte TV-Persönlichkeit Kimberly Caldwell (sie sollte eigentlich als Star-Kandidatin dabei sein) von den irren Inzuchts-Kannibalen aus Teil 1 attackiert. Selbsterklärend, dass ab jetzt ein Teilnehmer nach dem anderen auf der Liste der Kannibalen steht.
Was macht nun eine gute Fortsetzung eines Films aus? Diese Frage stellten sich die Macher von Wrong Turn 2 offenbar nicht. Weder die Grundidee wurde hier sinnvoll fortgesetzt, noch wurden interessante Charaktere weiterentwickelt (ok, was zugegebenermaßen schwer fallen dürfte, da in Teil 1 ohnehin fast alle sterben mussten). Besonders schwierig macht es der Film den Zuschauer in den ersten 40 Minuten indem es - abgesehen vom spektakulären Tod im Intro - herzlich wenig zu sehen gibt. Ein bisschen Camcorder-Geruckel, ein paar dämliche Dialoge oder gar komplett sinnlose Dialoge. Dann, knapp nach der Hälfte des Films, zieht es an: Die Mordfrequenz wird höher, die Effekte härter und die Atmosphäre düsterer. Ein gut gemachtes Finale entschädigt am Schluss sogar für die erste Hälfte des Films. Zusammengefasst sicherlich kein guter Film - jedoch kurzweilige Unterhaltung, die Komplettisten von Filmreihen nicht auslassen sollten. filmdetails

Dienstag, 26. September 2023

Filmkritik: Wrong Turn (2003)

Anlässlich der letzten Filmbörse in Neu-Isenburg am Wochenende soll an dieser Stelle endlich mal wieder eine Rezension erscheinen. Herhalten wird dafür ein inzwischen fast zum Kult-Klassiker gewordener Backwood-Slasher-Film: Wrong Turn. Da Corona ja mittlerweile vorbei ist bzw. keinen nennenswerten Einfluss auf das öffentliche Leben mehr hat, und damit die Termine von Filmbörsen wieder verlässlich und regelmässig stattfinden, meinte Alexander, dass dies doch DIE Gelegenheit wäre, den Blog aus dem Sommer-/Winterschlaf zu holen. Gesagt, getan: Unsere Liste der Filme, die wir am Wochenende besorgen wollten, war lang. Die Betonung liegt an dieser Stelle jedoch eindeutig auf  wollten - denn die tatsächlich erworbenen Filme waren größtenteils komplett andere als die unserer Liste (immerhin war dafür der eine oder andere Blindkauf dabei). Umso erfreulicher, dass wir immerhin bei der Wrong Turn Complete Collection von Nameless Media fündig wurden. Wobei es mit "Complete" ja immer so eine Sache ist, da tatsächlich schon ein siebter Teil in der Mache ist. Auch das Reboot ist in der Box nicht enthalten. Aber so gesehen dürfte man sich ja niemals Filmboxen holen. Hat ein Film - gerade im Horrorbereich - in irgendeiner Weise das Geld wieder eingespielt (und sei es im Stream oder per Bluray Verkäufe) ist eine Fortsetzung gesetzt. Oder ein Remake. Oder Reboot. Irgendwas kommt immer, was im Grunde ein ungeschriebenes Gesetz ist. Wir schauen uns heute den ersten Teil der Reihe an. Kritiken zu den durchwachsenen Teilen 6 und 5 sowie dem unsäglichen Reboot gab es übrigens bereits auf diesem Blog.

(c) Summit Entertainment, (c) Constantin Film

Wrong Turn von 2003 dürfte nach den eher durchschnittlichen (aber für Horrorfans trotzdem unterhaltsamen) Fortsetzungen mit Abstand der beste Teil der Reihe sein. Interessanterweise hatte die FSK diesen Film damals ungeschnitten ab 16 freigegeben - was angesichts der gebotenen Brutalität sehr ungewöhnlich war. Die Story ist übersichtlich:
Unser Hauptdarsteller, Chris Flynn, ist gerade auf dem Weg zu einem Bewerbungsgespräch, als er in eine Vollsperrung der Interstate gerät. Dummerweise hat er nicht mehr viel Zeit bis zum Termin, weshalb er kurzerhand eine Abkürzung durch den Wald nimmt. Abgelenkt beim Fahren, crasht er auf dem unübersichtlichen Waldweg in das Auto einer kleinen Gruppe Mittzwanziger, welche zuvor auf dem Weg liegen geblieben sind. Wobei "liegen geblieben" etwas untertrieben ist - irgendein Idiot hat doch tatsächlich einen Stacheldraht quer über die Straße gespannt, weshalb gleich mal 2 Reifen dran glauben mussten. Jetzt steht die Gruppe mit dem neu dazugestoßenen Chris nun gleich mit zwei schrottreifen Autos irgendwo im dichten Wald Nordamerikas. Dass es dort keinen Handyempfang gibt ist selbstverständlich obligatorisch. Was nun beginnt kann man sich denken: Der Stacheldraht war selbstverständlich kein Zufall sondern der Plan einer degenerierten Inzuchts-Hillbilly-Gruppe, Touristen zu stoppen um anschließend Jagd auf sie zu machen.
Klar - storytechnisch hat Wrong Turn schon damals nichts neues geboten. Im Prinzip handelt es sich nur um eine weitere Interpretation vom Texas Kettensägen Massaker. Eine Gruppe junger Erwachsener stößt auf irre Bergmenschen. Gleichzeitig ist der Film aber handwerklich derart gut gemacht, dass Wrong Turn nach nunmehr 20 Jahren eindeutig als Genreklassiker gezählt werden darf. Nicht zuletzt die Spezialeffekte von Stan Winston sorgen dafür, dass dieser Film einem lange im Gedächtnis bleibt und es immer wieder Spass macht, ihn aufs neue zu sehen. Die frühen 00er Jahre waren ohnehin eine interessante Zeit: Viele Regisseure experimentierten damals mit noch weitestgehend unausgereiften CGI Effekten. Auch Wrong Turn hat hiervon einige - die aber (und das ist der Unterschied zu einigen anderen Filmen aus der Zeit) sehr gut gelungen sind. Sehr interessant dazu sind die auf der Bluray enthaltenen Extras, in denen auch Stan Winston ausführlich zu Wort kommen kann.
Kurz gesagt: Wrong Turn ist ein rundum gelungener Horrorfilm, der jedem Fan des Genres uneingeschränkt empfohlen werden kann. Sollte irgendjemand den Film noch nicht kennen, kann er es hiermit nachholen. Und alle anderen können den Film ruhig noch ein zweites mal sehen. Oder ein drittes mal. Oder viertes...  filmdetails

Donnerstag, 23. März 2023

Filmkritik: Orphan: First Kill (2022)

(c) StudioCanal

Orphan von 2009 sollte eigentlich jeder Horrorfilm-Fan kennen und ist - obwohl gar nicht mal so alt - schon fast ein neuer Klassiker im Genre. Umso erstaunlicher, dass es 13 Jahre gedauert hat, bis er endlich eine Fortsetzung spendiert bekommen hat. Gerade im Horrorgenre dauert es in der Regel nur wenige Jahre bis eine Fortsetzung kommt (sofern natürlich der erste Teil genügend Geld in die Kassen gespielt hat). Nicht selten entstehen Filmreihen mit 5 oder mehr Filmen wie Saw, The Purge, Halloween, oder Wrong Turn - die Liste ist lang. Über die Qualität der Fortzsetzungen kann man sich zwar oft streiten, solange aber die Zuschauer im Kino oder Stream es schauen und es Fans dicker Filmboxen gibt, stehen Prequels, Sequels oder Reboots selten etwas im Weg.
Das Orphan 2009 sogut ankam lag nicht nur daran, dass die Story erfrischend anders war als bei den gängigen Filmen zur der Zeit (Thema: Dämonen, Zombies), sondern vor allem an der beim Filmdreh erst 10 Jahre alten Isabelle Fuhrman die eine für ihr Alter überragende schauspielerische Leistung abgeliefert hatte.
An dieser Stelle eine Warnung: Der zweite Teil Orphan: First Kill - um den es hier geht - spielt zeitlich gesehen vor dem Eingangs erwähnten ersten Teil. Dadurch kann es folglicherweise zu Spoilern von Teil 1 kommen. Wer Teil 1 noch nicht gesehen hat, sollte an dieser Stelle am besten abbrechen und direkt den Film sehen.
Wir schreiben das Jahr 2007: Irgendwo in Estland, weit Abseits der Zivilisation, steht eine Nervenheilanstalt für Schwerverbrecher. Untergebracht ist dort auch Leena, eine 31 Jährige Frau. Neben ihrer unnatürlichen Agressionen leidet Leena an einer seltenen Drüsenkrankheit, welche dafür sorgt, dass sie sich trotz ihres Alters noch im Körper eines Kindes befindet. Diese Kombination führt dazu, was kommen muss: Klar unterschätzt bahnt Leena sich mit Gewalt den Weg aus der Nervenheilanstalt in die Freiheit. Über eine Täuschung gelangt Sie kurz darauf schon in die USA und nimmt die Identität der kleinen Esther an, einem seit einigen Jahren verschwundenen Kind. Nichts ahnend nehmen die vermeintlichen Eltern die kleine Esther (so ihr neuer Name) in die Familie auf. Als es vermehrt zu unerwarteten Todesfällen im Familienumfeld kommt ahnt zunächst nur ihr neuer Bruder, mit wem die Familie es hier zu tun hat.
Obwohl man über weite Strecken gut unterhalten wird, merkt man beim Ansehen relativ schnell die zwei Hauptprobleme des Filmes. Erstens, dass Isabelle Fuhrman (die in Wirklichlichkeit gottseidank nicht an so einer Drüsen-Krankheit leidet, welche sie optisch nicht altern lässt) wesentlich älter als im ersten Teil ist, nämlich 13 Jahre und damit 23 Jahre. Nicht wirklich alt, aber trotz spezieller Filter, Kameraperspektiven usw. wirkt sie eben alles andere aber nicht mehr wie sieben Jahre. Sieben Jahre deshalb, weil das Prequel nochmals zwei Jahre vor Orphan spielt, wo Esther neun Jahre alt ist. Rechnet man nicht nach und akzeptiert es einfach, kann man über diesen Kritikpunkt jedoch hinwegsehen, da Fuhrman immer noch eine sehr gute Schauspielerin ist und perfekt auf diese Rolle passt. Und bevor die Frage aufkommt, wieso die Produzenten ein Prequel einer Fortzsetzung vorgezogen haben, wo Esther auch im Film älter wäre: ACHTUNG SPOILER: Sie ist im Teil 1 gestorben, weshalb es ohne Michael Myers Kräfte unmöglich wäre eine plausible Story für eine Fortsetzung zu entwickeln.
Der zweite Kritikpunkt bezieht sich auf die Story des Filmes - zumindest am Anfang. Bis knapp zur ersten Hälfte schienen mir fast alle Handlungen der Charaktere absolut vorausschaubar. Die Kehrtwende gibt es dann aber ganz nach Lehr-Drehbuch exakt nach einer Stunde. Was hier genau passiert wird an dieser Stelle natürlich nicht erzählt, es sei jedoch gesagt, dass der Film ab diesen Moment noch einmal richtig unterhaltsam wird.
Zusammenfast lässt mich der Film etwas gespalten zurück: Auf der einen Seite ist technisch natürlich alles richtig gemacht. Neben der schon mehrmals erwähnten Fuhrman spielen auch die anderen Schauspieler - darunter Rossif Sutherland - Sohn von Donald Sutherland - überzeugend ihre Rollen. Neben der Anfangs vorausschaubaren Story sind es auch einige Spezialeffekte die einen etwas irritiert zurücklassen. Beispielsweise ist Esther nach jedem Angriff auf einen anderen Menschen (egal mit welcher Waffe) komplett blutbespritzt. Dies sind Szenen, wo man sich nicht sicher ist, ob der Film bewusst trashig sein will oder ob dies gruselig wirken soll. Schaut man über solche Kleinigkeiten hinweg bleibt allerdings ein gut gemachter - knapp überdurchnittlicher Horrorfilm -  der allerdings Teil 1 niemals das Wasser reichen kann. Dafür das 13 Jahre vergangen sind hätte man sich etwas mehr erhofft. Meinz Fazit stabile 6/10 und zum einmaligen Ansehen für Fans von Teil 1 auf jeden Fall geeignet. filmdetails

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Filmkritik: Jeepers Creepers: Reborn (2022)

(c) 101 Films / Splendid Film
Ganz still und heimlich ist vor einigen Wochen ein neuer Jeepers Creepers Film in die Kinos gekommen. Genau genommen bereits der vierte Teil der Reihe. Warum der Film nicht großartig beworben wurde erkärt sich schon in den ersten Minuten des Filmes von selbst. Spoiler vorweg: Es hat offenbar mit der (meiner Meinung nach) praktisch nicht vorhandenen Qualität des Filmes zu tun.
Doch der Reihe nach: Um die Story zu verstehen muss man wissen, dass sich der Film selbst als eine Art Meta-Film sieht. Innerhalb des Films werden anfangs die ersten drei Jeepers Creepers Filme erwähnt und es gibt Anspielungen an andere bekannte Horrorfilmreihen.
Abgesehen davon ist die Story Standard: Ein junges Pärchen - Laine und Chase - wollen zu einer Horror-Convention nach Louisiana. Während sie eher die nüchterne Skeptikerin ist, ist Chase absoluter Horrofilm-Nerd und besessen von der Urban-Legend des Jeepers Creepers, welcher alle 23 Jahre aufwacht um für 23 Tage lang zu töten. Natürlich ist es kein Zufall, dass das Horrorfestival genau in dieser Gegend stattfindet, wo der Creeper angeblich sein Unwesen treiben soll. Angekommen beim Festival treffen die beiden Stadtmenschen auf diverse skurrile Personen. Angefangen bei einer seltsamen Voodoo-Mama, die alte Karten verkauft (Das Festivalgelände ist komischerweies mit einem normalen Navi nicht zu finden), bis hin zu einem Redneck, der am Schluss noch eine wichtige Rolle spielen soll. Wer natürlich auch nicht fehlen darf ist der Creeper selbst, der es sich natürlich nicht nehmen lässt sich ebenfalls unter das Cosplay spielende Publikum des Festivals zu mischen. Natürlich mit ganz anderen Absichten als die harmlosen Horrorfilm-Nerds, die hier nur Bier trinken und Musik hören wollen .
Zunächst würde ich an der Stelle auf die positiven Punkte des Filmes eingehen. Diese zu finden, ist jedoch sehr schwierig. Man kann vielleicht notieren, dass keine Mikrofone ins Bild hängen und die Darsteller verständliches Deutsch reden sowie die Story gut zu verstehen ist (was nicht bedeutet, dass sie Sinn ergibt). Das war es aber auch schon, da der Rest des Filmes meiner Meinung nach ein filmischer Super-GAU geworden ist.
Den meisten Respekt bei Jeepers Creepers: Reborn kann man vielleicht noch vor dem deutschen Vertrieb von Splendid Film haben, die es tatsächlich vollbrachten einen Film - der sich durchweg auf Asylum-Niveau bewegt - in die deutsche Kinos zu bringen. Was wiederum Regisseur Timo Vuorensola geritten hat (der mit Iron Sky vor 10 Jahren mit wenig Budget einen sehr unterhaltsamen Film geschaffen hat) so etwas zu verantworten kann nur er selbst beantworten. Auch, dass niemand beim Testscreening bermerkt hat, was für ein unterirdischer Trash Jeepers Creepers: Reborn geworden ist, kann ich irgendwie nicht glauben.
Doch was genau ist jetzt so schlecht? Hier gibt es mehrere Ursachen, fangen wir mal an: Laut dem englischen Wikipediaeintrag zu dem Film, hat das Budget gerade einmal 2 Millionen Dollar umfasst. Für einen Kinofilm viel zu wenig, wenn man überlegt, dass es aktuell Serien gibt, die pro Folge um ein vielfaches an Budget besitzen.
Dazu kommt, dass ursprünglich zwar an original Schauplätzen in Louisiana gedreht werden sollte, aufgrund der Corona-Pandemie jedoch das komplette Filmset ins Studio nach England umziehen musste. Dies wäre zumindest eine Erklärung dafür, dass der Film extrem unecht wirkt und es CGI Effekte an Stellen gibt, die keinen Sinn machen (Warum sollte man z. B. sonst einen Friedhof oder ein Waldstück in CGI nachbauen, anstatt einfach an realen Plätzen zu drehen). Der Film wirkt optisch nicht viel besser, als wie ein vor dem Greenscreen gedrehtes PC-Spiel von Sierra aus den 90iger Jahren. Dies wäre vor dem Coronahintergrund sowie dem niedrigen Budget vielleicht noch entschuldbar. Nicht entschuldbar sind allerdings diverse Filmfehler (Chase kauft sich z. B. eine Schweinshaxe zum essen, in der nächsten Kameraeinstellung hat er sie nicht mehr in der Hand), Logikfehler oder absolut nicht nachvollziehbare Charakterentscheidungen. Laine, die zum Beispiel mit dem ganzen Horrorfilmthema rein überhaupt nichts anfangen kann, macht auf einmal beim Cosplay sowie bei einer Verlosung mit, wo man eine Nacht in einem Escaperoom-Horrorhaus verbringen kann.
Das der Film selbst auf einer Metaebene spielt - und nicht wie die original Teile im Jeepers Creepers Universum - kann Hoffnung machen, dass irgendwann noch einmal ein richtiger Teil 4 ensteht - wobei der sehr mäßige Teil 3 auch nicht der Maßstab für eine Fortsetzung sein sollte. Würde es keinen weiteren Teil geben, wäre dies aus aktueller Sicht kein Verlust für das Franchise. filmdetails

Freitag, 27. Mai 2022

Filmkritik: Seedpeople (1992)

(c) 1992 Full Moon Entertainment
In den 80iger und 90igern stand die Firma Fullmoon Entertainment von Puppet Master Schöpfer Charles Band praktisch als Synonym für billig gemachte B-Movies jeglicher Genres. Das was Roger Corman für die 60iger und 70iger Jahren vertrat führte Band irgendwie in den 80iger und 90igern Jahren fort: Massenproduktionen am Fließband, eher selten fürs Kino - meisten (dank damals neuster Technik) direkt auf Video. Nichts wurde ausgelassen, so wundert man sich nicht einmal wirklich, dass auch das übersichtliche Genre des Pflanzenhorrors hier eine Heimat fand. Die Idee das Pflanzen gewalttätig werden war zwar nicht neu - wie Tanz der Teufel schon über 10 Jahre früher ausführlich bewies - einen ganzen Film auf dem Thema aufzubauen hingegen schon. Aber nicht, dass man jetzt erwartet Fullmoon Entertainment hätte hier komplett eigene Initiative gezeigt: Geklaut wurde selbstverständlich bei diversen anderen Filmen, allen voran Critters - doch dazu später mehr.
In der Kleinstadt Comet - die ihren Namen einer Höhlenmalerei verdankt - passieren seltsame Dinge. Menschen drehen durch oder verschwinden. Als dann noch ein riesiger Samen einer unbekannten Pflanze gefunden wird, ist Tom Baines alles klar: Eine scheinbar außerirdische Pflanze infiziert mit ihren Sporen die Einwohner, die anschließend nicht mehr Herr ihrer Sinne sind. Zusammen mit dem durchgeknallten Doc Roller - der schon lange vor der Gefahr warnt, den aber zurecht niemand ernst nimmt - macht er sich auf die Suche nach der Plantage, wo sich die Keimquelle der pflanzlichen Gefahr befindet.
Um es auf den Punkt zu bringen: Der Film wirkt (und ist) von vorne bis hinten billig. Angefangen bei der 90iger Jahre Serien-Ästhetik (von den grellen Farben und schlieren würde man vermuten, dass der Film wie damalige Serien auf Video aufgezeichnet wurde anstatt auf Film), den unterirdischen Effekten bis hin zu den drittklassigen Darstellern sowie einer unterdurchschnittlichen Story. Dazu kommt, dass die wenigen Highlights im Film - wie zum Beispiel der Auftritt der Monster - geklaut sind, allem voran bei dem Überraschungserfolg Critters. Nicht nur, dass die Monster sich ebenfalls rollend fortbewegen - sie stammen natürlich auch aus dem Weltall. Dafür verschießen sie keine Stacheln, sondern schleimen ihre Opfer ein. Nebensächlich wird dabei fast, dass die Waffe gegen die Aliens Ultraviolettes Licht sein soll - was in dem Film für Menschen aus unerklärlichen Gründen in Blau sichtbar ist. Zusammengefasst: Seedpeople ist eine Trashperle die man durchaus gesehen haben sollte. Zum mehrmaligen ansehen sicher nicht unbedingt geeignet (sollte ein Mediabook existieren oder erscheinen würde ich abraten) taugt der Film für eine einmalige abendliche Unterhaltung auf jeden Fall. filmdetails

Donnerstag, 17. März 2022

Chucky - Die Serie Staffel 1 (2021)

(c) 2021 SYFY

Nun ist sie rum, die Ausstrahlung der ersten 8 Folgen in Deutsch der (zumindest bei Horrorfans) lang erwarteten Serienadaption zu Chucky - Die Mörderpuppe. Ein guter Anlass nach längerer Zeit das Ganze mit einer kleinen Rezension zu würdigen. Um es vorweg zu nehmen - die Serie ist durchaus gelungen - hat jedoch einige Schwächen und Längen auf welche ich später eingehe. Wer die Serie noch nicht gesehen hat kann erstmal bedenkenlos weiterlesen - wie bei den meisten Rezensionen in diesem Blog wird auf grobe Spoiler gänzlich verzichtet. Streamen kann man die Serie aktuell über den Anbieter SYFY. Worum geht es also in der ersten Staffel?
Nun ja - es handelt sich ja um eine Serie. Daher wird jeder Charakter deutlich länger eingeführt als bei den Chucky Filmen. Netterweise sind sogar einige bekannte Gesichter aus Chucky Filmen dabei, die relativ geschickt in die Serie eingewoben wurden.
Die Story an sich könnte in extrem abgekürzter Form auch innerhalb eines Chucky Films untergebracht werden: Jake ist 14 Jahre und lebt zusammen mit seinem Vater ein etwas bedauerliches Leben. Seine Mutter ist bereits gestorben, sein Vater zwischenzeitlich zum Alkoholiker geworden. Als ob das nicht reicht findet Jake heraus, dass er homosexuell ist - was seinen Vater ganz und gar nicht passt und alles in seinem Leben noch komplizierter macht. Sein Wunsch ist es nach der Highschool (wo er aktuell gemobbt wird) auf die Kunsthochschule zu gehen. Auch aus diesem Grund interessiert er sich für Puppen, aus denen er teils surreale Kunstwerke schafft. Hierfür sucht er regelmäßig die Flohmärkte und Garagenverkäufe der Gegend nach Material ab, welches er in seinen Skulpturen verbauen kann. Wie es kommen muss, findet er bei einen seiner Streifzügen eine Good Guy Puppe - oder, wie wir die Puppe mit den teuflisch roten Haaren besser kennengelernt haben - einen Chucky. Ohne böses zu ahnen nimmt er die Puppe mit nach Hause und der Horror nimmt seinen Lauf. Chucky macht sich wie erwartet selbstständig und meuchelt sich durch die komplette Kleinstadt Hackensack. Nur Jake kennt zunächst das grausame Geheimnis um Chucky und stößt auf taube Ohren. Eine Puppe die Leute umbringt? Unmöglich. Vielmehr wird er sogar selbst verdächtigt mit den Taten im Bezug zu stehen. Nur sein heimlicher angebeteter Devon - der passenderweise einen Podcast über grausame Verbrechen in Hackensack betreibt - schenkt Jake glauben.
Fazit - Gute Serie mit kleinen Schwächen. Für Chucky Fans jedoch Pflichtprogramm.
Wer ab hier weiterlesen will:
ACHTUNG SPOILER

Jake und Chucky (c) SYFY
 Wer die Serie noch schauen will an der Stelle nicht weiterlesen, da ich auf den einen oder anderen Handlungsverlauf eingehen werde. Es wird zwar keine großen Spoiler geben (Wer am leben bleibt, wer stirbt oder ähnliches) - jedoch wird der Handlungsverlauf ein wenig vorweg genommen.
Nach dem - meiner Meinung nach - sehr starken Auftakt der Serie nimmt diese leider zur Mitte hin etwas die Fahrt raus. Während Chucky Anfangs viel Screentime und der Horror im Vordergrund stand, entwickelt sich die Serie in den Folgen 5 und 6 ein wenig Richtung Beziehungsdrama zwischen Jake und Devon. Es ist offenbar dem Zeitgeist geschuldet etwas Queeres einzubauen, wirkt aber in einer Serie um eine mordende Puppe unpassend und plakativ. Falls der Gedankengang der Autoren war, dass Chucky - analog zu Chuckys Baby - wieder jemand als schwul und Weichei tituliern kann, war es kein besonders guter Kniff. Gegen Ende wird jedoch alles mit einem gut gemachten Finale gerettet und auch die Aussicht auf - die bereits angekündigte - 2te Staffel gegeben. Der Bodycount sowie Brutalität ist für eine TV Serie relativ hoch und steht den Filmen in nichts nach. Besonders hervorzuheben ist, dass die Serie offenbar weitgehend auf CGI verzichtet und Chucky oft mit Animatronics dargestellt wird. Dies hebt sich eindeutig positiv vom aktuellen Trend ab, alles über Computereffekte zu regeln. Sollte es sich hierbei nicht um Puppen sondern um CGI handeln: Respekt an die Macher! Doch wird hier scheinbar weitgehend tatsächlich von Hand gesplattert und echtes Kunstblut in Strömen verschüttet. Die Serie ist damit für Chuckyfans im großen und ganzen eine Empfehlung. Wer schon mit den Filmen nichts anfangen konnte, wird mit dieser Serie sicher nicht warm werden. seriendetails

Donnerstag, 30. Dezember 2021

Amazonia – Kopfjagd im Regenwald (1985)

(c) XT Video

Amazonia - Kopfjagd im Regenwald ist mit Sicherheit nicht der erste Film in den letzten Jahren, welcher von der FSK eine relativ freizügige Neubewertung erhalten hat: Kein Kunstwerk, verrohend, sittliche Gefährdung und sozialethische Desorientierung waren 1987 die ursprünglichen Gründe für eine Indizierung des 1985 erschienen Werkes. Hingegen locker sah man es allerdings zuletzt: 2012 erstmal runter vom Index wurde er 2021 neu bewertet und direkt ab 16 freigegeben. Nicht schlecht für einen Film der ursprünglich nur unter der Ladentheke oder im Ausland erhältlich war. Doch nicht nur die neue Altersfreigabe (für mich ist er immer noch mindestens FSK 18) von Amazonia treibt einen Fragezeichen ins Gesicht: Noch komplizierter wird es, wenn man sich mit dem Filmtitel auseinander setzt: Schiave bianche - Violenza in Amazzonia, wie er im Original heißt, wurde in Deutschland neben dem Namen Amazonia - Kopfjagd im Regenwald auch unter Cannibal Holocaust 2 bzw. Amazonia – Die Katherine Miles Story vermarktet. XT Video brachte 2008 letztendlich den Film noch einmal unter dem Zwitter-Titel Cannibal Holocaust 2 - Die Catherine Miles Story heraus - was ein guter Kompromiss ist, aber die Verwirrung perfekt macht. Ein Film, mindestens vier deutsche Titel und die sich aufdrängende Frage: Was hat der Film mit Cannibal Holocaust zu tun? Okay, nix. Rein überhaupt nix. Der Grund den Film unter anderem als Cannibal Holocaust 2 zu vermarkten war offenbar rein kommerzieller Natur. Das Positive an der Stelle: Tierfreunde können aufatmen und weiterlesen, da (obwohl es sich um ein italienisches Machwerk aus den 80igern handelt) keine Tiere mißhandelt werden. Ein paar reingeschnittene Szenen aus Tierdokus wo sich Tiere gegenseitig jagen / fressen gibt es allerdings trotzdem, soviel dazu.
Im Gegensatz zum Titel und dem Thema Altersfreigabe in Deutschland ist die Story jedoch relativ simpel: Die 18 Jährige Catherine Miles steht wegen Doppelmord vor Gericht. Die Vorgeschichte erfahren wir in Rückblenden. Bei einem Besuch in Südamerika werden bei einer Schifffahrt auf dem Amazonas ihre Eltern von "Wilden" getötete. Nach dem Mord an Ihren Eltern wird Catherine von den Eingeborenen Umukai mehr oder weniger entführt und in einem Dorf festgehalten. Trotz widersprüchlicher Gefühle für Umukai und seiner Art zu leben verliebt sich Catherine in ihn und stellt fest, dass die wahren Mörder ihrer Eltern jemand ganz anderes ist.
Als Abenteuerfilm gesehen kommt Amazonia gar nicht ganz so schlecht davon, wie man zunächst erwarten würde. Das Dschungelsetting sowie die typischen 80er Synthie-Klänge geben ihr bestes. Auch die Hauptdarstellerin sowie die stringente (wenn auch banale) Story sorgen dafür, dass der Film keine Katastrophe ist. Warum jedoch der Film als Kannibalenfilm promoted wurde, erschließt mir nicht ganz (Vermutlich wollte es das Marketking so). Abgesehen von der Erwähnungen der Menschenfressern hat er rein überhaupt nichts mit dem Thema zu tun. Fazit: Da meine Erwartungen in diesem Genre nicht sehr hoch sind (ich würde sogar behaupten, eher sehr niedrig sind) - kann ich den Film eingeschränkt weiter empfehlen. Zielgruppe: Filmfans die jeden Schund aus dem Bereich Adventure-Italy-Grindhouse der 80iger gesehen haben wollen. filmdetails

Sonntag, 26. September 2021

Filmkritik: Ausflug in das Grauen (1981)

(c) Seymour Borde & Associates
Manchmal wäre es interessant zu wissen, wie die Vorgeschichte zur Entstehung eines Filmes abgelaufen ist. Bei Ausflug ins Grauen könnte man sich folgende Situation vorstellen: Low-Budget Regisseur James Bryan war mit ein paar Kumpels 1980 im Kino und hat sich Freitag der 13te angesehen, fand den Film scheinbar so geil, dass er sich dachte "hey - das kann ich auch!". Gesagt getan, nur 1 Jahr später war die 150 000 US Dollar Trashgurke abgedreht und schaffte es hier und dort sogar ins Kino. Thematisch angelehnt natürlich sehr nah an den 400 000 Dollar teueren (und qualitativ wesentlich besseren) Freitag der 13te. Man müsste zunächst denken, dass hier ganz großer Schund herumgekommen ist. Genaugenommen ist es das auch - und trotzdem hat dieses Slasher-Kleinkunst Spektakel seine Berechtigung. Sei es deshalb, dass man am Ende vor allem lernen kann, was beim Filme produzieren so alles schief laufen kann. Spassig ist der Film allemal, wieso er an dieser Stelle eine Rezension verdient.
Die Story - nun ja... Vier Camper verirren sich mehr oder weniger im Wald und geraten an einen komplett durchgedrehten Killer.
Der Film beginnt ohne große Vorerzählungen zu Charakteren, Vorgeschichte oder anderen unwichtigen Dingen und startet direkt im Wald. Unsere vier Mittzwangziger (politisch korrekt zwei Frauen und zwei Männer) sind auf der Suche nach einer Hütte, wo sie ihr Wochenende verbringen können. Idyllisch ist der Wald aber nur auf den ersten Blick. Denn schon ab der ersten Minute werden im gefühlten 5 Minuten Takt irgendwelche zufällige anwesenden anderen Touristen (Malerinnen, Rollstuhlfahrer, verliebte Pärchen, Mütter mit erwachsenen Söhnen) von einem Killer umgebracht. Der Zuschauer sieht dies durchgehend in detaillierten Großaufnahmen, während unserer Wandergruppe vorerst unbehelligt weiter in den Wald eindringt und - wie es kommen muss - sich verläuft.
Da irgendwer die Gruppe als vermisst gemeldet hat (macht übrigens überhaupt keinen Sinn, weil sie ja ohnehin das Wochenende im Wald verbringen wollten...) muss sich ein adipöser Bürogolf-spielender Redneck-Ranger im Flugzeug auf die Suche machen. Dieser bricht jedoch aus massiver Lustlosigkeit die Suche nach gefühlten 10 Minuten Rundflug ab (Begründung: Der Wald ist eh zu groß um da jemanden zu finden, "da unten würde ich mich auch verlaufen"). Ab dem Moment sind die Camper auf sich alleingestellt. Und es wird dunkel. Einer nach dem anderen macht ab jetzt bekanntschaft mit dem Killer.
Wer dieser Killer ist, wieso er mordet und was seine Motive sind ist unwichtig. Es gibt auch keine weitere Aufklärung oder Erklärung - der Film hangelt sich irgendwie nur so von Schauplatz zu Schauplatz. Die Effekte sind zum großen Teil detailliert aber handwerklich unter aller Sau. Man fragt sich unweigerlich, für was eigentlich die nicht gerade wenigen 150 000 USD drauf gegangen sein sollen. Nur so als Vergleich: Tanz der Teufel (aus dem selben Jahr) hatte kaum mehr als das Doppelte gekostet und legte nebenbei neue Maßstäbe für Splattereffekte. Die Effekte in Ausflug in das Grauen erinnern eher an Special Effects-Versuche die eine Gruppe Schüler in einer Projektwoche ohne Vorkenntnisse hinbekommen hätte. Das selbe kann man übrigens vom Soundtrack sowie den Schauspielern behaupten: Der "Soundtrack" - irgendwo angesiedelt zwischen wilden Kunstperformance rumgekloppe auf Metall-Instrumenten und Synthesizer Quälerei wirkt verstörender als der Killer selbst. Die Darsteller währenddessen würden noch mit einer Benotung 'stehts bemüht' gut davon kommen. Keinen der mitwirkenden Schauspieler nimmt man es nur im Ansatz ab, dass sie diesen Job hauptberuflich machen. Laut imdb hat übrigens tatsächlich keiner der Hauptdarsteller jemals wieder eine halbwegs relevante Rolle in einem Film bekommen. Jetzt bleibt nur noch die letzte im Raum stehende Frage: Ist der Film sehenswert? Ich denke ja. Wer Filme aus dieser Zeit mag und mit absolut niedrigen Erwartungen an die Sache heran geht, kann durchaus gut unterhalten werden. Da der Film mit 72 Minuten auch wieder relativ kurzweilig ist, steht einer Empfehlung nichts im Wege. filmdetails

Dienstag, 27. Juli 2021

Filmkritik: Wrong Turn - The Foundation (2021)

(c) Constantin Film

Ein paar Twens, die nach einer Autopanne sich unfreiwillig den Weg durch die Wildnis schlagen müssen und dabei von durchgeknallten Hillbilly-Kannibalen gejagt werden. Mehr braucht es nicht für einen ordentlichen Low-Budget Horrorfilm der immerhin 5 Fortsetzungen mit sich brachte. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an das offizielle Wrong Turn Reboot, was Anfang des Jahres in den USA erschienen ist und seit einigen Wochen auch hier erhältlich ist. Mit dabei ist auch wieder der Autor des Orignales Alan B. McElroy, somit sollte eigentlich nix schief laufen.
Wrong Turn - The Foundation - wie er mit deutschen Titel heißt - beginnt dann auch ähnlich: Eine Gruppe von junger Menschen verirrt sich im Wald. Diesmal sind sie jedoch nicht mit dem Auto liegen geblieben, sondern ganz klimaneutral zu Fuß auf Abenteuerurlaub in den Backwoods. Highlight sollen die Ruinen eines Forts aus dem Bürgerkrieg werden. Doch wie es so kommen muss: Schon nach kurzer Zeit stellt die Gruppe fest, dass sie nicht die einzigen im Wald sind und als sehr ungebetene Besucher empfunden werden.
Wer den Film noch sehen will - an dieser Stelle nicht weiterlesen. Eine ausführliche Bewertung ist an dieser Stelle leider nur schwer möglich ohne auf die Inhalte einzugehen. Also seid gewarnt! Gleich vorweg: Mir - und auch den meisten anderen (wenn man Amazon-, IMDB-Wertung und Rezensionen ansieht) hat der Film nicht wirklich gefallen. Gerade weil es ein Reboot war, habe ich hier wesentlich mehr erwartet. Und genau die Änderungen, die vermutlich Hip sein wollten, tragen dazu bei, dass der Film sehr enttäuschend ist. Fangen wir mit der Besetzung an: Die Gruppe junger Menschen wirkt schon von Anfang an sehr arrogant und selbstgefällig. Man empfindet daher im Verlauf des Filmes wenig bis gar kein Mitleid, wenn einer nach den anderen umgebracht wird. Die Widersacher machen es jedoch nicht besser: Anstatt der obligatorischen Hillbillies ist es diesmal eine Art Sekte, welche die Studenten jagt. Der Autor hat sich hier eindeutig bei erfolgreichen Filmen der letzten Jahre wie Midsommar oder Get Out inspirieren lassen. Der Unterschied: Das Sekten-Thema ergibt weder so richtig Sinn, noch ist es logisch oder passend im Wrong Turn Universum. Also ein weiterer Minuspunkt. Zu gu­ter Letzt versucht der Film politisch korrekt auf der aktuellen woken Linie mitzuschwimmen. Ein schwules Pärchen darf dabei nicht fehlen. Allerdings wird der eine der beiden Schwulen direkt als erstes und dazu auf besonders brutale Weise getötet. Was genau der Autor damit bezwecken will, bleibt mir ein Rätsel. Der größte Kritikpunk dürfte für eingefleischte Wrong Turn Fans jedoch etwas anders sein: Der Film ist einfach nicht brutal. Für eine Filmreihe, die sich bis jetzt vor allem darüber definiert hatte seine Opfer auf sehr abwechslungs- und detaillierte Weise ins Jenseits zu befördern wird hier praktisch null geboten. Fazit: Eines des einfallslosesten Horror-Reboot welches ich jemals gesehen habe. Vielleicht waren meiner Erwartungen aber einfach zu hoch, da ich den Original bis heute immer wieder gerne sehe. filmdetails

Montag, 24. Mai 2021

Filmkritik: Ein Zombie hing am Glockenseil (1980)

(c) Alemannia/Arabella Filmverleih GmbH
Inzwischen ist es schon einige Jahre her, dass ich das erste mal Lucio Fulcis bekanntesten Skandalfilm gesehen habe: Aufmerksam wurde ich damals vor allem, weil in der Ruhrpott-Assi-Komödie Voll Normaaal Tom Gerhardt in der Rolle des grenzdebilen Tommies von diesem Film schwärmte: "Da hängt der Zombie am Glockenseil, dass ein Auge fällt voll aus dem Kopf ey, voll blutisch ey!!!". Klar, dass ich damals den Film unbedingt auch sehen wollte - was in der Zeit vor Filmbörsen und Internet allerdings gar nicht so leicht zu bewerkstelligen war.  Die Tatsache, dass er damals (wie heute) in der ungeschnittenen Fassung beschlagnahmt war, löste natürlich einen Reiz aus. Umso größer war die Enttäuschung als ich den Film dann - mit zeitlichen Abstand zu Tommies Werbung in Voll Normaaal - Anfang der 00er Jahre irgendwann doch noch ansehen konnte: Ich empfand den Film als langatmig - und bis auf die berühmt berüchtigte  "Kotze die Gedärme aus" Szene bliebt mir nix mehr im Kopf. Zudem hing auch kein Zombie am Glockenseil (danke deutscher Filmverleih) noch war der Film so blutig wie Tommie ihn mir damals versprochen hatte. Nun - bald zwei Jahrzehnte später - ist es an der Zeit das (Mach)Werk erneut zu begutachten. Zwischenzeitlich habe ich diverse andere Fulci Werke gesehen und gelernt neben den blutigen Exzessen auch andere Dinge an italienischen Horrorfilmen dieser Zeit zu schätzen.
New York 1980: Eine Gruppe junger Erwachsener hält eine Séance ab - während sich zeitgleich in der entfernten Kleinstadt Dunwich ein Pfarrer erhängt. Wie durch eine magische Verbindung stirbt in diesen Moment eine der Teilnehmerinnen der Séance. Als Reporter Peter Bell über den Vorfall in New York schreiben will, stößt er relativ schnell auf viele Ungereimtheiten sowie die Verbindung nach Dunwich. Ohne es zu wissen, hat der Selbstmord in Dunwich eine Kettenreaktion des Bösen in Gang gesetzt, bei dem immer mehr Einwohner von Dämonen zu besessen werden scheinen bzw. durch bizarre Vorfälle aus dem Leben scheiden. Peter reist nach Dunwich um der Ursache auf die Spur zu gehen - nur um zu merken, dass er diese Reise hätte besser niemals antreten sollen.
Entgegen meiner Erwartung hat sich der Film beim erneuten ansehen relativ positiv behauptet. Warum ich ihn vor vielen Jahre eher lahm in Erinnerung habe, ist schwer zu sagen. Vermutlich, weil er deutlich unblutiger ist, als man bei so einem Titel erwarten würde. Heute fallen mir dafür umso positiver der typische 80iger Synthie-Soundtrack als auch die Farbgestaltung und entschleunigte Schnitte des Filmes auf. Neben dem üblichen Rot (klar Blut) begegnen einem überwiegen die Farben Blau und Grün. Vielleicht ist es auch ein Film, den man einfach mehrmal sehen muss, damit er seine Wirkung entfaltet? Wer würde beim ersten Schauen auf die Autofarbe oder Farbe des Kleides der Frau achten? Unterschwellig schafft es Fulci genau mit diesen optischen Spielereien eine dichte Atmosphäre aufzubauen. Für alle Fulcifans ein Pflichtfilm. filmdetails

Donnerstag, 1. April 2021

Filmkritik: Die Ghoulies (1984)

(c) Empire Pictures

Auch wenn es auf dem Blog in den letzten Monaten relativ ruhig war: Tot ist er nicht! Durch eine ungewohnte Lethargie und die dadurch entstandene Angewohnheit lieber Filme zu schauen als darüber mehr oder weniger sinnvolle Texte zu verfassen, herrschte hier im letzten Jahr relativer Stillstand. Man kann ja vieles auf Corona schieben - aber die Pandemie wird hier eher weniger Schuld gehabt haben. Denn zuhause Filme schauen - damit erfüllt man aktuell ja eine Vorbildfunktion. Von daher - knapp eine Woche vor dem Start der neuen Schlefaz Frühjahrsstaffel mal wieder aus gegebenen Anlass eine kleine Filmbegutachtung. Und als ob das nicht schon genug Grund zum Feiern wäre: Obendrein gibst etwas was aus dem meiner Meinung nach völlig unterschätzten Genre "kleine fiese Monster die einen Töten wollen". Wir präsentieren: Die Ghoulies!
Charles Band - der Erfinder von Puppet Master - sollte eigentlich jedem B-Movie Fan der 80iger Jahre ein Begriff sein. Wie auch mir - immerhin besitze ich sämtliche Puppet Master Teile auf Bluray. Das er noch für einige andere Machwerke aus dieser Zeit verantwortlich war, ist mir ebenfalls bewusst. Was mir allerdings überhaupt nicht bekannt vor kam ist eine ganze Filmreihe namens Die Ghoulies. Keine Ahnung warum - es gibt davon scheinbar mindestens drei Teile und dies muss damit selbstverständlich nachgeholt werden.
Jonathan ist gerade einmal mitte 20, als er ein riesiges Anwesen erbt. Zusammen mit seiner Freundin Rebecca zieht er kurzerhand in sein neues - allerdings etwas in die Jahre gekommene - Eigenheim. Doch wie es bei alten Herrenhäuser immer so ist - liegt auch hier noch eine Art Zauberbuch mit dämonischen Grußformeln vom Vorbesitzer im Keller herum. Voller Leichtsinn und gut angetrunken werden auf diese Weise versehentlich bei der Einweihungsparty ein paar Höllendämonen heraufbeschworen. Auch wenn die Dämonen Jonathan grundsätzlich nichts böses wollen und alles nur als Partygag gedacht war, ist bereits die Büchse der Pandora geöffnet: Fasziniert von der schwarzen Magie schmeisst er das Studium und widmet sich nun Vollzeit der Zauberei und schwört hierbei immer fieserer Ausgeburten der Hölle empor.
So wie sich die Story liest ist auch der Film: Wirr. Im Großen und Ganzen merkt man den Machern an hier irgendwie keinen richtigen Plan gehabt zu haben. Aufgrund von Charles Band als Produzent wurde offenbar irgendwas mit Puppen und bösen Mächten vorgegeben. Das wars aber auch schon - und entsprechend ist das Ergebnis. Trotzdem: Der Film macht aus unerfindlichen Gründen durchaus Spass. Dies liegt einmal natürlich an den schön gemachten Gruselpuppen (also den sogenannten Ghoulies) - als auch an den Darstellern die scheinbar allesamt ihren Spass hatten. Allen voran einer von Jonathans 80iger Jahren Punk-Kumpels, der klischeebeladener kaum sein könnte. Die Brutalität hält sich in Grenzen und ist nach heutigen Maßstäben nicht wirklich FSK 18 würdig. Ein Kinderfilm ist es aufgrund der Thematik natürlich trotzdem nicht. Wer Puppet Master toll findet (wie ich) findet hier auf jedenfall seine 80 Minuten lang Minimonster-Horror. filmdetails

Samstag, 9. Januar 2021

Filmkritik: Torture - Einladung zum Sterben (2018)

(c) 2020 Lighthouse Home Entertainment

Denkt man an das Genre der College-Filme fallen den meisten Filmfans wohl zunächst Werke wie American Pie, Party- oder College Animals ein. Keine Schande - denn Ende der 90iger bis in die frühen 00er Jahre hinein gab es einen regelrechten Boom der feuchtfröhlichen Teenie-Komödien und fast jeder, der in den Achtzigern geboren wurde, wird den einen oder anderen Film gesehen haben. Umso erstaunter war ich, als ich von Torture gehört habe. Endlich mal wieder ein Film, der in einem klassischen College-Setting spielt. Und tatsächlich: In den ersten 20 Minuten wähnt man sich zurück in die Zeit als American Pie & Co noch zu den angesagtesten Filme in den Videotheken gehörten. Lang ist es her.
Die drei Freunde Justin, David und Ethan sind neu auf dem Campus und gleichzeitig Nerds wie sie im Bilderbuch stehen: Übergewichtig, Brillen - durchaus gebildet, aber leider sozial komplett unbeholfen. Ihr Ziel - Studentinnen aufzureißen - scheitert daher bereits daran überhaupt auf eine der angesagten Parties einer Studenten-Verbindungen zu gelangen. Doch wie durch einen Zufall (natürlich ist es keiner wie wir recht schnell erfahren) bekommen die drei Jungs von einer attraktiven Studentin eine Einladung zu einer sehr exklusiven Party einer Verbindung zugesteckt. Vermeintlich die einzige Chance etwas zu aufzureißen, machen sich die Drei auf den Weg zum Clubhaus. Wie man ahnen kann ist das ganze jedoch eine Falle: Der Schein trügt - die lockere Party im Clubhaus ist nämlich nur eine Tarnung um die drei Freunde zu einem unbarmherzigen Aufnahmeritual zu zwingen. Diese Prüfungen dienen allerdings vor allen ihren Peinigern ihren Durst nach sadistischen Spielen zu befrieidigen. Die Regeln der Prüfungen sind allerdings relativ Einfach: Wer am Ende alles überlebt kommt in die Verbindung.
Überraschenderweise hat mich der Film wesentlich mehr unterhalten als ich erhofft hätte. Auf der einen Seite sind die Darsteller für einen recht unbekannten Lowbudget Film überraschend gut. Auf der anderen Seite ist der Film auch technisch solide gemacht: Soundtrack, Effekte, Kamera - im Rahmen der Möglichkeiten wurde hier alles rausgeholt was geht. Dennoch muss man sich bewußt sein, dass man es trotz alledem mit einer Direct-to-DVD (bzw. heutzutage eher to-Stream) Produktion zu tun hat. Wer einen überragenden Horrorfilm erwartet ist selbstverständlich an der falschen Adresse. Dafür fehlt es an Ideen im Bereich Story oder ausgefeilte Charaktere. Da der Film aktuell bei Amazon Prime inbegriffen ist, lohnt es sich allerdings durchaus einen Blick zu riskieren. filmdetails

Freitag, 2. Oktober 2020

Filmkritik: Der Fluch der reitenden Leichen – Die Rückkehr der Tempelritter (2020)

(c) Studio: White Pearl Movies / daredo (Soulfood)
Bei einigen Filmen merkt man schon in den ersten Sekunden, das man billigen Schund vorgesetzt bekommt. Der Fluch der reitenden Leichen – Die Rückkehr der Tempelritter ist leider so ein Film - und das ganz unabhängig vom sperrigen Titel. Zunächst ein eingeblendeter Psalm ("Nicht uns Herr, nicht uns, Deinem Namen gib Ehre."), der im Kontext mehr Fragen als Aufschluss gibt - direkt im Anschluss eine billige CGI Burg inklusive einer Gruppe Templer, welche aussehen wie vom Faschings-Umzug. Auch die anschließende Meute auftauchender Dorfbewohner, die sich als Lynchmob entpuppt, macht keinen besseren Eindruck. Doch man sollte nicht zuviele Vorurteile hegen, prüfen wir daher die komplette Story, schließlich war dies nur der Vorspann. Vielleicht wird es besser, vielleicht bekommen wir hier einige Antworten:
Doch zu früh gefreut, nein - ohne spoilern zu wollen - es wird nicht besser, eher im Gegenteil: Schnitt in die Gegenwart - oder besser gesagt eine alternative postapokalyptischen C-Movie Gegenwart. Ein Vater sucht gemeinsam mit seiner erwachsenen Tochter einen paradisischen Ort, in dem noch ein gutes Leben möglich ist. Unterwegs werden Sie von einer Gruppe Outlaws überfallen, haben jedoch Glück, da sie von einer anderen Gruppe gerettet werden. Diese nimmt die Beiden wohlwollend auf - doch der Alptraum beginnt jetzt erst recht. Die vermeintlichen Retter entpuppen sich als irre Sekte, welche die Templer auferstehen lassen wollen.
Gut, die Reitenden Leichen Filme standen schon immer für eher mittelmäßige B-Movie Unterhaltung. Doch nach knapp 90 Minuten wird man das Gefühl nicht los, dass dennoch hätte mehr gehen müssen. Viel mehr. Der Fluch der reitenden Leichen wirkt wie ein verspätetes Relikt aus den 70iger Jahren. VHS Ästhetik, wütende Mobs mit Mistgabeln und Tempelritter - die wie Eingangs erwähnt wirken - als seien sie vom örtlichen Karnevalsverein eingekleidet worden: Mehr Klischees gehen fast nicht. Doch was in den alten Teilen irgendwo noch Zeitgemäß war und zumindest ein Mindestmaß an Atmosphäre bot zündet 2020 überhaupt nicht mehr. Dies liegt neben der schwachen Story auch an den grottigen CGI Effekten sowie den hölzernen Darstellern. Dazu kommen noch einige Filmfehler: Warum hat man sich zum Beispiel nicht einmal in einer der letzten Szenen die Mühe gemacht den Himmel digital von Kondesstreifen zu befreien? Zusammengefasst ein nicht empfehlenswerter Film, der selbst Hardcore-Fans der Reihe nicht gefallen dürfte. Eine imdb Wertung von 3.3 spricht dafür. filmdetails

Montag, 7. Oktober 2019

Filmkritik: Doom: Annihilation (2019)

(c) Universal Pictures Home Entertainment
Ganze 14 Jahre hat es gedauert, bis die Videospielverfilmung Doom einen Nachfolger bekommen hat. Wenn man die Entstehungsgeschichte von Doom: Annihilation ein wenig verfolgt hat, läßt das ganze nichts Gutes erwarten. Die ersten Trailer waren an trashigkeit nur schwer zu überbieten. Auch wurde vermutet, dass Hollywood (oder besser gesagt, die Direct-to-Video Abteilung von Universal) hier versucht politisch extrem korrekt zu wirken: Das obligatorische Marine-Team wird mit Frauen geupdated und der Doom Space-Marine wird - bzw. soll - ebenfalls durch eine Frau ersetzt werden. Kein cleverer Schwachzug, wenn man überlegt wer die Zielgruppe von Doom darstellt. Ob der Shitstorm gerechtfertigt ist, ob die Marke Doom als Film hier wirklich zu Grabe getragen wird und ob der weibliche Space-Marine tatsächlich so überzogen klischeehaft ist wie es in den Trailern anmutet werden wir an dieser Stelle versuchen herauszufinden.
Wie schon bei dem Spielen ist die Story Nebensache: Eine Gruppe von Marines empfängt von seiner Forschungs-Basis die auf einem Mars-Mond liegt einen Notruf. Als sie dort ankommen scheint die Basis verlassen zu sein. Bei Ihren Untersuchungen stellt das Team fest, dass Wissenschaftler hier Tests mit sogenannten Portalen durchgeführt haben, durch das Dämonen aus der Hölle in unser Universum gelangt sind.
Zunächst einmal das Erfreuliche: Nach den trashigen Trailern sowie einer imdb Wertung (Zeitpunkt 2. Oktober) von 3.7 konnte ich hier nicht viel erwarten. Umso positiver wurde ich überrascht. Und gleich vorweg, mit einem geringeren Budget sowie keiner Gallionsfigur wie The Rock oder Karl Urban hat Doom: Annihilation ohnehin die schlechteren Startbedingungen.
Fangen wir mit dem Positiven an, was zugegebenermaßen gar nicht ganz so wenig ist. Wobei ich anmerken sollte, Doom Fan der ersten Stunde zu sein. Das heißt Doom 1 und 2 auf einen 486 DX gespielt zu haben und sogar mit dem DCK selbst beim erstellen von Levels Hand angelegt zu haben. So gesehen, ja ich kenne mich aus im Doom-Universum.
Doom: Annihilation bietet wesentlich mehr Fan-Service als die Trailer vermutet haben. Beginnt damit, dass die Raumbasis sich vom Design - bzw. vor allem die Wände der Gänge - sich an den Texturen von Doom 1 und 2 orientieren. Auch der "Level"-Aufbau ist ähnlich - obwohl es sich um einen Film handelt. Der Film teilt den Ablauf der Geschichte tatsächlich in 4 Level ein, die je einen Abschnitt in der Raumbasis darstellen. Von Level zu Level gelangt unser Team von Marines per Keycard. Auch hier wurde sich am am Spiel orientiert. Ohne die Keycards in den entsprechenden Farben, können unsere Helden nicht den nächsten Level betreten. Dazu kommen noch einige kleinere Anspielungen, wie z. B., dass man - indem man auf ein nahestehendes Fass schießt - eine Explosion hervorruft - die wiederum direkt ein paar Zombies bzw. Dämonen tötet. Oder, dass die Karte im HUD der Marines sehr ähnlich aussieht wie die Mapansicht im Computerspiel. So gesehen wirkt es auf mich schon, als ob hier Leute am Werk waren, welche die Spiele kennen. Umso erstaunlicher ist es dann wiederum, warum die BFG (die im Computerspiel absolut mächtigste Waffe) im Film gerade mal einen Gegner erledigt - im Spiel aber locker 10 auf einmal zur Strecke gebracht hat. Diese kleineren Logikfehler sind störend. Ebenso störend ist es, dass die (Special)Effekte im Allgemeinen oftmals recht billig rüberkommen. Im Gegensatz zu den Splatterszenen (die tatsächlich teilweise noch "handgemacht" sind) wirken die CGI Effekte alles andere als aus dem Jahre 2019. Und auch die Darsteller der Charaktere sind leider nichts, woran man sich nachhaltig erinnern würde. Hier fehlen einfach bekannte Gesichter oder markige Sprüche. Das übrigens das Team zum Teil aus Frauen besteht tut hierbei wenig zur Sache: Kein Charakter oder Geschlecht tut sich hier irgendwie positiv hervor. Auch die Hauptdarstellerin rettet sich hier nur irgendwie über die Zeit und scheint irgendwann einfach nur froh zu sein, dass es vorüber ist.
Wie man ahnen kann, ist eine Wertung schwer. Aufgrund einiger durchaus positiver Überraschungen ist der Film alles anderes als ein komplettes Desaster. Eine faire Wertung sollte hiermit bei 5/10 liegen. Leider Gottes ist es aber wie so oft, dass die Leute keine Analoge Skala für Bewertungen verstehen - und daher ganz Binär eine 1 oder 10 vergeben. Fazit: Ein Film, den man als Doom-Fans durchaus ansehen kann - wenn man gleichzeitig seinen Anspruch minimiert und sich über die Kleinigkeiten wie Original-Keycards erfreuen kann. filmdetails

Sonntag, 15. September 2019

Filmkritik: Cabin Fever (2016)

(c) IFC Midnight
Kennt noch jemand Cabin Fever? Blöde Frage eigentlich - Horrorfilmfans die nach 1985 geboren sind werden sich vermutlich noch alle an Eli Roths Kinodebut erinnern. Umso verwunderter war ich, als ich hörte, dass es ein Remake aus dem Jahre 2016 gibt. Ist das schon so lange her...??? fragte ich mich. Und eine Prüfung bei imdb gab mir recht: Nein, der Film ist gar nicht so alt. Der Film mag zwar nicht mehr der neuste sein, ist aber mit Erscheinungsjahr 2002 zum Zeitpunkt des Release des Remakes nicht einmal 15 Jahre alt. Das Remake ist wiederum (offenbar zurecht) zunächst einmal völlig an mir vorbei gegangen. Und ja - es handelt sich tatsächlich um ein Remake und um kein Reboot, wo in irgendeiner Weise noch eine gewissene Eigenkreativität des Regisseurs oder des Drehbuchautors gefordert gewesen wären. Cabin Fever von 2016 ist eher so eine Art Remake wie das von Psycho mit Anne Heche von 1998. Also ein Nachfilmen eines Filmes wo Shot-to-Shot teilweise komplette Szenen einfach nur übernommen werden. Dies hat bei Psycho vielleicht noch eingeschränkt Sinn ergeben, da das Original zu dem Zeitpunkt 38 Jahre alt war und in Schwarz/Weiß gedreht wurde. Bei Cabin Fever erschließt nicht ansatzweise der Sinn dahinter was es soll, einen 14 Jahre alten Film noch einmal zu drehen. Aber was solls - channard hatte den Film besorgt (auch er war überrascht, weil er zunächst dachte er hätte das Original gekauft) und ihn mir kurzerhand ausgeliehen.
Die Story ist altbekannt: Eine Gruppe Freunde die gerade das College geschafft haben, fahren zum Feiern in den Kurzurlaub zu einer abgelegenen Blockhütte. Doch schon der erste Stopp an einer Hillbilly Tanke läuft aus dem Ruder: Einer der Gruppe wird von einem Kind in die Hand gebissen: Bevor die Situation völlig eskaliert fährt die Gruppe weiter zum Haus. Dort angekommen treffen Sie auf einen offenbar mit einer seltsamen Krankheit infizierten Mann. Nachdem sie diesen versehentlich erschießen, verbreitet sich ein mysteriöser Virus. Einer nach dem anderen wird von der Gruppe infiziert. Ein Psychospiel zwischen den Freunden - sowie der Kampf gegen die fleischfressenden Bakterien beginnt.
Die Story ist - wie beim Original - nicht besonders orginell. Während Eli Roths Film aber noch schaffte eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen misslingt das dem Remake auf ganzer Linie. Vermutlich auch, weil man ohnehin weiß, was passieren wird. Die Darsteller sind allesamt relativ unsymphatisch - und keine Charaktere, die einem in irgendeiner Weise ans Herz wachsen. Mehr oder weniger egal ist es einem daher, wenn der Killervirus nach und nach die komplette Clique dezimiert. So gesehen ein ziemlich sinnfreies Remake, das technisch jedoch nicht zu bemängeln ist. Ordentlich gesplattert wird - und die Effekte sind weitgehend (wie es aussieht) "handgemacht" ohne viel CGI Effekthascherei. Dies bleibt allerding der einzige Pluspunkt. Wer das Orignal nicht kennt, kann einen Blick wagen. Alle anderen sollten hier eher einen Bogen machen. filmdetails

Dienstag, 19. Februar 2019

Filmkritik: Ginger Snaps (2000)

(c) Concorde
Obwohl Werwölfe im allgemeinen sicher genauso bekannt sind wie Vampire, fristen Sie - zumindest in der Filmwelt - abseits von Animes eher ein Schattendasein. Bis auf einige Ausnahmen wie American Werewolf sind Werwölfe meistens nur Beiwerk: Egal ob die Gothic-Action Reihe Underworld oder die Twilight-Schmonzetten - Werwölfe spielen fast immer die zweite Geige. Grundsätzlich mag dies daran liegen, dass Werwölfe im Vergleich zu Vampiren weniger Charakter besitzen. Dümmer sind sie und vor allem tierischer. Und im Vergleich zu den als hochintelligten geltenden Vampire folgen Sie vor allem ihren Trieben und handel instinktiv. Dazu kommt, dass Sie Ihre Verwandlung nicht einmal beeinflussen können - oder der Werwolf in Menschengestalt teilweise nicht einmal weiß, das er ein Werwolf ist. Eine der seltenen Ausnahmen in den Werwolffilmen stellt somit die kanadische Filmtrologie Ginger Snaps dar, deren ersten Teil wir uns einmal genauer ansehen.
Ginger und ihre Schwester Brigitte Fitzgerald sind an der Highschool die absoluten Außenseiter. Nicht nur, dass die Beiden sich optisch eher weniger anpassen: Ihre Hobbies sorgen für das Übrige. Für ein Schulreferat bereiten Sie zum Beispiel eine Dia-Schau vor, in der die Schwestern alle möglichen Todesarten nachstellen. Der Hang zum Morbiden bereitet derweil auch Ihren Eltern Sorgen. Umso glücklicher ist die Mutter, als eine der beiden Schwestern - Ginger - ihr mitteilt, dass sie offenbar erstmals ihre Tage hat. Doch ein normales Mädchen! So der Gedanke der Mutter. Das dies den Blutdurst eines Werwolf auf den Plan ruft - daran hat natürlich niemand gedacht. In dieser verhängnisvollen Nacht wird Ginger somit selbst zum Werwolf und kann ihre langsame Wandlung nicht lange für sich behalten.
Ohne Übertreibung gehören damit die Ginger Snaps Filme (natürlich auch aufgrund fehlender Konkurrenz) zu dem Besten, was es zm Thema Werwölfe gibt. Und auch wenn der Film aufgrund der Darsteller zunächst als Teenhorror durchgehen könnte, ist er alles andere als klischeebehaftet. Drastische Gewalt, die durchaus vielschichtigen Charaktere und einer durchwegs schönen Optik (z. B. das Intro) heben Ginger Snaps vom Durcschnitt ab. Ein absoluter Genretipp. filmdetails

Donnerstag, 1. November 2018

Halloween Spezial - Filmkritik: Bordello of Blood (1996)

(c) '84 Entertainment
Der traditionelle Halloween Horrorabend ist in diesem Jahr etwas schmaler ausgefallen: Nachdem es um 19:00 Uhr Hamburger mit Painmaker BBQ Sauce gab, ging es direkt mit zwei Filmen weiter. Ja, tatsächlich nur zwei Filme - wovon jeder der Beiden gerade mal Spielzeiten von nicht einmal 90 Minuten hatten.
Film zwei war Albert Pyuns Dollman, dem letztes Jahr bereits an dieser im Halloween-Monat eine Rezension spendiert wurde und der deshalb hier nicht näher erwähnt werden muss.
Interessanter war für mich daher Film Nummer 1: Hier handelte es sich um Bordello of Blood. Zugegebenermaßen ziemliches Neuland für mich, da ich bis auf ein paar einzelne Episoden ein ziemlicher Geschichten aus der Gruft Anfänger bin. Dies wird - bzw. muss - sich jedoch jetzt ändern: Der Film hat mich nämlich vollens überzeugt. Weniger trashig als ich befürchtet habe, teilweise ganz schön blutig - aber stets mit einer gewissen Selbstironie.
Irgendwo in Südamerika: Eine Expedition, angeführt von dem kleinwüchsigen Vincent, entdeckt die Grabkammer einer uralten Gruft. Hier liegt seit über 400 Jahren Lilith begraben: Ein mächtige Vampirin, die einst getötet wurde und deren Herz in vier Teile getrennt auf der ganzen Welt verteilt wurde. Eigentlich sollte so gesichert sein, dass diese Dame nie wieder aufwacht. Wäre da nicht Vincent, der besessen ist von der Idee die Vampirin wieder zum Leben zu erwecken. Nachdem er der mumifizierten Vampirfrau die fehlenden Herzteile eingepflanzt hat, erwacht diese nun zum Leben. Ein großer Fehler wie man sich denken kann.
Einige Zeit später in einer amerikanischen Kleinstadt: Teenager Caleb (gespielt von Corey Feldman) lebt bei seiner älteren Schwester und macht nur Probleme. Nachdem er sich wieder einmal mit seiner Schwester verkracht haut er ab und sucht zum Frust ablassen ein vermeintliches Bordell auf: Was er nicht weiß, die Puffmutter ist niemand anderes als Lilith, die sich zwischenzeitlich mit Vincent in der Stadt niedergelassen hat. Nicht verwunderlich also, dass in dem Freundhaus statt normaler Frauen Vampire arbeiten. Als Caleb mehrere Tage verschwunden bleibt beauftragt seine Schwester den exzentrischen Privatdetektiv Guttman mit der Suche ihres Bruders. Dieser deckt nach und nach immer mehr dunkle Geheimnisse in der Kleinstadt auf.
Bei Bordello of Blood handelt es sich bereits um die zweite Spielfilmadaption aus der Geschichten aus der Gruft Serie. Wie Eingangs erwähnt, bin ich hier kompletter Neuling und kenn Teil 1, Ritter der Dämonen, bis jetzt noch nicht. Daher kann ich keinen Vergleich ziehen - jedoch behaupten, dass mir dieser Teil schon einmal sehr gefallen hat. Wie in der Serie (bzw. die Folgen die ich kenne) kommt hier der schwarze Humor nicht zu kurz. Trotz aller Brutalitäten kann man immer wieder lachen, was vor allem an den Hauptdarsteller Dennis Miller liegt, der hier einen exzentrischen Privatdetektiv spielt, der für Geld so ziemlich alles macht - gleichzeitig aber auf jegliche Konventionen scheißt. Jeder bekommt hier sein Fett weg: Sei es das klischeehafte amerikanische Kleinstadtleben oder die in den USA sehr verbreiteten TV Prediger, welche meisten dann doch eher an den heiligen Dollar als an Gott glauben. Das die Spielzeit hier nicht mal 90 Minuten beträgt ist alles andere als negativ: Der Film erzählt alles, was er erzählen will und wird somit zu keiner Minute langweilig. Da es sich gefühlt ohnehin um einer überlange TV Epidode handelt, wäre hier eine Spieldauer von 2 Stunden übertrieben. Zusammengefasst: Ein wunderbarer Halloween-Film, den der Horrorfan aber auch an jeden anderen Tag im Jahr genießen kann. Auf der nächsten Filmbörse ist das Mediabook von '84 Entertainment ein Pflichtkauf. filmdetails
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