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Samstag, 15. August 2026

Filmkritik: Demolition High (1996)

(c) Highlight Video

Lang ist die letzte Rezension her - und inzwischen macht man sich schon seine Gedanken. Ein Blog den fast keiner kennt und darüber hinaus nur einer unter hunderten ist, der sich dem Thema Filme widmet. Dazu eine KI, welche immer menschlicher schreiben kann und Rezensionen theoretisch in Sekunden erstellt. Macht es da überhaupt noch Sinn zu schreiben? Vermutlich nicht - außer, dass das Schreiben ansich ja auch noch irgendwo Spass macht. Und noch mehr Spaß macht es natürlich die ausgewählten Filmperlen vorher anzusehen. Und genau so eine Filmperle liegt mir heute vor: Demolition High. Das erste mal gesehen vor ca. 20 Jahren - irgendwie zufällig im TV - und jetzt noch einmal mit voller Aufmerksamkeit. Worum geht es also?
Kurz gesagt ist bereits der Titel eine Zusammenfassung des Films. Wie man schon in den ersten Minuten merkt ist die Story aus den tiefsten 90igern und trieft nur so von Klischees: Eine Gruppe von Terroristen überfällt ein Militärlager, stiehlt eine Rakete und verschanzt sich damit anschließend in der Provinz-Highschool von Mayfield. Der Grund dafür: Nur von hier hat man die beste Schusslinie auf den Reaktor des örtlichen Atomkraftwerkes was man bedroht zu beschießen sofern nicht ein Haufen Geld locker gemacht wird. So werden dann Lehrer und Schüler kurzerhand als Geiseln genommen - während die Polizei, das FBI und Sondereinsatzkommando außen ziemlich ratlos herumstehen. Doch keiner der Terroristen hat die Rechnung mit Lenny Slater (Corey Haim) gemacht, der es sich kurzerhand zur Aufgabe macht die Schule zu verteidigen: Der neue Schüler mit Bronx-Erfahrung startet einen Guerilla-Krieg durch die Gänge der Schule auf die John McClane neidisch werden könnte. Bei der Waffenauswahl greift er dabei - wie man erwarten kann - auf das volle Repertoire zurück was eine Schule so hergibt: Stifte, Kreissägen (aus dem Werkraum) oder Feuerlöscher. Dazu gibt er eine ganze Reihe Oneliner zum besten, die dem Setting gerecht werden wie z. B. ein Die Schule ist aus! - nachdem ein Terrorist fachgerecht aus dem Fenster getreten wurde. 
Ehrlich gesagt kann ich nicht glauben, dass Jim Wynorski hier im Ansatz irgendwas "ernsthaftes" produzieren wollte. Zu Albern und meisten unfreiwillig komisch ist das Ganze. Trotzdem passt es wunderbar in den damaligen Zeitgeist: Die Terroristen sind einfach böse - die Guten sind die Guten und ein 17 Jähriger Underdog (Corey Haim war zum Zeitpunkt des Drehs übrigens 25 Jahre alt...) mit dem keiner gerechnet hat (ok - die Zuschauer natürlich schon) metzelt im Alleingang eine ganze Bande professioneller Krimineller nieder.
Das hier keine Filmkunst geschaffen wurde dürfte jeden klar sein. Aber trotz alledem: Positiv bleibt, der Film rennt ohne Leerlauf mit hohem Tempo durch seine knappen 84 Minuten und spart nicht an Explosionen, Action-Gimmicks und brutalen (aber meistens billig gemachten) Konfrontationen. Die ganze "Die Hard in der Schule" -Mechanik funktioniert überraschend gut, weil die Terroristen - absichtlich oder nicht - eher wie Karikaturen als ernstzunehmende Gegner wirken. Und ja, trotz aller Logik-Löcher macht das irgendwie Laune, solange man nicht nach Hintergründen fragt. 
Corey Haim, der hier die Schüler Version von John McClane abgibt, liefert eine sympathische, rotzig, aufmüpfige energiegeladene Performance ab - auch wenn er doch irgendwie deutlich älter aussieht als der angeblich 17-jährige Lenny. Auch weitere Rollen wie Alan Thicke als besorgter Vater/Polizist und Dick Van Patten als General geben dem Ganzen noch einen Hauch 90iger-TV-Charme mit - was bei einer DirectToVideo Produktion sicher kein Manko darstellt. Allen voran aber gibt Melissa Brasselle als skrupellose Chef-Terroristin eine wirklich gute Figur ab - dies wird bereits schon in den ersten Minuten des Filmes deutlich gemacht. Ihr Leinwand-Tod später im Film stellt dann folgerichtig ein Highlight dar.
Fazit: Demolition High ist - wie die meisten Filme auf diesen Blog - kein Film für die cineastische Elite. Für Freunde von 90iger-Direct-to-Video-Action, die einmal ein Stirb Langsam RipOff an einer Schule sehen wollten jedoch überraschend unterhaltsam. 8/10 für das was der Film sein will. 4/10 für Leute die einen guten Film erwarten oder wenn man wirklich auf die glorreiche Idee kommen sollte den Film objektiv bewerten zu wollen. filmdetails

Freitag, 5. September 2025

Filmkritik: Karate Kid IV – Die nächste Generation (1994)

Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)
Obwohl die Mitte der 90iger inzwischen schon 30 Jahre lang her sind (Hätte ich die Rezension vor 10 Jahren geschrieben, hätte ich 20 Jahre schreiben können... doch dies nur am Rande), gab es auch damals schon Veränderungen, die einen zunächst tief skeptisch machten: Nachdem Daniel in drei Filmen vom schüchternen Außenseiter zum Karate-Champion heranwuchs, musste nämlich 1994 ein frischer Wind her: Karate Kid IV – Die nächste Generation setzt daher nicht mehr auf den alten Helden, sondern stellt uns eine neue Hauptfigur vor – die junge Julie, gespielt von Hilary Swank in einer ihrer ersten größeren Filmrollen (Die übrigens 10 Jahre später den Oscar für The Million Dollar Baby gewann - ebenfalls ein Sportfilm). Immer noch dabei ist aber immerhin der unerschütterlichen Mr. Miyagi, der spätestens ab diesen Film zur absoluten Kultfigur wurde.
Die Story ist schnell erzählt: Julie ist rebellisch, irgendwie teenagermäßig dauerhaft wütend und kämpft mit dem Verlust ihrer Eltern. In der Schule eckt sie mit ihren Mitschülern an, zu Hause versteht sie sich kaum mit ihrer Großmutter. Da kommt Mr. Miyagi gerade recht, der wie gewohnt mit Geduld, Weisheit und jeder Menge fernöstlicher Lebensweisheiten aus dem Teenager eine disziplinierte Karatekämpferin formen will. Natürlich dürfen auch in Teil 4 die obligatorischen Schulschläger nicht fehlen – diesmal in Form einer militarisierten Schülergang, die fast schon mehr nach einer Mini-Armee aussieht als nach High-School-Kids.
Das alles wirkt extrem klischeehaft – aber irgendwie gleichzeitig auch charmant (weil 90iger!). Gerade das Zusammenspiel zwischen Miyagi und Julie bringt einige witzige Szenen hervor, die den Film trotz vorhersehbarer Handlung unterhaltsam machen. Dazu kommt wie erwartet ein schönes 90iger-Setting, das heute fast nostalgisch wirkt: Baggy-Pants, Schülerdisko und eine Coming-of-Age-Geschichte, die sich nicht schämt, auch mal etwas kitschig zu sein. Besonders nett ist vor allem die kleine Sidestory mit dem verletzten Falken, den Julie auf dem Schuldach pflegt – eine simple, aber wirkungsvolle Metapher für ihre eigene Entwicklung.
Trotz aller Sympathie bleibt Karate Kid IV – Die nächste Generation aber ein Film, der nie so recht aus dem Schatten seiner Vorgänger treten konnte. Die Kämpfe sind weniger eindrucksvoll, die Gegner eindimensional und die Wendungen vorhersehbar. Hilary Swank macht ihre Sache gut, ist selbstbewust und man ahnt hier scheinbar, dass sie großes Potenzial hat. Für viele Fans der Reihe war es damals aber einfach nicht das "dasselbe", da einfach mal der Maincharakter ausgetauscht wurde. Dies ist vermutlich auch ein Hauptgrund, warum der Film bei den Fans im Vergleich zu den Vorgängern nicht wirklich gut ankam und damit vorerst der letze der Originalreihe war.
Fazit: Ein ordentlicher 90iger-Jahre-Teenie-Prügler, der mit Humor, Herz und Nostalgie punkten kann, aber nie den Kultstatus der Original-Trilogie erreicht. Kein Muss, aber ein netter Film für Fans. Solide 6/10. filmdetails

Freitag, 27. Mai 2022

Filmkritik: Seedpeople (1992)

(c) 1992 Full Moon Entertainment
In den 80iger und 90igern stand die Firma Fullmoon Entertainment von Puppet Master Schöpfer Charles Band praktisch als Synonym für billig gemachte B-Movies jeglicher Genres. Das was Roger Corman für die 60iger und 70iger Jahren vertrat führte Band irgendwie in den 80iger und 90igern Jahren fort: Massenproduktionen am Fließband, eher selten fürs Kino - meisten (dank damals neuster Technik) direkt auf Video. Nichts wurde ausgelassen, so wundert man sich nicht einmal wirklich, dass auch das übersichtliche Genre des Pflanzenhorrors hier eine Heimat fand. Die Idee das Pflanzen gewalttätig werden war zwar nicht neu - wie Tanz der Teufel schon über 10 Jahre früher ausführlich bewies - einen ganzen Film auf dem Thema aufzubauen hingegen schon. Aber nicht, dass man jetzt erwartet Fullmoon Entertainment hätte hier komplett eigene Initiative gezeigt: Geklaut wurde selbstverständlich bei diversen anderen Filmen, allen voran Critters - doch dazu später mehr.
In der Kleinstadt Comet - die ihren Namen einer Höhlenmalerei verdankt - passieren seltsame Dinge. Menschen drehen durch oder verschwinden. Als dann noch ein riesiger Samen einer unbekannten Pflanze gefunden wird, ist Tom Baines alles klar: Eine scheinbar außerirdische Pflanze infiziert mit ihren Sporen die Einwohner, die anschließend nicht mehr Herr ihrer Sinne sind. Zusammen mit dem durchgeknallten Doc Roller - der schon lange vor der Gefahr warnt, den aber zurecht niemand ernst nimmt - macht er sich auf die Suche nach der Plantage, wo sich die Keimquelle der pflanzlichen Gefahr befindet.
Um es auf den Punkt zu bringen: Der Film wirkt (und ist) von vorne bis hinten billig. Angefangen bei der 90iger Jahre Serien-Ästhetik (von den grellen Farben und schlieren würde man vermuten, dass der Film wie damalige Serien auf Video aufgezeichnet wurde anstatt auf Film), den unterirdischen Effekten bis hin zu den drittklassigen Darstellern sowie einer unterdurchschnittlichen Story. Dazu kommt, dass die wenigen Highlights im Film - wie zum Beispiel der Auftritt der Monster - geklaut sind, allem voran bei dem Überraschungserfolg Critters. Nicht nur, dass die Monster sich ebenfalls rollend fortbewegen - sie stammen natürlich auch aus dem Weltall. Dafür verschießen sie keine Stacheln, sondern schleimen ihre Opfer ein. Nebensächlich wird dabei fast, dass die Waffe gegen die Aliens Ultraviolettes Licht sein soll - was in dem Film für Menschen aus unerklärlichen Gründen in Blau sichtbar ist. Zusammengefasst: Seedpeople ist eine Trashperle die man durchaus gesehen haben sollte. Zum mehrmaligen ansehen sicher nicht unbedingt geeignet (sollte ein Mediabook existieren oder erscheinen würde ich abraten) taugt der Film für eine einmalige abendliche Unterhaltung auf jeden Fall. filmdetails

Freitag, 11. September 2020

Filmkritik: Dollman (1991)

(c) Full Moon Entertainment
Albert Pyun war Ende der 80iger bis in die 90iger Jahre eine der gefragtesten Adressen, wenn es um Endzeitaction (Nemesis) oder irgendwas mit Cyborgs ging. Umso interessanter, dass Full Moon Entertainment Pyun dann 1991 für ein komplett anderes Genre engagiert hat. Ein Genre, was schwer zu umschreiben ist - da die Story wohl mehr oder weniger einzigartig ist - jedoch am ehesten dem klassichen Action / SciFi zuzuschreiben wäre. Wenn man sich die Liste der Macher anschaut wird es jedoch schnell klar wohin der Weg gehen sollte - bzw ging: Das Drehbuch und die Story enstammt einem gewissen Charles Band  - einem der Erfinder des wohl bekanntesten Puppenhorrors überhaupt: Der Puppetmaster Reihe! Was sollte hier also noch schief gehen? Mit Albert Pyun setzt ein gefragter B-Movie Regisseur die Geschichte eines sehr erfolgreichen Drehbuchautores um - ein Experiment, bei dem Full Moon Entertainment nur gewinnen konnte. Nicht zuletzt, weil die Produktionsfirma mit Demonic Toys bereits schon eine weitere bekannte Marke mit an Bord hatte, konnte im zweiten Teil noch einer drauf gesetzt werden. Doch dazu ein anderes mal mehr.
Brick Bardo ist unehrenhaft entlassener Polizist. Jedoch nicht auf der Erde - sondern 10 000 Lichtjahre entfernt auf dem erdähnlichen Planeten Arturus. Als es bei einem Fall - wo er trotz seiner Amtsenthebung aufkreuzt - völlig entgleist ist der Ärger groß. Durch Zufälle gerät Bardo zusammen mit seinem Erzfeind Braxton Red auf die Erde. Auch hier sind die Rollen klar: Bardo ist zwar ein rauher Typ - jedoch im Herzen gut. Sein Widersacher ist auf der Erde das selbe Arschloch wie auf Arturus. Einzige Besonderheit die beide teilen: Die Größenverhältnisse auf der Erde sind etwas anderes als auf ihren Heimatplaneten. Brick Bardo misst hier nämlich gerade einmal 30 Zentimeter! Bei Red ist das im Prinzip auch so - macht aber bei ihm einen nicht so großen Unterschied aus: Von Red existiert nämlich eh nicht viel mehr als ein durch Geräte am Leben erhaltener Kopf. Es dauert schließlich nicht lange, bis sich Red einer Straßengang angeschlossen hat. Bardo wiederum trifft auf die hart und ehrlich arbeitende Debi. Mit Unterstützung der Erdbewohner tragen daraufhin der Dollman und Braxton Red ihre Fehde auf der Erde aus.
Schon in den ersten Minuten ist Pyuns Handschrift deutlich erkennbar: Mit starken Rotfiltern gearbeitet wird eine düstere Zukunftsvision - auf einem weit entfernten Planeten - geschaffen, der am Ende dem Zuschauer jedoch der Erde näher erscheint als ihm lieb ist. Nicht weniger bedrückend sind die darauf folgenden Bilder in einer zunächst nicht näher genannten amerikanischen Großstadt auf der unserer Welt: Das Bild der Gegenwart ist gezeichnet von den in sich zusammen berechende Industrieruinen eines vergangenen Wirtschaftswunders in den 70iger Jahren. Heruntergekommene Stadtteile, die inzwischen von Gangs anstatt vom Gesetz regiert werden. Viel trostloser geht es nicht. Es kommen zwangsweise Erinnerungen an Pyuns dystopisches Endzeitbild hoch, welches bereits in Nemesis vorherrschend war. Erst nach einer halben Stunde wird dem Zuschauer gesteckt wo wir uns befinden: In der südlichen Bronx - also einem der Orte, wo man sich im Jahre 1991 offenbar nicht freiwillig aufhalten wollte. Und das, obwohl es inmitten der "zivilisierten westlichen" Welt liegt - die schon damals den Dreh- und Angelpunkt der Wirtschaft und Industrie stellte. Nur wenige Kilometer entfernt vom einstigen World Trade Centers welches das Sinnbild schlechthin für Amerikas wirtschaftliche Übermacht war. New York - eine Stadt, die nach dem Kalten Krieg gleichzeitig aber mehr Verlierer vorbrachte, als jede Generation zuvor. Die Bronx wirkt hier stellvertretend für so ziemlich jedes US Amerikanische Ghetto, was von den Abgehängten bewohnt wird und dem wirtschaflichen Leistungsdruck der 80iger Jahre nicht mithalten konnte. Drogendealer, Huren und Kleinkriminelle prägen das Straßenbild. Pyuns Bronx wirkt sicher nicht zufällig wie Paul Verhoevens grandios deprimierende Detroit-Interpretation in Robocop 4 Jahre vorher.
Über 25 Jahre später ist Dollman ein Zeitdokument, was für sich steht. Es steht für die damaligen Probleme (Bandenkriminalität, Drogen usw.), welche die Schlagzeilen regierten. Aussenpolitische Themen wie der erste Golfkrieg werden hier nicht beleuchtet. Ohne anmaßen zu wollen, das dieses das Ziel des Regisseurs war, kommt es dem unbeholfenen Zuschauer über zwei Jahrzehnte später so vor, als ob Pyun hier tatsächlich seine persönliche Gesellschaftskritik verarbeitete. Inbesondere in einer Szene wird dies schon fast mit dem Zaunpfahl präsentiert, wenn der Dollman seiner irdischen Freundin erzählt, dass die Menschen ansich überall gleich schlecht sind. Egal ob auf seinem Heimatplaneten oder hier: In der Bronx auf der Erde. Dafür, dass es sich um einen B-Movie handelt - der vermutlich nicht allzuviel gekostet hat (leider hab ich keine Quellen gefunden) scheint der Grundtenor des Filmes fast anspruchsvoll. Doch keine Angst: Auch die Unterhaltung kommt nicht zu kurz. Immerhin heißt der Regisseur Pyun und dieser kennt sich mit Action aus. Es wird geballert, es wird geprügelt - und es gibt einige mehr oder weniger gute Gags. Die Effekte sind handwerklich gut gemacht. Mit Splitscreening werden die Effekte erzeugt, wenn der Dollman mit irdischen Charakteren agiert. Immerhin ist der Name Dollman auch nicht von ungefähr: Der Dollman ist in seiner Heimatwelt zwar normal groß - auf der Erde jedoch nur 30 Zentimeter lang. Insgesamt wächst der Film jedoch nie so richtig über seinen B-Movie Charme hinaus - was mit Sicherheit dem eingeschränkten Budget geschuldet war. Pyun hat jedoch das beste draus gemacht. Für Fans klassischer 90iger Jahre SciFi-Action ein Pflichtfilm der während seiner Zeit leider etwas unter gegangen ist. Vielleicht auch deshalb, weil er nur für den Videothekenmarkt produziert wurde und damit nie offiziell ins Kino kam. filmdetails

Donnerstag, 1. November 2018

Halloween Spezial - Filmkritik: Bordello of Blood (1996)

(c) '84 Entertainment
Der traditionelle Halloween Horrorabend ist in diesem Jahr etwas schmaler ausgefallen: Nachdem es um 19:00 Uhr Hamburger mit Painmaker BBQ Sauce gab, ging es direkt mit zwei Filmen weiter. Ja, tatsächlich nur zwei Filme - wovon jeder der Beiden gerade mal Spielzeiten von nicht einmal 90 Minuten hatten.
Film zwei war Albert Pyuns Dollman, dem letztes Jahr bereits an dieser im Halloween-Monat eine Rezension spendiert wurde und der deshalb hier nicht näher erwähnt werden muss.
Interessanter war für mich daher Film Nummer 1: Hier handelte es sich um Bordello of Blood. Zugegebenermaßen ziemliches Neuland für mich, da ich bis auf ein paar einzelne Episoden ein ziemlicher Geschichten aus der Gruft Anfänger bin. Dies wird - bzw. muss - sich jedoch jetzt ändern: Der Film hat mich nämlich vollens überzeugt. Weniger trashig als ich befürchtet habe, teilweise ganz schön blutig - aber stets mit einer gewissen Selbstironie.
Irgendwo in Südamerika: Eine Expedition, angeführt von dem kleinwüchsigen Vincent, entdeckt die Grabkammer einer uralten Gruft. Hier liegt seit über 400 Jahren Lilith begraben: Ein mächtige Vampirin, die einst getötet wurde und deren Herz in vier Teile getrennt auf der ganzen Welt verteilt wurde. Eigentlich sollte so gesichert sein, dass diese Dame nie wieder aufwacht. Wäre da nicht Vincent, der besessen ist von der Idee die Vampirin wieder zum Leben zu erwecken. Nachdem er der mumifizierten Vampirfrau die fehlenden Herzteile eingepflanzt hat, erwacht diese nun zum Leben. Ein großer Fehler wie man sich denken kann.
Einige Zeit später in einer amerikanischen Kleinstadt: Teenager Caleb (gespielt von Corey Feldman) lebt bei seiner älteren Schwester und macht nur Probleme. Nachdem er sich wieder einmal mit seiner Schwester verkracht haut er ab und sucht zum Frust ablassen ein vermeintliches Bordell auf: Was er nicht weiß, die Puffmutter ist niemand anderes als Lilith, die sich zwischenzeitlich mit Vincent in der Stadt niedergelassen hat. Nicht verwunderlich also, dass in dem Freundhaus statt normaler Frauen Vampire arbeiten. Als Caleb mehrere Tage verschwunden bleibt beauftragt seine Schwester den exzentrischen Privatdetektiv Guttman mit der Suche ihres Bruders. Dieser deckt nach und nach immer mehr dunkle Geheimnisse in der Kleinstadt auf.
Bei Bordello of Blood handelt es sich bereits um die zweite Spielfilmadaption aus der Geschichten aus der Gruft Serie. Wie Eingangs erwähnt, bin ich hier kompletter Neuling und kenn Teil 1, Ritter der Dämonen, bis jetzt noch nicht. Daher kann ich keinen Vergleich ziehen - jedoch behaupten, dass mir dieser Teil schon einmal sehr gefallen hat. Wie in der Serie (bzw. die Folgen die ich kenne) kommt hier der schwarze Humor nicht zu kurz. Trotz aller Brutalitäten kann man immer wieder lachen, was vor allem an den Hauptdarsteller Dennis Miller liegt, der hier einen exzentrischen Privatdetektiv spielt, der für Geld so ziemlich alles macht - gleichzeitig aber auf jegliche Konventionen scheißt. Jeder bekommt hier sein Fett weg: Sei es das klischeehafte amerikanische Kleinstadtleben oder die in den USA sehr verbreiteten TV Prediger, welche meisten dann doch eher an den heiligen Dollar als an Gott glauben. Das die Spielzeit hier nicht mal 90 Minuten beträgt ist alles andere als negativ: Der Film erzählt alles, was er erzählen will und wird somit zu keiner Minute langweilig. Da es sich gefühlt ohnehin um einer überlange TV Epidode handelt, wäre hier eine Spieldauer von 2 Stunden übertrieben. Zusammengefasst: Ein wunderbarer Halloween-Film, den der Horrorfan aber auch an jeden anderen Tag im Jahr genießen kann. Auf der nächsten Filmbörse ist das Mediabook von '84 Entertainment ein Pflichtkauf. filmdetails

Montag, 2. April 2018

Filmkritik: Vernetzt – Johnny Mnemonic (1995)

(c) Turbine Medien GmbH
Die 90iger Jahre waren filmtechnisch ein Jahrzehnt der Cyberpunks: Matrix, Der Rasenmähermann, oder halt Johnny Mnemonic waren nur einige der wichtigsten Filme. Während der Durchschnittsbürger noch auf seinem Amiga, 486er oder gar Pentium PC werkelte, war Hollywood gefühlte 10 Schritte weiter. Aber so unterschiedlich die Filme auch waren - eines hatten sie gemeinsam: Mit der aktuellen Realität haben sie wenig zu tun. So auch Johnny Mnemonic. Dieser lädt sich 320 Gigabyte auf ein Implantat in seinen Schädel und wird schier wahnsinnig. Das wir inzwischen 2 Terrabyte wesentlich bequemer in der Hosentaschen befördern können hat damals keiner geahnt. Aber wie hätte man es wissen sollen? Bei 300 MB Festplatten, die 5 1/2 Zoll groß sind und USB noch nicht einmal erfunden wurde. Wie auch immer. Wir alle wissen, Prognosen sind schwierig - besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Und bei technischen Vorhersagungen trifft dies erst recht zu.
Das Internet im Jahre 2021: Schon längst gibt es keine klare Grenze mehr zwischen der realen Welt und dem Cyberspace. Während die Seuche NAS immer größere Teile der Menscheit dezimiert und sich schneller ausbreitet als jeder Computervirus gibt es einige Menschen, die ganz andere Probleme haben. Hierzu gehören die sogenannten Mnemonics. Zu diesen Datenschmugglern gehört auch Johnny. Gegen entsprechende Gebühren schmuggelt er Daten rund um den Globus. Geladen sind die Daten in seinem Kopf auf einem sogenannten Daten-Implantat. Doch diesmal wartet ein Spezialauftrag: Mittels eines Dopplers, soll er anstatt der üblichen 160 Gigabyte schlappe 320 GB in seinen Kopf laden. Gesagt getan - immerhin lockt eine anständige Belohnung durch seinen Vermittler Ralfi (übrigens wunderbar gespielt von Udo Kier). Johnny hat also seinen Schädel mit Daten vollgepumpt: Nicht wissend, um welche brisante Dateien es sich handelt wird er schon kurz da drauf von der chinesischen Mafia um die halbe Welt gejagt. Erst am Ende wird klar, was Johnny sich da in den Kopf geladen hat.
Zunächst sollte man erst einmal alles ausblenden, was angeblich im Jahre 2021 technisch gesehen so möglich - oder eher unmöglich ist. Zumindest aus heutiger Sicht. Das wird uns in 3 Jahren unter Krämpfen Datenmengen - die geringer sind als die einer handelsüblichen Festplatte - in den Kopf laden ist nahezu ausgeschlossen.
Atmosphäre kommt trotztdem auf. Während Johnny Mnemonic - aus der Perspektive von 1995 gesehen - als Cyberpunk-Thriller in einer möglichen Zukunft spielt, ist er heute ein reiner Fantasy Thriller, der in einem digitalen Parallel-Universum spielen könnte. Zu absurd sind die Ideen um den Film wirklich ernst zu nehmen. Aber vielleicht gerade deshalb: Johnny Mnemonic macht Spaß. Und das nicht zu knapp. Neben der für damalige Zeiten neuen Idee sorgen vor allem viele Gastauftritte aus der B-Movie-Szene dazu bei, dass der Zuschauer sich wohl fühlt: Takeshi Kitano, Dolph Lundgren und Udo Kier sind hier die bekanntesten Gesichter. Johnny Mnemonic ist der Film, der kein Remake braucht - und sicher auch keines bekommt. Er steht für sich und ist auch heute noch - nach bald 25 Jahren ein kleiner Genremeilenstein - wenn auch mit ordentlichen B-Movie Charme. Für Fans die Cyberpunk mögen - oder besser ausgedrückt "Retro-Cyberpunk" - ist Johnny Mnemonic eindeutig Pflicht.
Für Regisseur Robert Longo stellt übrigens Johnny Mnemonic den einzigen Ausflug ins Filmgenre dar. Longo ist nämlich Maler und Videokünstler. Neben einigen Videoproduktionen kann man sein Schaffen vor allem in internationalen Kunst-Galerien begutachten. Aktuell zum Beispiel auch in Hamburg in den Deichtorhallen. Wer noch nie 2 Meter hohe Kohlezeichnungen zu gesellschaftskritischen Themen gesehen hat, hat aktuell die Chance dazu. Ein Wort sei noch zur Umsetzung der DVD / Bluray gesagt: Als Rezensionsexemplar hat mir das Mediabook von Turbine gedient. Dieses glänzt - wie von Turbine gewohnt - mit einer liebevollen Aufbereitung. Neben dem Hauptfilm in einer neu gemasterten HD-Qualität gibt es noch die (bis jetzt in Europa unveröffentliche) japanische Fassung als Bonus dazu sowie diverse kurze Interviews mit allen Beteiligten. Johnny Mnemonic ist auch nach über 20 Jahre nach dem Erscheinen ein Filmtipp an alle Freunde des Science Fiction, die sich auch mit weniger Anspruch begnügen. filmdetails

Sonntag, 19. März 2017

Filmkritik: Deep Blue Sea (1999)

(c) Warner Bros. Home
Den meisten Filmfans dürften zum Thema Haie auf Anhieb zunächst Der weiße Hai und die Sharknado Filme einfallen. Deep Blue Sea werden hingegen die wenigsten zuersts auf dem Schirm haben. Sicher nicht, weil der Film extrem schlecht ist - im Gegenteil: das Schicksal von Deep Blue Sea war bzw. ist, dass er in einer ganzen Reihe Tierhorrorfilme in seiner Zeit erschienen ist. Anaconda, Octalus oder The Relict sind nur einige. Vielleicht lag es auch an den mitunter eher unbekannten Darstellern. Bis auf Samuel L. Jackson war hier nicht unbedingt die A-Liga von Hollywood am Start. Neben dem damals durchaus populären Rapper LL Cool Jay war Thomas Jane noch das bekannteste Gesicht im Film. Doch die Darsteller sind im Grunde auch nur Nebensache, in echt geht es doch um die Tiere - in diesem Fall die Haie.
Die abgelegene Unterwasser-Forschungsstation Aquatica wurde früher als U-Boot-Basis im zweiten Weltkrieg benutzt. Zwischenzeitlich hat die verfallenen Ruinen ein großer Biotec Konzern aufgekauft um hier seine geheime Forschungen im Bereich der Medikamentenforschung gegen Alzheimer voranzutreiben. Haie sollen hier als "Versuchspersonen" für ein besonderes Präperat herhalten, die das Gehirn extrem schnell regenerieren. Das dies nicht planmäßig verläuft liegt auf der Hand: Die Haie mutieren zu einer Art Superkiller und wenden sich gegen die Wissenschaftler, die sie einst erschaffen haben.
Zugegeben - der Film startet ein wenig lahm: Hier ein paar lockere Sprüche von LL Cool Jay - dort ein kluger Spruch von der Wissenschaftlerin McAlester. Die erste halbe Stunde passiert fast überhaupt nichts, bis auf die Einführung der Charaktere sowie ein paar Erklärungen, warum überhaupt diese Experimente an den Haien vollzogen werden müssen. Das schlägt jedoch schlagartig um: Innerhalb von zwei Minuten entwickelt sich der Film zu einem reinrassigen Tierhorror. Was nach der dreissigsten Minute innerhalb von kürzerster Zeit an Zerstörung abgefeiert wird, hätte auch in einem Vietnamfilm stattfinden können. Nachdem Aquatica in Schutt und Asche liegt (und das dauert dank eines von den Haien zum Absturz gebrachten Hubschraubers gerade mal 2 Minuten) fängt der eigentliche Film an. Und das ist das, was der Zuschauer erwartet hat: Ein knallharter Actionfilm bei dem es nur noch um Mensch gegen Natur geht. Obwohl die CGI von Deep Blue Sea heutzutage keinen mehr aus dem Sessel reissen wird, kommt Spannung auf. Dies liegt neben dem atmosphärischen Soundtrack vor allem an den Puppen, die in den Nahaufnahmen die Haie darstellen. Diese wirken nämlich im Vergleich zu den Computeranimierten Kameraden wesentlich gruseliger und brutaler. Das Effekte jedoch nicht alles sind merkt man 18 Jahre nach Release umso mehr. Story, Darsteller und Soundtrack passen hier einfach zusammen, weshalb Deep Blue Sea auch heute noch ein ansehnlicher Tierschocker ist. Empfehlenswert für alle, die etwas mit Haien anfangen können. filmdetails

Donnerstag, 23. Februar 2017

Filmkritik: Candyman's Fluch (1992)

(c) Meteor Film (AL!VE)
Es muss eine Ewigkeit her gewesen sein, dass ich Candyman - in einer vermutlich gekürzten Version - im TV gesehen habe. Laut der ofdb muss es um das Jahr 2000 rum auf Sat 1 oder Kabel 1 gewesen sein. Obwohl er offenbar geschnitten war, behielt ich ihn äußerst positiv in Erinnerung. Als ich den Film letztens zufällig für gerade mal 15 Euro im Mediabook (inzwischen natürlich uncut) bei der Drogerie Müller fand wurde er deshalb direkt gekauft. Von der Story her könnte man zunächst an einen Teenieslasher im Stil von Scream oder Ich weiß was du letzten Sommer getan hast... denken. Candyman schlägt jedoch eine andere Kerbe, wie man nach kurzer Zeit feststellt. Dies sollte jedoch nicht als Wertung gesehen werden - sondern bezieht sich nur auf die Einschätzung wohin der Film den Zuschauer führt.
Helen und ihre Kommilitonin bereiten gerade ihre Dissertation zum Thema "Urban Legends" vor. Inbesonders eine dieser modernen Sagen hat es den beiden angetan: Die des mysteriösen Candymans. Einen ehemaligen schwarzen Sklaven, der im letzten Jahrhundert von einem Mob getötet wurde, nachdem er mit der falschen Frau zusammen war. Da der Tote nie zur Ruhe kam lastet ein Fluch auf ihm: Wenn einer Candymans Namen fünf mal vor einem Spiegel wiederholt, kehrt er wieder. Keine Überraschung, dass Helen und ihre Freundin - angetrunken von einigen Gläsern Wein - dies in einem Selbstversuch direkt einmal ausprobieren und damit tatsächlich den Candyman heraufbeschwören.
Ursprünglich handelte es sich bei Candyman um eine Kurzgeschichte von Clive Barker. Dieser hat mit dem Film - abgesehen von der Grundidee und Produktion - jedoch nichts mehr zu tun. Haupverantwortlich war Bernard Rose - der außer Candyman allerdings nichts bekannteres in seiner Filmographie vorzuweisen hat. Trotzdem ist der Film durchwegs gelungen. Nach einem etwas zähen Start, wo mehr oder weniger erklärt wird wer der Candyman ist und warum ein Fluch auf ihm lastet, wird die Spannung aufgebaut. Dies liegt neben der überzeugenden Virginia Madsen (welche übrigens die Schwester von Tarantinos Dauerbesetzung Michael Madsen ist) vor allem an dem beklemmenden orchestralen Soundtrack von Philip Glass. Dieser in Kombination mit dem Anblick der trostlosen Cabrini-Green Home Ghettos erschafft eine ganz besonders unwohle Atmosphäre. Dieser Wohnblock - der in der Realität übrigens unter dem selben Namen bekannt ist - wurde im letzten Jahrzehnt abgerissen und zählte nicht umsonst zu einem der Chicagoer Problemvierteln. Zusammengefasst kann man sagen, dass Candyman weniger durch die Story als durch die dichte Atmosphäre überzeugt. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall. Horror-Fans, welche mit Filmen die in urbanen Gebieten spielen etwas Anfangen können, kommen um den Candyman ohnehin nicht drum herum. filmdetails

Sonntag, 15. Mai 2016

Filmkritik: Blood Dolls (1999)

(c) Full Moon Pictures
Das Puppenfilme allgemein verstörend sind ist nichts neues. Bei Blood Dolls ist das aber noch etwas mehr als verstörend. Der Ganze Film ist derart abgedreht, dass man sich selbst als Genrefan fragt was man hier überhaupt ansieht. Dies liegt an der seltsamen Story und vor allem an den noch seltsameren Charakteren. Und damit sind nicht einmal die Puppen gemeint.
Virgil ist ein verschrobener Milliardär der zusammen mit seinem Zwergenbutler, Clowndiener und einer Girlband (die in einem Käfig gesperrt ist) in einer Villa lebt. Als ob das nicht schon freakig genug ist: Virgil ist selbst der der größte Freak von allem. Er läuft immer mit einer Maske rum, da sein Kopf in echt die Größe einer Apfelsine hat. Sein Geld hat der Verrückte mit Biotechnik verdient, welche er auch Privat einsetzt um lebende Puppen zu erschaffen. Als er bei einem Deal von einigen Geschäftspartnern über das Ohr gehauen wird, schwört er bittere Rache: Seine Puppen spielen hierbei eine große Rolle und dezimieren die Geschäftspartner einem nach dem anderen.
Bei Blood Dolls ist der Name Programm. Auch wenn die Puppen nicht gestörter sind als die Figuren aus Pupper Master oder anderen Filmen - im Gesamtkontext wirkt er verstörender. Irgendwie Surreal - als ob David Lynch einen Puppenhorror gemacht hätte. Das einzige was im Gegensatz zu Lynchs Werken jedoch fehlt ist der Stil: Das Ganze bekommt man eher mit dem Holzhammer serviert als unterschwellig. Viel übrig bleibt von dem Mindfuck da nicht. Schlecht mag zwar Blood Dolls nicht gemacht sein - vor allem für eine Direct-to-Video Produktion. Qualitativ hinkt die Story und Atmosphäre dem technischen aber hinterher. Die DVD ist aber durchaus gut gemacht - inklusive der Aufmachung in einer Hardbox - welcher dem Film eigentlich nicht ganz gerecht wird. Der zuletzt gesehene Dolls ist Blood Dolls in Sachen Atmosphäre und Spannung jedoch Meilenweit voraus. filmdetails

Sonntag, 24. April 2016

Filmkritik: Toys - Tödliches Spielzeug (1991)

(c) Shamrockmedia
Spielzeuge haben schon etwas gruseliges an sich. Und damit meine ich nicht irgendwelche USK 18 Videospiele wie Call of Duty oder Wolfenstein, sondern vielmehr die klassischen Spielzeuge der 80iger Jahre: Puppen, Spielzeugsoldaten oder Roboter. Physikalisch gesehen bieten sie auch wesentlich mehr Gefahrenpotential als eine BluRay die man in die PS4 steckt.
Toys - Tödliches Spielzeug ist der erste Film der Ausbeute der letzen Filmbörse den ich rezensiere - und war gleichzeitig ein Blinkkauf gewesen. Und das ich überhaupt noch Blindkäufe wage ist nach dem miesen In der Gewalt der Zombies ein kleines Wunder. Aber Spielzeuge haben es mir einfach angetan. Chucky und Puppetmaster gehören zu einigen meiner Lieblingshorrorserien. Also warum nicht mal was neues im Genre wagen? Gesagt getan.
Öffne dein Geschenk nicht vor Weihnachten! Hätte diese Warnung nur auch der kleine Derek einmal befolgt. Ein kleines Vergehen welches eine große Kettenreaktion in Gange setzt. Nicht zuletzt wird er, seine Mutter und sein leiblicher Vater von dämonischen Spielzeugen bedroht. Was es damit auf sich hat stellt sich erst kurz vor Ende heraus.
Ich muss zugeben, der Name Yuzna  auf der Packung fiel mir als eingefleischter Horrofan natürlich sofort ins Auge. Sein Name ist allerding diesmal nicht Programm. Im Vergleich zu anderen Werken wie The Return of the Living Dead 3 wirkt Toys tatsächlich wie ein Kinderfilm. Und das nicht wegen dem Spielzeug. Die Erwartung an Splattereffekten war entsprechend hoch und wurde zum großem Teil den Erwartungen nicht gerecht. Wenn man dem auf der DVD enthaltenen Trailer anschaut merkt man, dass bereits hier die meisten Effekte abgebrannt werden: Specialeffekt-Mässig folgt im Hauptfilm nicht wesentlich mehr: Dafür werden wir aber mit einem belohnt, was wir am wenigsten erwartet hätten: Einer Story. Was dem Film an Splatter und Gore fehlt macht er tatsächlich an Plot wett. Es gibt einige interessante Charaktere, die sich über den Lauf der Geschichte entwickeln. Ganz zu schweigen von dem überraschenden Ende. Vorne weg spielt der schon damals über 70 jährige ehemalige Kinderstar Mickey Rooney als Spielzeugladenbesitzer. Alleine er macht es wert den Film anzusehen. Zusammengefasst muss ich sagen, dass ich hin und her gerissen bin: Auf der einen Seite eher wenige (dafür aber nicht schlechte) Horroreffekte - auf der anderen Seite gute Darsteller sowie eine unterhaltsame Story. Die 5 € die ich ausgegeben haben bereue ich nicht - würde jedoch niemanden zum ultimativen Media-Book für 30 Euro (sollte es mal kommen) raten. Für Fans von Spielzeughorror-Filmen aber dennoch irgendwo ein muss. filmdetails

Dienstag, 9. Februar 2016

Filmkritik: Spawn (1997)

(c) Warner Home Video - DVD
Als 1992 in den USA das erste SPAWN Comic erschien, war dies der Anfang eines unglaublich erfolgreichen Franchises. Serienschöpfer Todd McFarlane ließ seine produktive Zeit als Zeichner bei Marvel und DC hinter sich und gründete Image Comics. Ab da ging es steil bergauf mit SPAWN. Neben den eigentlichen Comics wurde eine riesige Merchandise-Maschinerie angeworfen: von Actionfiguren, Tradingcards, T-Shirts bis zu Videospielen war SPAWN dick im Geschäft.
5 Jahre Später war die Zeit reif, SPAWN auf die Kinogänger loszulassen. Wer entsprechenden Background durch die Comicvorlage hatte, wurde wenig überrascht: Im Vordergrund steht der Verrat und die Ermordung  von Al Simmons, seines Zeichens Söldner und Profikiller im Dienste des machtgierigen und mit der Hölle paktierenden Jason Wynn. Simmons trifft den Entschluss auszusteigen – Wynn akzeptiert seine Entscheidung, bittet ihn aber um die Erfüllung eines letzten Auftrages. In einer nordkoreanischen Industrieanlage soll an einem hochgefährlichen biologischen Kampfstoff (HEAT-16) geforscht werden – Simmons‘ Auftrag ist die Vernichtung der Anlage. Dort angekommen, stellen sich ihm Wynn und die attraktive Killerin Jessica Priest in den Weg. Nach ein paar Schüssen und warmen Worten wird Al mit einer brennbaren Substanz übergossen und angezündet.
Statt in den Himmel geht’s für ihn direkt nach unten. Dort wartet bereits der Höllenfürst Malebolgia auf ihn der mit ihm einen Vertrag abschließen möchte. Er soll als SPAWN die Höllenarmee im Kampf gegen den Himmel anführen – im Gegenzug würde ihn Malebolgia zurück auf die Erde schicken wo er seine Frau Wanda noch einmal sehen könnte. Al willigt ein.
Als SPAWN zurück auf die Erde geschickt wird, sind dort mittlerweile fünf Jahre vergangen. Durch die Verbrennungen ist er zwar völlig entstellt – doch sein Wille ist ungebrochen: er will sich an Wynn rächen, aber auch den Kontakt zu Wanda herstellen. Auf dem Dach einer Kathedrale im heruntergekommensten Viertel New Yorks hat er Quartier bezogen. Immer an seiner Seite: Violator - ein Dämon in Menschengestalt. Wobei so menschlich sieht der Clown gar nicht aus: klein, fett, übel riechend, einen abscheulichen und perversen Humor und Würmer fressend. Malebolgia schickt ihn um auf SPAWN aufzupassen bzw. ihn in der Spur zu halten. Im Laufe der Zeit wird SPAWN die Auswirkung seines Vertrages mit Malebolgia bewusst und er entschließt sich gegen die Hölle zu stellen.
Als SPAWN mitbekommt und schlussendlich auch akzeptiert, dass Wanda zwischenzeitlich seinen Ex-Partner Terry geheiratet hat, konzentriert er sich ganz auf die Jagd nach Wynn. Hierbei lernt er die Vorzüge seinen Schutzanzuges kennen, weiß diese aber noch nicht zu beherrschen. Zu diesem Zeitpunkt steht SPAWN unter Beobachtung durch Cogliostro – der gute Gegenpart zu Violator/Clown. Auch wenn Cogliostro zu Beginn noch abgewiesen wird schafft er es dennoch Vertrauen zu SPAWN aufzubauen. In gemeinsamen Trainingseinheiten lernt SPAWN die Beherrschung seines Nekroplasmaanzuges.
Als Violator merkt, dass sein Einfluss auf SPAWN schwindet und er deswegen bei Malebolgia vorstellig werden muss, hat seine Geduld ein Ende. In den dunklen, schmutzigen Straßen von New York kommt es zu einer Kraftdemonstration. Der Clown verwandelt sich in den furchteinflößenden Dämonen Violator. SPAWN überlebt den Kampf schwer verletzt.
Um seinen Herrn Malebolgia nicht erneut zu enttäuschen, macht der Clown Wynn einen Vorschlag: Da Wynn mittlerweile alleiniger Besitzer von HEAT-16 ist, soll er sich einen Chip auf sein Herz verpflanzen lassen. Wenn das Herz aufhört zu schlagen, würde der Chip automatisch Bomben zünden die den Kampfstoff freisetzen und Unheil über die Welt bringen würde.
Wynn und der Clown dringen in Terry’s Haus ein und nehmen ihn, Wanda und die kleine Tochter als Geiseln. Als SPAWN und Cogliostro auftauchen kommt es zum finalen Kampf in dem es SPAWN gelingt den Chip auf Jasons Herz zu extrahieren, alle Geiseln zu retten und den Violator zu vernichten.
SPAWN ist eine Comicverfilmung – und Comicverfilmungen haben es nicht immer leicht. Ich selbst finde ihn klasse und im Gegensatz zu vielen anderen Rezensenten kann ich sogar dem Clown und den Computereffekten etwas abgewinnen. Denn ist man ehrlich stellt man fest, dass eigentlich nur die Animationen in der Hölle (inkl. Malebolgia) indiskutabel schlecht sind. Wer mittlerweile etwas Müde von den ganzen Batmans, X-Men und Avengers in der Kinolandschaft ist, darf SPAWN deswegen ruhig eine Chance geben. (Filmkritik von power_channard) filmdetails
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