Freitag, 27. Dezember 2019

Filmkritik: Boogeyman 2 (1983)

(c) Retrofilm
Blöd, wenn man vergesslich ist. Noch blöder, wenn man eigentlich ein Handy dabei hat und damit einem sämtliche Infos der imdb zur Verfügung stehen - und man dann es doch schafft einen Fehlkauf zu tätigen. Und am blödesten von allen: Das Backcover auf einer Blindkauf-DVD dann nicht einmal zu lesen und sich nur vom Titel leiten lassen. So geschehen bei mir mit Boogeyman 2. Wie auch immer hab ich den Film mit dem Nachfolger des (meiner Meinung nach) recht guten Horrorfilm Candyman verwechselt. Hätte ich die Rückseite der DVD einmal genauer angeschaut hätte mir der Name Ulli Lommel ins Gesicht springen müssen: Der Mann, der sich für den Film Daniel der Zauberer mit Daniel Küblböck (möge er in Frieden Ruhen) verantworten kann. Einen wirren Arthouse Film, der vermutlich - würden man einen Kunst-Studenten fragen - irgendwo zwischen Surrealismus und Drama einzuordnen wäre. Warum auch immer dieser Mann, also Ulli Lommel, immer irgendwo Geld her hatte um Filme zu produzieren steht auf einem anderen Blatt. Der Mann, der sich selbst für sowas wie ein Universalgenie im Filmbusiness bezeichnen würde: Als Regisseur, Autor und Schauspieler. Sowas wie Tarantino in tausendmal schlechter halt. Wie auch immer: Der Film wurde gekauft und wird deshalb auch angesehen, da muss man durch wenn man 5 Euro investiert hat.
Anstatt einer Zusammenfassung von mir folgt der Text vom Backcover der DVD (den ich mir auf der Filmbörse ja dummerweise nicht durchgelesen habe...)
Zitat DVD Rückseite: "Der Boogeyman ist zurück und er will seine grausame Rache. Eine junge Frau, geplagt von schaurigen Ereignissen ihrer Kindheit, soll erneut sein hilfloses Opfer werden. Als sie einem Filmproduzenten von ihrer schrecklichen Kindheitserlebnissen erzählt, will dieser aus dem Stoff einen Horrorfilm drehen. Er will ihre Vergangenheit auf die Leinwand bannen und bemerkt dabei nicht, dass der Horrorfilm schon längst begonnen hat. Der Boogeyman muss nur noch die Schwelle von der Erinnerung in die Realität überschreiten. Der Butler des Produzenten findet eine der Scherben, die den Boogeyman lebendig werden lassen. Das Tor ist geöffnet und keiner kann ihm entkommen."
Keine Ahnung was ich davon halten soll. Der Film selbst schwingt sich auf eine Art Metaebene hoch. Es geht nicht mehr um die Story in einem Film - sondern die Wand wird durchbrochen, die Filmschaffenden selbst spielen eine Rolle. Ähnlich wie bei Freddy's New Nightmare - nur das es da ungefähr 100mal besser funktioniert hat. Dieser Film bewegt sich - ähnlich wie der etwa 20 Jahre jüngere Film Daniel der Zauberer - irgendwo zwischen Arthouse und Horrorfilm. Verwackelte Bilder, Synthesizer Sound aus der Vorhölle der Skywalker Ranch und Schauspieler, die nicht mal im Pornobereich Anerkennung bekommen würden. Apropos Sound: Dieser erinnern teilweise sehr an den nur einige Jahre vorher erschienene Halloween von John Carpenter. Der Unterschied ist jedoch, bei Boogeyman 2 wird er meisten unpassen eingespielt, ist wesentlich nerviger und dröhnt teilweise mit einer Lautstärke los, dass einem das rettende Bierglas in der Hand vibriert. Ohne Übertreibung muss man bei diesem Film ohnehin permamenet an der Fernbedienung den Sound justieren, da dieser die Lautstärke zwischen einer fallenden Stecknadel und die eines startenden Düsenjets alle Bandbreiten bedient. Zur der hervorgehobenen Brutalität des Filmes kann man im übrigen auch nicht viel sagen: Es gibt ca. 2 bis 3 Szenen, die nach heutigen Standard eine FSK 16 Wertung rechtfertigen würden. Wie dieser Mist jemals auf die Liste der BPJM - damals noch BPJS - gelangen konnte ist mir ein Rätsel.Ulli Lommel dürfte diese Negativwerbung allerdings in die Karten gespielt haben, da ja bekannterweise verbotene Filme in den 80iger Jahren unabhängig von der gebotenen Qualität bei Jugendlichen hoch im Kurs waren. Trotz hohem Trashfaktors stellt der Film selbst für Hardcore B-Film-Fans keine Empfehlung dar. filmdetails

Montag, 7. Oktober 2019

Filmkritik: Doom: Annihilation (2019)

(c) Universal Pictures Home Entertainment
Ganze 14 Jahre hat es gedauert, bis die Videospielverfilmung Doom einen Nachfolger bekommen hat. Wenn man die Entstehungsgeschichte von Doom: Annihilation ein wenig verfolgt hat, läßt das ganze nichts Gutes erwarten. Die ersten Trailer waren an trashigkeit nur schwer zu überbieten. Auch wurde vermutet, dass Hollywood (oder besser gesagt, die Direct-to-Video Abteilung von Universal) hier versucht politisch extrem korrekt zu wirken: Das obligatorische Marine-Team wird mit Frauen geupdated und der Doom Space-Marine wird - bzw. soll - ebenfalls durch eine Frau ersetzt werden. Kein cleverer Schwachzug, wenn man überlegt wer die Zielgruppe von Doom darstellt. Ob der Shitstorm gerechtfertigt ist, ob die Marke Doom als Film hier wirklich zu Grabe getragen wird und ob der weibliche Space-Marine tatsächlich so überzogen klischeehaft ist wie es in den Trailern anmutet werden wir an dieser Stelle versuchen herauszufinden.
Wie schon bei dem Spielen ist die Story Nebensache: Eine Gruppe von Marines empfängt von seiner Forschungs-Basis die auf einem Mars-Mond liegt einen Notruf. Als sie dort ankommen scheint die Basis verlassen zu sein. Bei Ihren Untersuchungen stellt das Team fest, dass Wissenschaftler hier Tests mit sogenannten Portalen durchgeführt haben, durch das Dämonen aus der Hölle in unser Universum gelangt sind.
Zunächst einmal das Erfreuliche: Nach den trashigen Trailern sowie einer imdb Wertung (Zeitpunkt 2. Oktober) von 3.7 konnte ich hier nicht viel erwarten. Umso positiver wurde ich überrascht. Und gleich vorweg, mit einem geringeren Budget sowie keiner Gallionsfigur wie The Rock oder Karl Urban hat Doom: Annihilation ohnehin die schlechteren Startbedingungen.
Fangen wir mit dem Positiven an, was zugegebenermaßen gar nicht ganz so wenig ist. Wobei ich anmerken sollte, Doom Fan der ersten Stunde zu sein. Das heißt Doom 1 und 2 auf einen 486 DX gespielt zu haben und sogar mit dem DCK selbst beim erstellen von Levels Hand angelegt zu haben. So gesehen, ja ich kenne mich aus im Doom-Universum.
Doom: Annihilation bietet wesentlich mehr Fan-Service als die Trailer vermutet haben. Beginnt damit, dass die Raumbasis sich vom Design - bzw. vor allem die Wände der Gänge - sich an den Texturen von Doom 1 und 2 orientieren. Auch der "Level"-Aufbau ist ähnlich - obwohl es sich um einen Film handelt. Der Film teilt den Ablauf der Geschichte tatsächlich in 4 Level ein, die je einen Abschnitt in der Raumbasis darstellen. Von Level zu Level gelangt unser Team von Marines per Keycard. Auch hier wurde sich am am Spiel orientiert. Ohne die Keycards in den entsprechenden Farben, können unsere Helden nicht den nächsten Level betreten. Dazu kommen noch einige kleinere Anspielungen, wie z. B., dass man - indem man auf ein nahestehendes Fass schießt - eine Explosion hervorruft - die wiederum direkt ein paar Zombies bzw. Dämonen tötet. Oder, dass die Karte im HUD der Marines sehr ähnlich aussieht wie die Mapansicht im Computerspiel. So gesehen wirkt es auf mich schon, als ob hier Leute am Werk waren, welche die Spiele kennen. Umso erstaunlicher ist es dann wiederum, warum die BFG (die im Computerspiel absolut mächtigste Waffe) im Film gerade mal einen Gegner erledigt - im Spiel aber locker 10 auf einmal zur Strecke gebracht hat. Diese kleineren Logikfehler sind störend. Ebenso störend ist es, dass die (Special)Effekte im Allgemeinen oftmals recht billig rüberkommen. Im Gegensatz zu den Splatterszenen (die tatsächlich teilweise noch "handgemacht" sind) wirken die CGI Effekte alles andere als aus dem Jahre 2019. Und auch die Darsteller der Charaktere sind leider nichts, woran man sich nachhaltig erinnern würde. Hier fehlen einfach bekannte Gesichter oder markige Sprüche. Das übrigens das Team zum Teil aus Frauen besteht tut hierbei wenig zur Sache: Kein Charakter oder Geschlecht tut sich hier irgendwie positiv hervor. Auch die Hauptdarstellerin rettet sich hier nur irgendwie über die Zeit und scheint irgendwann einfach nur froh zu sein, dass es vorüber ist.
Wie man ahnen kann, ist eine Wertung schwer. Aufgrund einiger durchaus positiver Überraschungen ist der Film alles anderes als ein komplettes Desaster. Eine faire Wertung sollte hiermit bei 5/10 liegen. Leider Gottes ist es aber wie so oft, dass die Leute keine Analoge Skala für Bewertungen verstehen - und daher ganz Binär eine 1 oder 10 vergeben. Fazit: Ein Film, den man als Doom-Fans durchaus ansehen kann - wenn man gleichzeitig seinen Anspruch minimiert und sich über die Kleinigkeiten wie Original-Keycards erfreuen kann. filmdetails

Sonntag, 15. September 2019

Filmkritik: Cabin Fever (2016)

(c) IFC Midnight
Kennt noch jemand Cabin Fever? Blöde Frage eigentlich - Horrorfilmfans die nach 1985 geboren sind werden sich vermutlich noch alle an Eli Roths Kinodebut erinnern. Umso verwunderter war ich, als ich hörte, dass es ein Remake aus dem Jahre 2016 gibt. Ist das schon so lange her...??? fragte ich mich. Und eine Prüfung bei imdb gab mir recht: Nein, der Film ist gar nicht so alt. Der Film mag zwar nicht mehr der neuste sein, ist aber mit Erscheinungsjahr 2002 zum Zeitpunkt des Release des Remakes nicht einmal 15 Jahre alt. Das Remake ist wiederum (offenbar zurecht) zunächst einmal völlig an mir vorbei gegangen. Und ja - es handelt sich tatsächlich um ein Remake und um kein Reboot, wo in irgendeiner Weise noch eine gewissene Eigenkreativität des Regisseurs oder des Drehbuchautors gefordert gewesen wären. Cabin Fever von 2016 ist eher so eine Art Remake wie das von Psycho mit Anne Heche von 1998. Also ein Nachfilmen eines Filmes wo Shot-to-Shot teilweise komplette Szenen einfach nur übernommen werden. Dies hat bei Psycho vielleicht noch eingeschränkt Sinn ergeben, da das Original zu dem Zeitpunkt 38 Jahre alt war und in Schwarz/Weiß gedreht wurde. Bei Cabin Fever erschließt nicht ansatzweise der Sinn dahinter was es soll, einen 14 Jahre alten Film noch einmal zu drehen. Aber was solls - channard hatte den Film besorgt (auch er war überrascht, weil er zunächst dachte er hätte das Original gekauft) und ihn mir kurzerhand ausgeliehen.
Die Story ist altbekannt: Eine Gruppe Freunde die gerade das College geschafft haben, fahren zum Feiern in den Kurzurlaub zu einer abgelegenen Blockhütte. Doch schon der erste Stopp an einer Hillbilly Tanke läuft aus dem Ruder: Einer der Gruppe wird von einem Kind in die Hand gebissen: Bevor die Situation völlig eskaliert fährt die Gruppe weiter zum Haus. Dort angekommen treffen Sie auf einen offenbar mit einer seltsamen Krankheit infizierten Mann. Nachdem sie diesen versehentlich erschießen, verbreitet sich ein mysteriöser Virus. Einer nach dem anderen wird von der Gruppe infiziert. Ein Psychospiel zwischen den Freunden - sowie der Kampf gegen die fleischfressenden Bakterien beginnt.
Die Story ist - wie beim Original - nicht besonders orginell. Während Eli Roths Film aber noch schaffte eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen misslingt das dem Remake auf ganzer Linie. Vermutlich auch, weil man ohnehin weiß, was passieren wird. Die Darsteller sind allesamt relativ unsymphatisch - und keine Charaktere, die einem in irgendeiner Weise ans Herz wachsen. Mehr oder weniger egal ist es einem daher, wenn der Killervirus nach und nach die komplette Clique dezimiert. So gesehen ein ziemlich sinnfreies Remake, das technisch jedoch nicht zu bemängeln ist. Ordentlich gesplattert wird - und die Effekte sind weitgehend (wie es aussieht) "handgemacht" ohne viel CGI Effekthascherei. Dies bleibt allerding der einzige Pluspunkt. Wer das Orignal nicht kennt, kann einen Blick wagen. Alle anderen sollten hier eher einen Bogen machen. filmdetails
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