Sonntag, 2. November 2014

Halloween Filmabend: 2 kurze Reviews

Pünktlich wie jedes Jahr folgt an dieser Stelle die obligatorische Filmbesprechung zum Halloween Filmabend. Diesmal in leicht verkürzter Form, da wir irgendwie nur zwei Filme geschafft haben. Davon war auch nur ein Film länger geplant gewesen - ein zweiter wurde im Laufe des Abends spontan ausgesucht. Als Channard irgendwann gegen 19:00 Uhr eintraf legten wir auch sofort - die dritte Person trudelte erst später ein und wollte Film Nummer 1 nicht mit ansehen. Auch als Horrorfilmfan kann ich nachvollziehen, dass dieser Film nicht jedermanns - bzw. in dem Fall jederfraus Sache ist. Um es kurz zu machen und irgendwelchen Ratespielen, bei dem ich zwei Sätze später ohnehin selbst die Antwort gebe, vorzubeugen löse ich auf: Begonnen wurde der Abend mit dem dentalen Schocker Dentist 2. Zweiter und letzter Abendfüllender Film war dann die Horrorkomödie Die Killerhand mit Seth Green. Als Absacker sozusagen folgte dann noch eine Folge aus Geschichten aus der Gruft, eine Episode aus V/H/S sowie ein Kurzfilm von Robert Rodrigez. Wie erwähnt legten wir dann direkt los mit:

The Dentist 2

(c) EMS
Das Laserparadise Cover von The Dentist war eine der ersten Horror Covers, die ich mit unschuldigen 18 Jahren das erste mal in der Videothek sah. Ich kannte zu der Zeit zwar schon Braindead als VHS-Kopie, war aber doch irgendwie schockiert, wie offensiv mit Gewalt auf einem Cover versucht wurde Zuschauer zu locken. Wie plump und billig dachte ich und lieh daraufhin irgendeinen anderen Film aus. Da stand er nun, der Film mit dem gestörten Cover und lächelte mich von nun an jedes mal an, wenn ich in die Videothek kam - und das war oft. Es schien, als ob er sagen wollte "Haha - Du traust dich nicht mich anzusehen".
Nun, einige Jahre später zieren beide Teile meine DVD Sammlung. Man will ja schließlich wissen, was dahinter steckt und ob das ganze wirklich so schlimm ist, als das man es nicht ansehen kann. Ob es an der Abgestumpfheit liegt, oder an der Tatsache, dass man inzwischen durch diverse Making-Ofs, Interviews und Bücher soviel über Horrorfilme weiß, dass man ohnehin nicht mehr geschockt werden kann - ich weiß es nicht. Tatsache ist, der Film gruselte und schockiert doch weitaus weniger als das Cover verspricht. Das schlimmste sind und bleiben bei beiden Teilen die Soundeffekte, die nicht selten aus dem Heulen von hochfrequenten Zahnarztbohren bestehen.
Zur Story: Als Dr. Feinstone nach den Geschehnissen des ersten Teiles in der Psychatrie landet kann er - wie erwartet - von dort entkommen Wie es sich für einen schwer gestörten Serienmörder gehört fällt es Dr. Feinstone nicht schwer sich daraufhin in einer neuen Stadt unauffällig niederzulassen. Um den Moloch von Washington zu entgehen sucht er sich hier für die kleine abgelegene Stadt mit dem passenden Namen Paradise aus. Obwohl Feinstone selbst merkt, dass mit ihm etwas nicht stimmt, kann er seinen Drang nicht widerstehen: Er bringt den ansässigen Zahnarzt um und übernimmt seine Praxis. Von diesen Moment an gibt es kein halten: Der Dentist räumt nun ordentlich auf und verpasst jeden, der ihm sich in den Weg stellt das - wie er es nennt -  totale dentale Erlebnis. Das einzige womit der Zahnarzt nicht gerechnet hat ist seine rachsüchtige Ex-Frau: Dieser hat er einst die Zunge herausgeschnitten, was für sie Motivation genug ist, den Dentis ein für allemal zu töten.
The Dentist 2 ist eine gelungene Fortsetzung und hält genau das, was sie verspricht. Die Splatterszenen halten sich in Grenzen, die Story ist - für einen Horrorfilm - schlüssig. Technisch gut umgesetzt und schauspielerisch glaubwürdig hat Brian Yuzna eine sehenswerte Fortzsetzung abgeliefert. Kaum zu glauben, dass man es hier mit einen der Liebling ich habe die Kinder geschrumpft Drehbuchautoren zu tun hat. Am schlimmsten bleibt einem hierbei das Geheule des Zahnarztbohrers in Erinnerung, sobald der Dentist mit der Spezial Behandlung beginnt.

Nachdem sich unsere Psyche langsam erholt hatte, neue Getränke geholt und die Pizza bestellt war, konnte es weitergehen. Fest geplant war eigentlich nichts - weshalb wir aus einer Vorauswahl von ca. 20 Filmen uns dann für Die Killerhand entschieden hatten. Nicht zu unblutig, als dass man ihn an Halloween nicht sehen kann, aber auch nicht zu abartig, als dass man die Pizza direkt rückwärts ißt. Da wir bereits letztes Jahr einen Seth Green Film gesehen hatten, scheint sich hier fast eine Tradition einzustellen. Mal sehen was nächstes Jahr ansteht. Nun, jetzt zu dritt, ging es weiter im Halloween-Horror-Abend:

Die Killerhand


(c) Sony Pictures Home Entertainment
Kurz nachdem die DVD eingeschoben wurde, enstand die Diskussion ob das im DVD Menu Jessica Alba ist. Und ja - bevor jemand imdb zu Rate zieht oder nachfragt: Jessica Alba hat in dem Film mitgespielt und war auch in dem DVD Menu zu sehen. Nachdem das geklärt war, konnte der Film dann gestartet werden.
Anton Tobias ist ein nichtsnutziger Teenager wie er im Buche steht. Solange er genug zum Kiffen hat und der TV läuft ist es im komplett egal was um ihn herum abgeht. Das seine Eltern von einem wahnsinnigen Irren umgebracht wurden bekommt er erst Tage später mit, obwohl dies im selben Haus passiert ist. Auch seine Freunde Mick und Pnub sind da nicht besser: Rumhängen, Kiffen, TV schauen. Nichts bringt die beiden aus der Ruhe. Das lässige Kifferleben gerät aber schnell aus den Fugen als sich herausstellt, dass Anton offenbar etwas mit den Morden in der Kleinstadt zu tun hat. Oder besser gesagt seine linke Hand: Die ist nämlich offenbar von irgendwelchen Dämonen besessen und wird immer unkontrollierbarer. Dies muss auch Antons Angebetete Molly feststellen, die eigentlich mit Anton nur einen schönen Abend auf dem örtlichen Schul-Halloween-Ball verbringen wollte.
Die Killerhand ist die ideale Horrorkomödie für Halloween. Nicht nur, weil der Film zeitlich ebenfalls an Halloween spielt, sondern weil er sich selbst nicht ganz ernst nimmt. Trotzdem gibt es einige derbe Szenen wo man sich fast fragt, wieso der Film noch eine 16er Freigabe bekommen hat. Für einen Filmabend mit ein paar Leuten die nicht unbedingt immer nur Anspruchsfilme brauchen ein guter Tipp.

Montag, 27. Oktober 2014

Filmkritik: Wolf Creek 2 (2013)

(c) KSM GmbH
Fast zehn Jahre hat es gedauert, bis der australische Horror-Überraschungserfolg Wolf Creek eine Fortsetzung bekommen hat. Diese war letztendlich dann vor allem durch einen australischen Geschäftsmann möglich, der bereit war eine große Summe in den Dreh zu investieren. Warum es aber überhaupt so schwierig war Geldgeber zu finden ist eigentlich nur schwer Nachvollziehbar: Wolf Creek war nicht wirklich schlecht - und was noch wichtiger war: er hatte kommerziellen Erfolg. Dazu kommt, dass er zu einer Zeit raus kam, in der Slasherfilme ein kleines Revival erlebt hatten. Man ziehe einmal Wrong Turn als Vergleich ran. Dieser hat seit 2003 vier Fortsetzungen bekommen hat. Doch sei's drum - der Film ist draußen und wartet darauf begutachtet zu werden.
Der Film beginnt wie genreüblich: Ein junges Studentenpärchen will einen Backpacker-Trip quer durch Australien wagen. Wie es kommen muss, geraten sie schon nach kurzer Zeit an einen psychopahtischen Irren, der sie umbringen will. Ein wenig später hat es der Verrückte dann auf einen jungen Mann abgesehen der zufällig auf die Studentin trifft. Dies war damit auch bereits die Story. Fertig. Aus. Kein Witz. Und der Film geht über 100 Minuten, daran sollte man denken.
Schon nach der Hälfte des Filmes hab ich mich langsam etwas gewundert. Sogar für einen Slasherfilm ist da doch sehr wenig Story vorhanden. Um das genauer zu beschreiben folgt ein Spoiler. Also bitte nicht weiterlesen, sofern jemand den Film doch sehen will - wovon ich an diese Stelle aber schon einmal abrate.
Nachdem nämlich die beiden Studenten mehr oder weniger ausführlich vorgestellt wurden und sich allmählich die Charaktere entwickelt haben werden beide einfach so abgemurkst. Das Problem ist dabei, es werden an dieser Stelle quasi beide Hauptdarsteller auf einmal umgebracht. Dadurch gibt es - abgesehen von dem irren Psychopathen - keine Hauptfigur mehr. Von der fehlenden Story ganz zu schweigen. Kurz bevor die Frau umgebracht wird trifft sie noch auf den oben erwähnten jungen Mann. Dieser ist eigentlich nur auf der Durchreise - und muss ab diesen Moment als Ersatzopfer für den Irren hinhalten. Durch die konfuse Handlung, das Fehlen von eindeutigen Hauptfiguren und der Abwesenheit von Handlung kommt praktisch keine Spannung auf. Auf der einen Seite technisch zu gut gemacht, als das man einen Veriss schreiben möchte - auf der anderen Seite zu langweilig und unplausibel als das man ihn gut finden könnte. Einzig und alleine positiv kann man die gelungenen Splatterszenen hervorheben - die aber aus den Kontext gerissen alleine keinen Film rechtfertigen. Zusammengefasst ist der Film ungefähr so spannend wie 3 km verstaubte Landstraße im Outback. Allenfalls für Splatterkiddies als Mutprobe zu empfehlen. filmdetails

Samstag, 4. Oktober 2014

Filmkritik: Kickboxer - The Champion (1991)

Karatefilme sind zwar nicht unbedingt mein liebstes Genre - aber wenn man für 2,22 Euro eine - zumindest auf der Verpackung versprochene - Uncut Edition eines solchen Films bekommt Schlag (haha) auch ich zu. Und zuschlagen trifft es tatsächlich in mehrfacher Bedeutung. Der Film haut nämlich die härtesten Trashfans um.

Gerne würde ich an dieser Stelle eine Zusammenfassung der Story schreiben. Da der Film aber offenbar - wie damals im Asiatischen Haudrauf-Kino nicht unüblich - aus verschiedenen anderen Filmen zusammengeschnitten wurde, ist das gar nicht so einfach.
Also versuchen wir es mal: China, irgendwann im - ja wann eigentlich? Die Leute sind nämlich in einigen Szenen gekleidet wie im Mittelalter - in anderen Szenen wie in den 90iger Jahren. Offenbar ist das aber auch Nebensache. Jedoch sollte man, wenn man schon mehrer Filme zu einem schneidet, vielleicht doch wenigstens Filme nehmen, die in der selben Zeit spielen. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Die Story dreht sich jedenfalls um einen Geheimagenten, der in sich in einen Drogenhändler Ring einschleußen lässt um dort einmal ordentlich Rabatz zu machen.
Und dies fasst bereits schon alles zusammen was passiert und ist vor allem eines: Ein Vorwand den Typen durch die verschiedene Zeiten Locations zu schicken um Prügeleien anzufangen. Wie unfassbar minderwertig das wirkt muss wohl an dieser Stelle gar nicht erst betont werden.
Fairerweise weiß man aber schon in den ersten 5 Minuten womit man es zu tun hat: Einer Trashgranate der übelsten Sorte. Und genau das wusste offenbar auch der deutsche Verleih und hat sich dementsprechend keine Mühe mit der Synchronisation gegeben. Aber nicht nur, dass die Sprecher sich anhören als ob sie sonst Pornos synchronisieren - passenderweise hat man sich auch bei der Untermalung mit Geräuschen sowie der Musik rein überhaupt keine Mühe gegeben. Die größte Frechheit kommt meiner Meinung schon einigen Minuten nach Beginn: Es wird der Score der Psycho-Duschszene vergewaltigt um eine Karateszene musikalisch zu untermalen.
An dieser Stelle noch ein paar Worte zum technischen Aspekt der VH... äh DVD: Ich habe in den 90iger Jahre VHS Kassetten im Longplay Format gehabt, die besser aussahen. Das Bild ist grob verwaschen und hat in dunklen Szenen einen Weißstich. Dazu kommen noch diverse Kratzer, die darauf schließen, dass zum Mastern offenbar ein hundert Fach abgenudeltes Kinoband genommen wurde. Hier ist auffällig, dass der Film, der im Mittelalter spielt mehr Kratzer hat als der Film - oder die Filme - die in der Neuzeit spielen. Diese wirken dafür eher verwaschen.
Zusammenfassend kann ich wohl behaupten, dass dieser Film das mieseste ist, was ich in der letzten Zeit gesehen habe. Vielleicht ist es aber auch so, dass der Film einfach zu kompliziert für mich war. Die Zeitsprünge durch die verschiedenen Epochen, die Storylines, bei denen keiner Durchblickt: Handelt es sich etwa um ein asiatisches Inception? Ok nein, vermutlich handelt es sich aber doch einfach nur um einen dreist zusammengeschnittenen Film, den man eigentlich niemanden empfehlen kann. Auch nicht für 2,22 Euro. Das Uncut kann man sich übrigens getrost sparen - der Gewaltgrad geht nur in seltesten Szenen über einen Bud Spencer Film hinaus. filmdetails
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