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Die Story ist - wie bei vielen Filmen die auf einem Comics basieren - in der Tat eher zweitrangig. Dies soll in keinem Fall mit belanglos oder gar schlecht gleichzusetzen sein. Relativ schnell erzählt ist sie jedoch trotzdem: In der sogenannten Teufelsnacht, die Nacht vor Halloween, werden Eric Draven (Brandon Lee) und seine Freundin auf brutale Weise ermordet. Als ob das nicht schon schlimm genug ist, ist diese Nacht genau jene vor ihrer geplanten Hochzeit, zu der es allerdings nie kommen wird. Während Deric sofort stirbt, wird seine Freundin Shelly brutal niedergeschlagen und vergewaltigt. Kurze Zeit später erliegt aber auch sie ihren Verletzungen im Krankenhaus.
Cut: Wir schreiben genau ein Jahr später, der Vortag zu Halloween. Sarah, ein junges Mädchen, welche eine enge Freundin von Shelly war, besucht das Grab des getöteten Paares. In der selben Nacht erwacht Deric. Was nun passiert kann als klassicher Rachefeldzug beschrieben werden: Deric - durch seine Auferstehung unverwundbar und übermenschlich stark geworden - macht sich auf, die Gang ausfindig zu machen, die genau ein Jahr zuvorseine zukünftige Frau und ihn brutal ermordet hat. Hierbei unterstützt ihn eine Krähe, die Deric ab jetzt ihre Augen leiht und Kundschafter für seine nächsten Opfer wird. Als Sideshow steht ihm außerdem neben Sarah der engagierte Polizist Sergeant Albrecht zur Seite.
Eines ist klar: The Crow lebt - wie es nicht anders zu erwarten ist - von seinen Bildern. Alex Proyas - der spätestens mit Dark City entgültigen Kultstatus erreicht hatte - bringt wie kaum ein Zweiter die Bilder eines Comics auf die große Leinwand. Atmosphärisch gesehen spielt The Crow in der obersten Liga mit und muss sich auch heute - fast 20 Jahre später - kaum vor aktuellen Produktionen verstecken. Das gekonnte Spiel mit verschiedenen Farbfiltern, Aufnahmen in wechselnden Witterungen oder die weitwinklige gefilmte namenlose Stadt in der Nacht tun ihr übriges um den Film in ein visuelles Meisterwerk zu verwandeln.
Der einzige fade - ja sogar tragische - Beigeschmack ist, dass Hauptdarsteller Bradon Lee während der Drehbarbeiten sein Leben lassen musste. Durch die Verkettung unglücklicher Zustände starb er bei einem Schuss durch eine Platzpatrone in einer Szene vor laufender Kamera. Das diese Szene nie den Weg in den Film gefunden hat ist selbstverständlich. Die Dreharbeiten - die auf geheiß der Familie von Brandon Lee fortgesetzt wurden - verzögerten sich dadurch. Fertiggedreht wurde der Film mit einem Körperdouble sowie Trickeffekten, bei denen Lee nachträglich mit bekannten Bildmaterial in andere Szenen reinretuschiert wurde. Im Gegensatz zu Ed Woods Plan 9 from Outer Space fällt dies tatsächlich niemanden auf. Was bleibt ist ein Film, der - trotz der depremierenden Umstände - auf der ganzen Linie überzeugt. filmdetails
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