Mittwoch, 3. Juli 2013

Filmkritik: World War Z (2013)

(c)  Paramount Pictures
Gerry Lane arbeitet bei der UN und ist deshalb die meiste Zeit beruflich unterwegs. Nicht selten auch in Krisengebieten, was vor allem seiner Frau sehr zu schaffen macht. Gerade als er beruflich einmal kürzer treten will und wieder eine längere Zeit bei seiner Familie verweilen will, bricht eine Zombiepandemie aus. Der Ursprung ist völlig unklar. Klar ist aber, dass das Leben wie man es gewohnt ist der Vergangenheit angehört. Durch seine Beziehungen zum Miliär ergattert Lane mit seiner Familie einen Platz auf einem Flugzeugträger, der weitab auf hoher See ein sicherer Platz zu sein scheint. Doch eines wird Lane schnell klar gemacht: Seine Familie hat diesen Platz nur bekommen, weil das Militär ihn als Krisenspezialist braucht um den Ursprung der Seuche auf den Grund zu gehen.
Worlz War Z für mich objektiv zu beurteilen ist relativ schwierig. Eine recht lange Zeit schon habe ich mich auf diesen Film gefreut und alle Trailer und Infos sofort angesehen. Schlußendlich waren meine Erwartungen wohl einfach zu hoch gewesen. Bei einer Besetzung mit Brad Pitt unter der Regie von Marc Forster ist aber eine bestimmte Erwartungshaltung durchaus gerechtfertigt.
Insgesamt wäre es sicher unfair zu sagen, dass der Film schlecht ist. Das ist er nämlich nicht. Nur ist er aber leider genauso etwas Besonderes. Größtes Manko ist, dass keine wirkliche Zombie Atmosphäre aufkommt. Das ganze ist zwar eine globale Katastrophe - aber genauso spielt auch der Film: Global. Brad Pitt reist zwischen Amerika, Asien und dem Nahen Osten hin und her. Flugzeuge und Hubschrauber sind allgegenwärtig. Auswegslose Situationen wo Gruppen von Zombies eingeschlossen sind, oder Psychospiele zwischen den Überlebenden gibt es nicht. Die Menschheit wirkt nicht wirklich hilflos, bis an die Zähne bewaffnet und hochtechnologisiert. Treffen tut es vor allem den armen kleinen Mann. Brad Pitt spielt hier jedoch einen Mann der bei der UN und beim Militär war bzw. ist. Die Familie bekommt schon alleine deshalb sofort eine Sonderbehandlung und wird auf einem Flugzeugträger untergebracht. Suvival geht da anders. Mit dem hilflosen Polizisten in The Walking Dead können sich daher wohl sicher mehr Zuschauer identifizieren. Auch das zuende gehen der Zivilisation wird dort wesentlich eindringlicher vermittelt. Der Vergleich hinkt vielleicht, da The Walking Dead eine Serie ist und kein Film: Jedoch hat dort bereits eine einzelne Episode mehr Atmosphäre erzeugt als die zwei Filmstunden von World War Z.
Zweites Problem ist die konstruierte Geschichte. Die meiste Zeit ist der Film nämlich eine globale Schnitzeljagd nach dem Ursprung sowie einem Impfstoff gegen die Pandemie. Die Zombies sind zwar eine Bedrohung - jedoch nicht allgegenwärtig. Daher gibt es nur wenige Überraschungsmomente, wo ein Zombieangriff wirklich aus dem nichts zu kommen scheint.
Insgesamt ist der Film jedoch durchaus sehenswert. Technisch bewegt er sich auf höchsten Niveau - solch dynamische Zombies hat nicht einmal in 28 Days Later gesehen. Hier hängt der Film die meisten anderen Kokurrenten problemlos ab. Bei 200 Millionen Dollar Budget jedoch keine Überraschung. Hinzu kommt, dass der Film vielleicht als Thriller mehr funktionieren würde, als wie als Zombiefilm. Hierfür fehlen ihm wie oben beschrieben nämlich diverse Elemente wie die beklemmende Atmosphäre oder der obligatorische Zwist zwischen den Hauptcharakteren. Fazit: Man kann ihn sich ansehen - aber sollte nicht erwarten hier einen neuen Dawn of the Dead oder 28 Days Later serviert zu bekommen. filmdetails

1 Kommentar:

Kim hat gesagt…

Also ein 28DL oder DotD erwarte ich mir nicht, weil ich mir Brad Pitt in solchen Filmen einfach vorstellen kann. Trotzdem hoffe ich sehr bald auf die Blu-Ray :)

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